VABÖ Newsletter April 2017

27.04.2017

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. TaucherInnen willkommen:
Mülltauchen 2017

Wien räumt auf
Foto: Markus Meissner
Ein Teil der Tauchcrew - rechts Markus Meissner vom Ökologie-Institut

Im Rahmen des Wiener Frühjahrsputzes "Wien räumt auf" wird auch das "Unterwasser-Littering" beseitigt: Alle Tauchschulen und Tauchclubs sind am 29. April 2017 um 10 Uhr eingeladen, nach "verborgenen Schätzen" zu tauchen. Polizei, Feuerwehr und Wasserrettung beteiligen sich mit operativem Support, lediglich die Tauchausrüstung ist selbst zu stellen. Die Feuerwehr füllt die Tauchflaschen, für Verpflegung sorgen MA45 und MA48, MA 45 stellt die Boote zur Verfügung, die MA48 kümmert sich um die fachgerechte Entsorgung. (Quellen: Stadt Wien; Markus Meissner)

In den letzten Jahren kamen immer 50 bis 80 TaucherInnen, darunter auch der in der Abfallwirtschaft gut bekannte passionierte Freizeittaucher Markus Meissner vom Ökologie-Institut. Abwechselnd werden verschiedene Teile von Neuer und Alter Donau (wechselt von Jahr zu Jahr) unter Wasser von Müll befreit. Die Boote der 45er bringen die TaucherInnen zum entsprechenden Abschnitt. Mit Sackerln ausgerüstet wird unter Wasser er Müll unter Wasser der Müll eingesammelt, die vollen Sackerl und sperrigen Teile werden von den Booten ans Ufer transportiert. Die Ausbeute: Alles was auch an Land immer wieder "wild" entsorgt wird: Flaschen, Dosen, Fahrradschlösser, Einkaufswagerl, Parkbänke, Baustahlgitter, Sonnenschirme, Sessel, Geschirrspüler, Autokennzeichen, Fahrräder, Rohrleitungen, Gläser, und vieles mehr.

An der Aktion "Wien räumt auf" beteiligen sich seit 2006 zahlreiche Kindergärten, Schulen, Vereine und viele Einzelpersonen. 2016 machten über 19.000 Menschen bei 480 Sammelaktionen mit. Der bei den Putzaktionen gesammelte Müll wird abgeholt und umweltgerecht entsorgt. Seit Beginn der Aktion wurden insgesamt rund 265 Tonnen Müll mit einem Volumen von etwa 2.400 Kubikmetern gesammelt. Allein 2016 kamen laut Schätzungen 34 Tonnen an Abfällen mit einem Volumen von über 300 Kubikmetern zusammen.

Gereinigt wird im öffentlichen Raum in ganz Wien, beispielsweise in Parks, auf Gehwegen, Spielplätzen und wie oben beschrieben auch die Donau! Ob mit NachbarInnen, FreundInnen, KollegInnen, im Verein, in der Schule oder im Kindergarten: Mit wem, wann und wo gereinigt wird, steht auch heuer wieder allen völlig frei.

Für Schulen, Kindergärten und Vereine werden Schwerpunktaktionen in jedem Wiener Bezirk angeboten. Dazu treffen sich am jeweiligen Aktionstag die Reinigungsprofis der MA 48, der Wiener Stadtgärten (MA 42) und anderer beteiligter Abteilungen zum gemeinsamen Putz-Vormittag. Für die Teilnahme an einer Schwerpunktaktion ist eine telefonische Voranmeldung notwendig. Werkzeug wie Besen, Greifzangen und Rechen werden bei diesen gemeinsamen Aktionen verborgt.

Wien zählt zu den saubersten Großstädten weltweit, das zeigen internationale Vergleiche. Die Kombination von Ausbau der Serviceangebote der MA 48, bewusstseinsbildenden Kampagnen sowie der Kontrollen und Strafen der WasteWatcher haben die Eigenverantwortung der Wienerinnen und Wiener maßgeblich gesteigert. Sowohl beim Sperrmüll, den Einkaufswagerln, dem Hundekot und auch den Tschickstummeln gibt es erfreuliche Entwicklungen.

Mehr Infos der Stadt Wien hier...
Alle Infos zum Müll-Auftauchen hier...
Zur Archivmeldung vom "Frühlingsputz 2016" hier...


02. "Auch das ist Arbeit":
Aktion zum Tag der Arbeitslosen am 30. April

arbeit plus
Foto: arbeit plus

Eine tolle Aktion zum Tag der Arbeitslosen am 30. April: Unter dem Motto "Auch das ist Arbeit" lädt arbeit plus, das österreichweite Netzwerk Sozialer Unternehmen, zur kreativen Auseinandersetzung mit dem gängigen Arbeitsbegriff ein. Denn: Arbeit ist mehr als Erwerbsarbeit und jede Arbeit ist etwas wert, egal, ob bezahlt oder unbezahlt. Die Aktion soll zudem mehr Bewusstsein für eine gerechte Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern schaffen.

Konkret geht es darum, einen Sticker an einem beliebigen Motiv anzubringen, das persönlich mit "Arbeit" verbunden wird und dieses unter #auchdasistarbeit auf Facebook zu posten bzw. an arbeit plus zu mailen. Ob das nun ein Kochtopf voller Kartoffeln, der Kinderwagen oder auch das Halsband vom eigenen Hund ist – alles ist möglich, jede Idee ist willkommen. Für die kreativsten Fotos gibt es attraktive Preise aus Sozialen Unternehmen. Die Sticker sind bei arbeit plus erhältlich.

Auch im Bereich Ressourcenschonung und Abfallvermeidung wird ein enormer Beitrag durch unbezahlte Arbeit geleistet: Sei es durch intelligente Haushaltsplanung, die weniger Einkauf, weniger Verschwendung und mehr Abfallvermeidung zur Folge hat, sei es durch die getrennte Sammlung von Altstoffen, sei es durch das klassische "Selbermachen", ob Marmelade, Kleidung oder Reparaturen. Auch ehrenamtliches Engagement in Reparaturinitiativen und Selbsthilfegruppen, Lebensmittelrettung und "Urban gardening" schafft großen lokalen Mehrwert, der in offiziellen Wirtschaftsbilanzen nicht aufscheint. So trägt auch die Abfallwirtschaft - oft ganz unbewusst und unbedankt - mit unbezahlter Arbeit vieler Menschen zum Gemeinwohl und Lebensqualität bei.

arbeit plus ist das österreichweite Netzwerk von 200 gemeinnützigen Sozialen Unternehmen. Diese unterstützen durch Beschäftigung, Beratung und Qualifizierung langzeitarbeitslose Menschen bei ihrem Wiedereinstieg ins Erwerbsleben. arbeit plus setzt sich für eine gute und qualitätsvolle Arbeit ein, um allen Menschen in Österreich gesellschaftliche Teilhabe und eine gesicherte Existenz zu ermöglichen.

Mehr Infos zur Aktion hier...
Zur Broschüre der Aktion hier...
Zur Homepage von arbeit plus hier...


03. Sich selbst das Essen pflücken:
"Mundraub" belebt vergessene Landschaft auf verschiedenen Ebenen

mundraub.org
Foto: mundraub.org

Mundraub ist eine Organisation, die Menschen dazu anregen will, regionale und saisonale Obstressourcen wieder zu entdecken. Eine interaktive Karte zeigt „MundräuberInnen“, bei welchen Obstbäumen, Wildfrüchten und Kräutern sie in ihrer Stadt oder Gemeinde zugreifen dürfen. Ziel ist es, Stadt- und LandbewohnerInnen auf die Naturschätze ihrer Region aufmerksam zu machen und gemeinsam mit Kommunen nachhaltige Modelle zur Pflege öffentlicher Obstbaumbestände zu entwickeln.

Mundraub will Obstalleen und Obstwiesen wieder und weiter ins Bewusstsein der Menschen holen. So entsteht eine Lobby für Essbares in Städten und Landschaften, der der Erhalt von Obstalleen, Obstwiesen, Wildobsthecken und leckeren Wiesenkräutern am Herzen liegt. Gemeinsam mit ihrer Community will sich Mundraub lokal und überregional für den Erhalt dieser Ressourcen engagieren.

Mundraub.org ist eine digitale Landkarte, die Obstbäume, Obststräucher, Nüsse und Kräuter im öffentlichen Raum und auf freigegebenen privaten Flächen abbildet. Tausende Menschen sorgen seit 2009 dafür, dass sich mundraub.org und insbesondere das Herzstück der Plattform, die Mundraub-Karte, mit Fundorten und Informationen füllt. In Aktionen und Gruppen können außerdem Wissen und Erfahrungen ausgetauscht werden. Die Mundraub-Community gestaltet mundraub.org und macht sie so zur größten interaktiven Plattform für Obstthemen im deutschsprachigen Raum.

Die Map nutzen (Fundorte abrufen) kann jede und jeder, auch ohne Anmeldung. Registrierte NutzerInnen können mundraub.org zudem aktiv mitgestalten indem sie z.B. neue Fundorte eintragen, kommentieren und mit anderen MundräuberInnen in Gruppen und Aktionen in Kontakt treten. Die Registrierung ist unkompliziert und direkt auf der Startseite möglich.

Dies ist eine sinnvolle Initiative, um den Lebensraum bestmöglich zu nutzen und gemeinsam zu gestalten.

Zur Homepage geht's hier...


04. Helfen Sie mit, den BODEN zu retten!
Europäische Bürgerinitiative People4Soil ruft zur Partizipation auf

Petition people4soil
people4soil

Ohne Boden gibt es keine Zukunft! Kaum eine Ressource unserer Erde ist so wichtig für unsere Ernährung und Gesundheit, für den Klimaschutz und die Artenvielfalt oder für die Wirtschaft. Dennoch wird unser Fundament immer weiter untergraben – tagtäglich werden österreichweit biologisch produktive Bodenflächen in der Größenordnung von 30 Fußballfeldern durch Verbauung und Versiegelung aktiv zerstört! Machen wir in dieser Geschwindigkeit weiter, gibt es im ganzen Land in rund 200 Jahren keine agrarischen Anbauflächen mehr.

Trotz der außerordentlichen Bedeutung des Bodens gibt es in Europa noch keine gesetzliche Handhabe, welche diese wertvolle Ressource wirksam schützt! Damit sich dies ändert, brauchen wir Ihre Unterstützung:

Unterzeichnen Sie bitte die Europäische Bürgerinitiative People4Soil für eine europaweite Regelung des Bodenschutzes!

People4Soil setzt sich europaweit für umfassenden Bodenschutz ein. Eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) ist DAS demokratische Instrument für EU-BürgerInnen und der offizielle Weg, die EU-Kommission zum Handeln zu bewegen und einen Gesetzesvorschlag vorzulegen. Dafür müssen mindestens 1 Million BürgerInnen aus mindestens sieben EU-Mitgliedstaaten die Initiative unterstützen.

Teilnehmen ist einfach: Die EBI kann online unterzeichnet werden – lediglich ein gültiges Ausweisdokument (Reisepass oder Personalausweis) ist erforderlich, um sicher zu gehen, dass jede Stimme nur einmal gezählt wird. Diese Daten dienen nur zur Verifizierung der Stimme durch die EU-Behörde und werden nicht an Dritte weitergegeben.

Werden Sie aktiv, damit Europa die wertvolle Ressource endlich schützt – unterzeichnen Sie jetzt!

Zur Homepage und Petition geht's hier...


05. Innovation::
Zera Food Recycler kompostiert in der Küche

Zera Food Recycler
Zera | Screenshot der Homepage

Essensabfälle zu Erde umwandeln – das kennen viele vom Komposthaufen im Garten. Nun bringt ein amerikanisches Start-up eine Innovation auf den Markt – ein Bioabfallverarbeitungsgerät, die durch High-Tech innerhalb von 24 Stunden Küchenabfälle und Essensreste zu Kompost verwandelt. Und das in der Küche, angeblich auch noch geruchslos.

Es klingt verdammt einfach: Küchenabfälle und sogar Essensreste wie Fleisch, werden in den speziellen Bioabfallkübel "Zera Food Recycler" geworfen, wo diese zerkleinert werden. Durch eine Fertig-Mischung aus Backpulver und Kokosnussschalen, genannt "Zera Additive" wird auf Knopfdruck innerhalb von 24 Stunden aus den Küchenresten ein fix fertiger Kompost hergestellt.
Dies kann außerdem von der Ferne mit einer App gesteuert werden – alles in allem High-Tech pur.

Das amerikanische Start-up ist derzeit das einzige seiner Art, welches auf diesem Weg in den heimischen Räumlichkeiten eine solche Zersetzungsanlage anbietet. Allerdings wurden die Produkte noch nicht verkauft, ein Crowdfunding, bei dem 827% des zu erreichenden Betrages erzielt wurden, ermöglichte die Finanzierung, im Sommer 2017 sollen die ersten Zera Food Recycler ausgeliefert werden.

Der VABÖ ist ein wenig skeptisch, ob man das entstehende Produkt tatsächlich als Kompost betrachten kann und ob es tatsächlich gut für die Zimmerpflanzen ist, wir werden die Entwicklung "am Radar" behalten. Jedenfalls zeigen Entwicklungen wie diese, dass die Idee der Kreislaufwirtschaft auch schon bei privaten Haushalten angekommen ist und dass hier vermehrt mit Produkten und Geräten zu rechnen ist, die im besten Fall einen positiven Effekt haben, in jedem Fall aber schon frühzeitig durchaus auch kritisch beobachtet werden sollten. Gerade die Diskussion um "Bioplastik" zeigt, wie schnell wir alle in derartigen Diskussionen angesichts der Komplexität der Problematiken auf dem Glatteis landen...

Zur Homepage von Zera (Englisch) geht's hier...
Artikel des enorm magazins (Deutsch) hier...
Detaillierter Infos zum Zera Food Recycler (Englisch) hier...


06. Europäisches Umweltbüro:
Neues Fact Sheet zu Lebensmittelabfällen

Europäisches Umweltbüro
Grafik: Europäisches Umweltbüro

Das Europäische Umweltbüro (EEB), ein EU-Dachverband nationaler Umwelt-NGOs, hat ein neues Fact Sheet zu Lebensmittelabfall veröffentlicht. In diesem werden in aller Kürze die aktuelle Problemlage, Fakten und einige Statistiken sowie Beispiele und Vorschläge für politische Maßnahmen zusammengefasst. Lesenswert! (Quelle: EEB)

Wenn Lebensmittelabfall ein Land wäre, so wäre es nach China und den USA der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen weltweit, mit solchen und ähnlichen sehr plastischen Vergleichen bereitet das EEB das Thema Lebensmittelabfälle anschaulich auf. Und: Während 800 Millionen Menschen weltweit nicht genug zu essen haben, geht ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel verloren.

Allein in der EU werden jährlich 88 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall produziert, pro EU-BürgerIn sind es etwa 180 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr, jedeR wirft somit (rein statistisch!) ein halbes Kilo Essen täglich weg...

Als politische Maßnahmen schlägt das EEB unter anderem vor, klare Ziele zur Reduktion von Lebensmittelabfall auf Ebene der Mitgliedstaaten zu beschließen. Bis 2025 sollen die Abfälle um 30 % verringert werden, bis 2030 um 50 %, wie es auch im derzeitigen "Circular Economy-Paket" der EU diskutiert wird. Weiters sollen von der EU Vorschläge erarbeitet werden, die als Leitfaden zum Erreichen der Reduktionsziele beitragen können. Außerdem sollen Kriterien zu Vermeidung von Lebensmittelabfall in der öffentlichen Beschaffung zur Priorität werden.

Zur Meldung des europäischen Umweltbüros geht's hier...
Zum Factsheet (Englisch) geht's hier...


07. ARA4kids startet durch:
Steirische Kinder werden UmweltexpertInnen

ARA4kids
Foto: ARA

Wie vermeide ich unnötigen Abfall, wo werfe ich meine leere Plastikflasche hinein und was geschieht mit dem gesammelten Altglas eigentlich genau? Dies alles und viel mehr vermittelt das Umweltprogramm ARA4kids ab sofort auch den steirischen Kindern. Seit März 2017 kommt das Programm flächendeckend in allen steirischen Kindergärten und Volksschulen zum Einsatz. (Quellen: ARA; Land Stmk.)

Das ARA4kids-Programm, das ausführlich im VABÖ-Blatt Nr. 4/2016 beschrieben wurde, wurde von der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) entwickelt, um Kindern altersgerecht und auf spielerische Art die Themen Abfallvermeidung, Anti-Littering, getrennte Sammlung und das Recycling von Verpackungen, und damit einen schonenden Umgang mit der Natur näher bringt. ARA4kids stellt den Pädagoginnen und Pädagogen umfangreiches Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Als besonderes Unterrichtstool kommt der ARA4kids Materialienkoffer in Volksschulen zum Einsatz.
Er veranschaulicht den Verpackungskreislauf – vom Rohstoff über die Verpackung und das Recycling bis hin zum neuen Produkt. Unterstützt wird das Programm auch von den steirischen Abfallwirtschaftsverbänden, deren AbfallberaterInnen den Schulen als Umweltexperten zur Verfügung stehen und Unterrichtseinheiten anbieten.
Darüber hinaus wird ARA4kids in der Steiermark von einem umfassenden Maßnahmenpaket begleitet, das von Recyclingtagen in Kooperation mit Entsorgungsunternehmen und Abfallwirtschaftsverbänden, über ein Gewinnspiel in Kindergärten und Schulen bis hin zu einem Flurreinigungs-Aktionstag im Rahmen des Steirischen Frühjahrsputzes reicht.

Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner meint: „Umweltbildung hat bereits in den letzten Jahren eine bedeutende Rolle in den steirischen Kindergärten und Schulen gespielt. Die steirischen AbfallberaterInnen leisten hier gemeinsam mit unseren Pädagoginnen und Pädagogen hervorragende Arbeit. Mit ARA4kids heben wir das Thema Nachhaltigkeit nun auf die nächste Ebene. Das ARA4kids Programm wird ab März 2017 in den rund 700 steirischen Kindergärten und 460 Volksschulen angeboten. Damit erreichen wir mehr als 70.000 Kinder zwischen 4 und 10 Jahren. Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen die Welt erkunden. Wir müssen die Möglichkeit aktiv nutzen, bereits die Jüngsten darin zu fördern, ihre Umwelt wahrzunehmen und zu schätzen. Denn hier wird die Basis für die Zukunft geschaffen. Darüber hinaus muss man die Kinder auch als Multiplikatoren sehen. Sie tragen ihr neu erworbenes Umweltwissen in die Familie und bewirken, dass sich auch Erwachsene mit Umweltthemen auseinandersetzen.“

Nähere Infos zum Steiermark-Start von ARA4kids hier...
Ausführliche Hintergrundinfos zu ARA4kids im VABÖ-Blatt Nr. 4/2016, zum Download hier ...
Zur Programm-Seite von ARA4kids gehts hier ...


08. Verwirrende Systemvielfalt:
Große regionale Unterschiede bei Verwertungsquoten in Großbritannien

Verqwertungsquoten England
Foto: Mülltaschen-abfälle-kunststoff-413757/
pixabay.com

In Großbritannien schwanken die Verwertungsquoten in einem Bereich zwischen 15% und 70%, der Durchschnitt ist 42% für England und 43% für Schottland. Die große Ausnahme ist Wales – hier werden in den Bereichen Re-Use, Recycling und Kompostierung insgesamt durchschnittlich 62% Verwertungsqote erreicht. Als Grund geben Experten die verwirrende regionale Systemvielfalt an. (Quellen: ciwm-journal & dailymail)

Schuld an diesen durchschnittlich eher niedrigen Recyclingquoten ist das verwirrende System in Großbritannien, welches vor allem durch Uneinheitlichkeit gekennzeichnet ist. 300 verschiedene regionale Sammelvarianten verwirren dabei die Haushalte, was sie nun recyceln können und was nicht. Die Unterschiede sind enorm, dazu zählen verschiedenfarbige Behälter in den Kommunen für die gleichen Abfallfraktionen, oder Bioabfälle werden in manchen Gemeinden gesammelt, in anderen nicht, usw.

Wales ist im Gegensatz zum Rest des Vereinigten Königreichs ein Vorreiter, hier sank im 3. Quartal 2016 sogar der Restmüll um 3%, also auf 49 Kilogramm pro Person verglichen mit dem Vorjahresquartal. Die Gesamtmenge der kommunalen Abfallmengen, die in Wales erzeugt wurden, stieg allerdings mit einer um 3% erhöhten Tonnage von 411 auf 425 Tausend Tonnen gegenüber dem gleichen Quartal 2015 an, dafür erhöhte sich im gleichen Quartal die Re-Use- und Recyclingquote auf 66% im Vergleich zu 61% im Vorjahresquartal. Die beste Gemeinde erreichte 70%, die schlechteste immerhin noch 52%. 2025 will Wales einen Landes-Schnitt von 70% erreichen, der aktuelle Jahresschnitt von 62% lässt dies realistisch erscheinen. In Wales gibt es einheitliche Vorgaben für alle Kommunen, daher können hier Optimierungspotentiale voll ausgeschöpft werden.

Nähere Infos über Verwertungsquoten in Wales (Englisch) hier...
Nähere Infos über die Verwertungsquoten in Großbritannien (Englisch) hier...


09. Umweltpolitik in Afrika gewinnt Konturen:
Kenia verbietet Plastiksackerln

Umweltpolitik in Afrika
Foto: Tomate-Plastiktüte-kunststoff-93421/
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Die Regierung von Kenia verkündete im März 2017 ein Verbot der Verwendung, Herstellung und des Imports aller Plastiksackerln, das in sechs Monaten in Kraft treten soll. Diese ambitionierte Ankündigung folgte nur drei Wochen nach der Bekanntgabe der neuen "Clean Seas Initiative" (Initiative für Saubere Meere) der UNO, welche somit den "Krieg gegen Plastik" angekündigt hat. (Quelle: UN Environment/UNEP)

Etwa 100 Millionen Plastiktüten werden jedes Jahr in Kenia alleine in Supermärkten ausgegeben. Schon lange wurden diese Einweg-Tragetaschen als Hauptursache für Umweltschäden, gesundheitliche Probleme und Haupttodesursache für Vögel, Fische und andere Tiere, die sie für Lebensmittel halten und daran sterben, erkannt. Außerdem werden durch sie landwirtschaftliche Flächen langfristig stark beschädigt, sie verschmutzen Tourismusgebiete und sind außerdem ideale Brutstätten für Mücken, die Malaria und das Dengue-Fieber übertragen können.

Erik Solheim, Leiter der UN-Umweltabteilung, sagte: "Plastikabfälle verursachen unermessliche Schäden an zerbrechlichen Ökosystemen - sowohl an Land als auch auf See - und diese Entscheidung ist ein großer Durchbruch in unserem globalen Bemühen, den unnötigen Plastikverbrauch zu stoppen."

Die Plastiksackerln stellen die größte Herausforderung für die städtische Abfallentsorgung in Kenia dar, vor allem in den ärmeren Gemeinden, wo der Zugang zu Entsorgungsanlagen und Gesundheitsversorgung begrenzt ist.

Sie tragen auch zu den 8 Millionen Tonnen Plastik bei, die jedes Jahr in den Ozean gelangen. Laut derzeitigen Schätzungen wird es bis 2050 mehr Plastik in den Ozeanen geben, als Fische. Kenia ist nun das 11. Land, das Maßnahmen zur Unterstützung der UN-Umweltkampagne ergreift. In Afrika haben Ruanda und Marokko bereits Plastiktüten verboten, weitere Länder sollen in den kommenden Wochen ihre Maßnahmen bekannt geben.

Mehr Infos (Englisch) hier...


10. London gibt Startschuss:
Kreislaufwirtschaftsplan mit Fokus auf Re-Use und Recycling

London Waste and Recycling Board

Der neue Londoner Abfall- und Recycling-Ausschuss LWARB (London Waste and Recycling Board) hat seinen Aktionsplan für den Zeitraum 2017 - 2020 beschlossen, dabei stehen die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft und eine Forcierung von Re-Use und Recycling in der Stadt im Vordergrund. Für die Umsetzung einschließlich externer Projekt- und Partnerkosten werden rund £ 50 Millionen (ca. € 5,84 Mio.) über drei Jahre veranschlagt.(Quelle: LWARB)

Die selbst gesteckten ambitionierten Ziele sind:
Bis 2030: Erreichung einer Recyclingquote der Siedlungsabfälle von 65%; starker Fokus auf von Re-Use, Reparatur, Remanufacturing und Materialinnovation und Lukrierung des volkswirtschaftlichen Nutzens, unter anderem durch Schaffung von Arbeitsplätzen, um den Sprung zur funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu schaffen Bis 2050: London zu einer kohlenstoffmissionsfreien Stadt machen.

Dr. Liz Goodwin, Vorsitzende der LWARB, sagte: "Ich bin entschlossen, dass LWARB einen bedeutenden Beitrag leistet, damit London weltweit führend für nachhaltiges Ressourcenmanagement wird. Dieser Aktionsplan beschreibt, wie LWARB die anspruchsvollen Ziele durch die vorgeschlagenen Arbeitsprogramme unterstützen wird. Wir wissen, dass der Plan und die LWARB flexibel sein müssen und sich anpassen müssen, um mit der Politik des Bürgermeisters übereinzustimmen, aber der Handlungsbedarf ist so groß, dass wir uns entschieden haben, diesen Plan zu veröffentlichen."

Die stellvertretende Bürgermeisterin für Umwelt und Energie, Shirley Rodrigues, ergänzte: "Dieser dynamische Aktionsplan wird dazu beitragen, die lokalen Recyclingquoten zu erhöhen, grüne Unternehmen zu stärken und Abfälle in ganz London zu reduzieren. Wir müssen das Reduzieren der Abfälle vereinfachen und ich bin sehr erfreut, dass LWARB uns dabei hilft, neue Wege zu finden, wie tausende LondonerInnen einen besseren Zugang zu Re-Use- und Recyclingprodukten bekommen. Es ist wirklich wichtig, das rasche Wachstum der Wiederverwendung und stofflichen Verwertung der Kreislaufwirtschaft zu unterstützen und neuen Unternehmen zu helfen, in diesem spannenden Sektor erfolgreich zu sein."

Mehr Infos (Englisch) hier...


11. Kehrtwende im großen Stil:
Coca Cola entscheidet sich in Schottland für Einweg-Pfandsystem

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Foto: coca-cola-flasche-verschluß-1449843/
pixabay.com

Coca Cola, bisher als vehementer Gegner von verpflichtenden Pfandsystemen bekannt, hat nun eingewilligt, eine die Rücknahme von Plastikflaschen und Dosen in Schottland als Pilotprojekt zu starten, um deren bislang unbefriedigende Recyclingquote zu erhöhen und die Entsorgung mit dem Restmüll oder über ungeordnetes Littering einzudämmen. Das ist Ergebnis unermüdliche Druckausübung durch AktivistInnen der Umwelt-NGOs auf die Regierung. (Quelle: The Guardian)

Das Funktionieren des Recyclings soll mit einem Einweg-Pfandsystem garantiert werden, VerbraucherInnen zahlen beim Kauf einer Flasche oder Dose 10p (ca. €0,12) Pfand, das bei Rückgabe wieder ausbezahlt wird.

Der Getränkeabfüller, der weltweit zu den Größten der Branche zählt, hatte noch 2015 eine Entwicklung in Richtung mehr Recycling und Pfand abgelehnt, da laut eigenen Angaben dadurch der Verpackungsverbrauch nicht reduziert werde auch kein sinnvolles Recycling stattfinde. Nun hat sich die Meinung des Konzerns grundlegend geändert, da Pilotversuche und erfolgreiche Systeme in anderen Ländern den deutlichen Mehrwert von Einwegpfand und hohen Recyclingquoten belegt haben. In puncto Nachhaltigkeit habe das Unternehmen große Fortschritte gemacht, die Flaschen und Dosen wären zu 100% recycelbar; Gebinde seien leichter geworden und die Menge an recyceltem Kunststoff in den Flaschen solle von 25% auf 40% bis 2020 ansteigen.

Diese Ankündigung wird nun als Meilenstein gefeiert, denn auch in der Politik bewegt sich einiges: Der Umweltausschuss des schottischen Parlaments hat eine Arbeitsgruppe gebildet, um den Vorschlag zu prüfen und Roseanna Cunningham, die schottische Umweltministerin, dazu zu bewegen, dem Pilotprojekt zuzustimmen.

Mehr Infos (Englisch) hier...

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