VABÖ Newsletter Juni 2017

29.06.2017


VABÖ unterstützt die Initiative der österreichischen Abfallwirtschaft Rund geht's!

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

Newsletter bestellen

Wenn Sie unseren VABÖ-Newsletter künftig regelmäßig erhalten wollen, bitten wir Sie, den Newsletter zu bestellen.

Sollten Sie unseren Newsletter ungewollt erhalten haben, möchten wir uns entschuldigen - bitte senden Sie uns eine kurze Nachricht und Sie erhalten keinen VABÖ-Newsletter mehr. Newsletter abmelden

Wenn Sie uns das E-Mail nicht retournieren, gehen wir davon aus, dass Sie weiterhin unseren Newsletter erhalten möchten.

Kontakt/Impressum:

VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. VABÖ Tagung 2017:
Bioabfall - unterschätzte Ressource der Kreislaufwirtschaft

Mag. Christine Hochholdinger (BMLFUW) bestärkt die AbfallberaterInnen im Engagement für die Verbesserung der Bioabfallsammlung.
© VABÖ

Am 8. Juni fand in Gmünd die Netzwerktagung von VABÖ und Umweltministerium mit dem Schwerpunkt Bioabfall statt. Das Ziel der Veranstaltung war, den kommunalen Umwelt- und AbfallberaterInnen Anregungen und Informationen für die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema optimale Bioabfallsammlung, Biogas und Kompost zu geben, um damit auch einen Beitrag zum Erhalt unserer wichtigsten Ressource, dem Humus zu leisten. Veranstaltet wurde die Tagung vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) in Zusammenarbeit mit dem VABÖ und mit der Unterstützung von Altstoff Recycling Austria (ARA) und dem Kompost & Biogas Verband.

Die „Kreislaufwirtschaft" ist auf Grund der abfallpolitischen Diskussionen auf EU-Ebene aktuell in aller Munde. Meistens steht dabei leider nur das Recycling von Papier, Glas, Metall und Kunststoff im Fokus. Doch die Basis allen Lebens ist Humus und rund ein Drittel des kommunalen Restmülls ist biogen. Doch die Rückführung in den Humuskreislauf ist anspruchsvoll und weit entfernt von einer optimalen Erfassungs- oder Verwertungsquote. „Herstellerverantwortung“ greift bei Bioabfall nicht, hier sind die Kommunen gefordert.

Anschließend an die Begrüßung durch Christine Hochholdinger (BMLFUW) auf der Tagung und nach eindrucksvollen Einführungsvideos hielt Gerald Dunst (Sonnenerde) sein Plädoyer für naturnahe Kreislaufwirtschaft. Dunsts Firma Sonnenerde ist auf die Erforschung, Entwicklung und Herstellung von Fertigerden auf Kompostbasis spezialisiert. Dunst betonte, dass Humus die Voraussetzung für Leben ist: für den Anbau von Lebensmitteln einerseits und gegen Schäden durch Bodenerosion und Staubbelastung bzw. Wüstenbildung andererseits. Der Humusaufbau im Boden erfolgt unter anderem durch Kompostdüngung.

Über die Qualität der Bioabfallsammlungen, die Einflussfaktoren und die Herausforderungen für die Abfallberatung sprach Christian Schreyer vom Dachverband der steirischen Abfallwirtschaftsverbände. Den größten Einfluss auf die Bioabfallqualität hat die Art des Sammelsystems und die Siedlungsstruktur; so war etwa in einer Untersuchung aus der Steiermark die Qualität von Bioabfällen, die aus Ein- oder Zweifamilienhäusern stammten, höher als von jenen aus Mehrfamilienhäusern.

Robert Tulnik vom Kompost & Biogas Verband Österreich sprach anschließend über die Herausforderungen, Störstoffe aus der Kompostsammlung herauszuhalten. Die „Apfelbutzn-Razzia“, eine österreichweite Kampagne der ARGE Kompost und Biogas und der Abfallverbände Österreichs für mehr (Reinheit im) Bioabfall wurde in einzelnen Abfallverbänden bereits gestartet und soll sukzessive auf ganz Österreich ausgedehnt werden. Der Kompost & Biogasverband unterstützt auch die „Rosaly Factory“, aus der das Lernprojekt „Rosalie, die Müllhexe lernt alles über Bioabfall und Kompostierung" für Kindergarten und Grundschule stammt (wir berichteten im VABÖ Newsletter vom Mai 2017). Entwickelt und umgesetzt wird das Projekt von der Kindergartenpädagogin und Umwelt- und Abfallbeauftragten Liese Esslinger, die das Konzept und die Arbeitsmaterialien im Rahmen der Tagung vorstellte.

Mehr Informationen zur Tagung und die Downloads zu den Vorträgen gibt es hier ...


02. Auszeichnung für Umweltengagement:
20 Jahre ARA AbfallberaterIn des Jahres

Foto: © ARA

Zum zweiten runden Geburtstag des Preises für die AbfallberaterInnen des Jahres wurde am 8. Juni ein „Best of 20 Jahre“-Preis verliehen, um die Arbeit und das hohe Engagement der AbfallberaterInnen zu würdigen.

Seit der Gründung der ARA 1993 sind die AbfallberaterInnen im Einsatz für die Umwelt, seit 20 Jahren werden sie von der ARA für ihre Leistung mit dem Preis „AbfallberaterIn des Jahres“ ausgezeichnet. Von den etwa 40 kommunalen Umwelt- und AbfallberaterInnen werden aktuell mehr als 260 von ARA über Personalkostenzuschüsse an die Kommunen mitfinanziert. Diese stehen den KonsumentInnen bei allen Fragen zu Vermeidung, getrennter Sammlung, Recycling von Verpackungen und Anti-Littering zur Verfügung. Ihrer langjährigen Arbeit und ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass die Trennmoral in Österreich einen so hohen Stellenwert hat.

„96 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher bekennen sich zur Mülltrennung und sammeln ihre Verpackungen getrennt“, sagte ARA Vorstand Werner Knausz anlässlich der Verleihung am 8. Juni in Weitra. Die „Abfallberaterinnen und Abfallberater sind zu einem beträchtlichen Teil für diesen Erfolg mitverantwortlich, denn sie sind unser Sprachrohr zur Bevölkerung. Daher ist es uns seit 20 Jahren ein Bedürfnis und eine große Freude, diese besonderen KommunikatorInnen und MotivatorInnen auszuzeichnen. Ein herzliches Dankeschön daher für viele Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit“. Seit 20 Jahren werden die besten Abfallberatungsprojekte aus ganz Österreich in insgesamt vier Kategorien gekürt. Für das Jahr 2016 wurden Projekte aus Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und Wien prämiert.

Sechs Preise sind in den Kategorien „Abfallvermeidung" sowie „Getrennte Sammlung und Verwertung von Verpackungen“ und ein Sonderpreis in der Kategorie „Reinwerfen statt Wegwerfen“ vergeben worden. Zwei Abfallberater wurden für ihr persönliches Langzeitengagement ausgezeichnet.

Die PreisträgerInnen in den einzelnen Kategorien sind folgende:

"Abfallvermeidung":

  • 1. Platz: „Anti-Wegwerfblog“, Elisabeth Zehetner, BAV Kirchdorf, OÖ
  • 2. Platz: „Wär doch schad drum“, Daniela Jordan, GVA Mödling, NÖ
  • 3. Platz: „Verputzen statt Verschwenden“, Ingrid Pirgmayer, MA 48,

Wien
"Getrennte Sammlung und Verwertung von Verpackungen":

  • 1. Platz: „Abfallwirtschaft P2P“, Katharina Moritz, AWV Leoben, Stmk.
  • 2. Platz: „Tonni“, Markus Punz, GVU St. Pölten, NÖ
  • 3. Platz: „Stadt-Dialog: Unser Müll“, Walter Galehr, Tina Oberleitner, Michael Loderbauer, Abfallservice der Stadt Salzburg

Sonderpreis "Reinwerfen statt Wegwerfen":

  • "Anti-Littering-Faden", Gerhard Lusser, AWV Osttirol

Auszeichnung für persönliches Langzeitengagement

Die Preise für persönliches Langzeitengagement haben Ursula Salomon, BAV Rohrbach und Manfred Kowatschek, GVA Baden erhalten. Ursula Salomon ist seit Jänner 1994 als Abfallberaterin tätig und vor allem aufgrund ihres überregionalen Engagements seit Jahren für viele AbfallberaterInnen in Oberösterreich ein Vorbild. Sie arbeitet mit allen Altersstufen und setzt ihre kreativen Ideen sehr engagiert und zielstrebig um. Manfred Kowatschek engagiert sich bereits seit 25 Jahren als Abfallberater und hat in diesem Zeitraum u.a. viele Projekte hinsichtlich „Lebensmittel im Abfall“ umgesetzt. Dank seiner Ideen nimmt Niederösterreich eine Vorreiterrolle ein.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums verlieh die ARA AG gemeinsam mit dem Magazin Umweltschutz den „Best of 20 Jahre“-Preis. Platz eins ging dabei an Erich Prattes und das Team der steirischen AbfallberaterInnen für „G´scheit feiern“. Sie überzeugten bereits vor zehn Jahren mit ihrem Engagement und erhielten damals schon den Preis „Best of 10 Jahre“. Den zweiten Platz belegte Johannes Weninger vom BAV Schärding für „Abfallvermeidung kontra Lebensstil“. Über den dritten Platz freute sich Daniela Jordan vom GVA Mödling für ihr Projekt „Die kleinsten Füße sind die Größten“.

Mehr Infos gibt es hier ...

AbfallberaterInnen können mit ihrem Passwort alle jemals eingereichten Projekte in der ARA-Projektdatenbank einsehen und somit viele Anregungen für die eigene Arbeit gewinnen - Zugang über die VABÖ-Website hier ...

Weitere interessante Projekte der Umwelt- und Abfallberatung aus den letzten Jahren finden Sie hier ...


03. Wie Kreislaufwirtschaft zur Realität wird:
9. Austria Glas ReCIRCLE mit Anders Wijkman, Co-Präsident des Club of Rome

Foto: © 2017 Wolfgang R. Fürst

Die Erde ist an ihre Grenzen gestoßen, wenn sich nicht bald etwas ändert, werden die schlimmsten Szenarien wahr, die die Wissenschaft vorhersagt, so Anders Wijkman, Dialogpartner beim 9. Austria Glas ReCIRCLE. Damit das nicht passiert, setzt er sich für die Kreislaufwirtschaft ein.

Austria Glas ReCIRCLE ist eine regelmäßige Veranstaltung der Austria Glas Recycling (AGR), zu der je ein/e SprecherIn aus unterschiedlichen Fachbereichen eingeladen wird, aus der jeweiligen Perspektive über Nachhaltigkeit zu sprechen. Das Publikum besteht aus ExpertInnen aus dem Bereich Nachhaltigkeit und VertreterInnen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Beim 9. ReCIRCLE diskutierten sie mit dem Vortragenden Anders Wijkman über die Kreislaufwirtschaft und die Möglichkeiten zu ihrer praktischen Umsetzung. Anders Wijkman ist Co-Präsident des Club of Rome, Berater des schwedischen Umweltinstituts und Vorsitzender des schwedischen Verbands der Recyclingindustrie. Seit März 2017 hat er außerdem den Vorsitz der Climate-KIC inne, der größten Initiative rund um Innovation zum Thema Klimawandel der EU. Er ist in verschiedenen weiteren Gruppen und Initiativen zum Thema Klimawandel und Recycling aktiv, unter anderem ist er Mitglied in der Schwedischen Königlichen Akademie der Wissenschaften.

Wijkman erklärt in seinem Vortrag, dass heute immer noch eine veraltete und verhängnisvolle Annahme aus der Ökonomielehre nach Adam Smith weiterbesteht: die, dass eine verhältnismäßig kleine Menge an Menschen auf einem großen Planeten lebt. Aber die Menschheit würde fünf Erden verbrauchen, wenn jede heute lebende Person so leben würde wie jene in den USA. Die Folgen sind beispielsweise steigende Konzentration von CO2, Lachgas und Methan in der Atmosphäre, Überfischung, Bodendegradation und der Verlust der Biodiversität. Zusätzlich werden täglich weltweit enorme Mengen an Plastikmüll produziert und natürliche Ressourcen ausgebeutet und das immer mehr. Denn der Verbrauch in den Ländern steigt nicht nur mit dem Bevölkerungswachstum, sondern zusätzlich auch mit dem von Wirtschaft und Konsum.

Lange Zeit sei das Wirtschaftswachstum ein Segen gewesen, nun befindet sich die Welt aber in einer anderen Phase; sie ist an ihre Grenzen gestoßen und eine andere Strategie sei notwendig. Um negatives Wirtschaftswachstum zu verhindern, möchte Wijkman das Konzept hinter dem Wachstum überarbeiten und zwar von einem linearen hin zu einem zirkulären, sodass wirtschaftliches Wachstum nicht mehr automatisch mit Ressourcenverbrauch einhergeht. Die Kreislaufwirtschaft sei eine Möglichkeit, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren, etwa durch Recycling, Re-Use, Reparieren, längere Produktlebenszyklen, Produktservicesysteme (nutzen statt kaufen) und weitere Maßnahmen, die dafür sorgen, dass Ressourcen möglichst lange im Kreislauf bleiben.

Damit die Circular Economy eine reale Verbesserung bringen kann, plädiert Wijkman zusätzlich für die Förderung von Energieeffizienz, erneuerbaren Energien, öffentlichem Verkehr, eine effizientere Infrastruktur in den Städten und EU-weite Regelungen für den Umgang mit Schadstoffen sowie geringere Mehrwertsteuer auf Reparatur, Wiederverwendung und Recyclingprodukte und Annäherung der Steuersätze für Arbeit und Ressourcenverbrauch.

Zum 9. Austria Glas ReCIRCLE, der am 21. Juni in der Bel Etage im Café Landtmann stattfand, meinte Harald Hauke, Geschäftsführer der Austria Glas Recycling GmbH, dass sich deutlich zeige, dass die Kreislaufwirtschaft in Österreich und weltweit ein vielbeachtetes Thema ist, mit dem sich viele VordenkerInnen aus verschiedenen Bereichen auseinandersetzen.

Zu den Artikeln der AGR geht es hier … und hier ...


04. 40 Jahre Glasrecycling:
AGR erreicht neues Rekordergebnis in der Altglassammlung

Geschäftsführer Dr. Harald Hauke und
Prokurist DI Dr. Haymo Schöner
© Austria Glas Recycling/Wolfgang Fürst

2017 feiert die Austria Glas Recycling nicht nur ihren 40. Geburtstag, sondern auch das Rekordergebnis von 235.700 Tonnen Altglas.

1977 startete die Altglassammlung in Österreich. Das Altglassammelsystem der Austria Glas Recycling (AGR) ist somit eines der wenigen Recyclingsammelsystem, das älter ist als die kommunale Umwelt- und Abfallberatung. Heute ist die Non-Profit-Organisation AGR ein Unternehmen der Altstoff Recycling Austria (ARA), das gemeinsam mit privaten und kommunalen Entsorgungsunternehmen das Glasrecyclingsystem steuert und organisiert, unterstützt von den Kommunen und deren AbfallberaterInnen.

Während 1978 noch 29.200 Tonnen Altglas gesammelt wurden, waren es im letzten Jahr schon 235.700 Tonnen, das sind 600 Tonnen mehr als noch 2015 und ein neues Rekordergebnis. Die Menge an recyceltem Altglas ist in den letzten 40 Jahren somit auf das Achtfache gestiegen.

Der große Vorteil vom Glasrecycling ist, dass es sich um das einzige "echte" Recycling handelt, weil es nicht mit einem Qualitätsverlust bei den gewonnen Sekundärrohstoffen einhergeht. Kein anderes Material lässt sich so optimal wiederverwerten. Das Sammeln und die Verwertung von Altglas leisten einen wertvollen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz, denn je 10 % Altglas bei der Neuproduktion reduzieren 3 % Energieverbrauch und 7 % CO2-Emissionen. Die jährliche Einsparung an elektrischer Energie durch Glasrecycling entspricht dem Jahresbedarf von etwa 51.000 Haushalten. Laut AGR-Geschäftsführer Harald Hauke gehört Österreich Dank der kontinuierlichen Optimierung des Glasrecyclingsystems, der Zusammenarbeit mit hervorragenden Partnerunternehmen und dem konsequenten Dialog mit der Bevölkerung zu den Top-Glasrecyclingländern Europas.

Die AGR engagiert sich über das Glasrecycling hinaus für nachhaltige Unternehmensführung und den Stakeholderdialog. So werden etwa regelmäßige Glas ReCIRCLE veranstaltet, siehe auch Abschnitt 02 in diesem Newsletter.

Mehr Infos gibt es hier...
Den Artikel zum AGR-Jubiläum im VABÖ-Newsletter vom Jänner gibt es hier ...


05. Kampagne Reinwerfen statt Wegwerfen:
Voting für die sauberste Region Österreichs

© Reinwerfen statt Wegwerfen

Noch bis 21. Juli 2017 können Sie die sauberste Region Österreichs wählen. Die Finalisten sind die Gemeinden Assling, Fels am Wagram, Himberg, Kirchdorf, Wien, Wiener Neudorf und das Land Niederösterreich. Voten Sie mit!

Die Finalisten für die sauberste Region Österreichs stehen fest. Die Sieger-Region wird zu 50 % aus dem Voting und zu 50 % von einer Fachjury ermittelt. Zum Voting kommen kreative und engagierte Projekte, die Abfallprobleme bekämpfen. In der Gemeinde Assling in Osttirol etwa hat ein Umweltberater gemeinsam mit Volksschülern einen „Anti-Littering-Faden“ an einen Weidezaun gehängt, an dem die Abfälle, die entlang des Zauns herumlagen, für alle sichtbar befestigt wurden.

In Fels am Wagram wurde ein „Putz dich fit“-Spaziergang veranstaltet, bei dem SchülerInnen, Eltern und Angehörige Wege und Straßen von Abfällen säuberten und gleichzeitig an einem Fitnessprogramm teilnahmen. In Himberg führen SchülerInnen über mehrere Schuljahre ein Umweltprojekt durch, zu dem auch Schilder gegen Littering gehören. In Kirchdorf betreibt eine Abfallberaterin einen Anti-Wegwerf-Blog und erreicht damit LeserInnen weit über ihre Region hinaus.

Wien gilt bereits als eine der saubersten Metropolen Europas, das ist unter anderem der „Aktion Saubere Stadt“ zu verdanken, die 2007 ins Leben gerufen wurde und unter anderem bewusstseinsbildende Maßnahmen beinhaltet. Das Projekt „Wiener Neudorf picobello“ hat in Wiener Neudorf eine Reihe Neuerungen eingeführt, die von den Volksschulen bis zum Rathaus reichen und auch eine jährliche Flur- und Straßenreinigungsaktion miteinschließen. In Niederösterreich wurden mit dem Konzept „Sei ein Held, lass nichts liegen!“ Unterrichtsmaterialien erstellt, um das Umweltbewusstsein der niederösterreichischen SchülerInnen zu stärken.

Zum Voting für die sauberste Region und den ausführlichen Projektbeschreibungen geht es hier ...
Mehr Informationen gibt es auch auf Facebook...


06. Kreislaufwirtschaft in der EU:
Pionierländer und Blockierer

Die grünen Länder unterstützen höhere
Recyclingziele
© Eurostat 2015/EEB, Screenshot RepaNet

Österreich ist nicht nur ein Vorbild, was das Recycling betrifft, sondern auch in seiner tatkräftigen Unterstützung in den Verhandlungen um die EU-weiten höheren Recycling-Ziele. Beim Re-Use sieht es anders aus.

Mehrere NGOs, darunter das Europäische Umweltbüro (EEB), Friends of the Earth Europe und Zero Waste Europa, haben eine Studie dazu durchgeführt, welche Länder die Circular Economy in der EU fördern und welche weniger, indem sie die Verstärkung der Abfallrichtlinien in der EU, etwa durch höhere Recyclingziele (65 % der Abfälle) und ambitioniertere Re-Use-Ziele, bessere Abfalltrennung, Abfallreduktion und Richtlinien für die EU-weite Herstellerverantwortung, unterstützen. Diese Maßnahmen wurden bereits im März im EU-Parlament beschlossen.

Die interaktive EU-Karte auf der Seite des Europäischen Umweltbüros, die die Unterstützer und Blockierer anzeigt, führt an, welche Ziele von den einzelnen EU-Ländern unterstützt werden und welche nicht. Beim Thema Recycling ist sie etwa zur Hälfte rot und zur anderen Hälfte grün eingefärbt. Grün sind jene Länder, die höhere Recyclingziele unterstützen, zu ihnen gehören unter anderen Österreich, Frankreich, Italien, Griechenland und Rumänien.

Österreich ist laut Studie ein Vorreiter im Recycling und folgt mit seiner Unterstützung der höheren EU-Recyclingziele dem bereits vorhandenen positiven Trend. Italien hat in den vergangen Jahren seine Recyclingrate verdoppelt, einzelne Gemeinden haben noch ambitioniertere Ziele erreicht, die Stadt Parma trennt beispielsweise bereits 70 % der Abfälle. Obwohl Rumänien sehr niedrige Recyclingraten aufweist, ist das Land in den Verhandlungen für strenge Richtlinien eines der engagiertesten.

Die Länder in rot lehnen die Maßnahmen entweder ab oder wollten vorab keine klare Stellung beziehen. Zu letzteren gehören Deutschland, Polen, Irland, Slowenien und Kroatien, diese Länder wollen ihre Position nicht offen legen. Während Dänemark, Finnland, Ungarn, Litauen und Lettland die Frage nach ihrer Unterstützung klar verneinen. Beim Re-Use sieht die Karte anders aus: Nur noch Griechenland, Frankreich, Belgien und Spanien unterstützen höhere Re-Use-Ziele. Österreich möchte nur unter der Bedingung zustimmen, dass eine adäquate und gemeinsame Methodik für Re-Use entwickelt wird, was vom Europäischen Umweltbüro positiv gewertet wird. Interessant ist wiederum Rumänien: Das Land unterstützt zwar die höheren Recyclingziele, aber das gilt nicht für die verbindlichen Re-Use- Ziele. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Rumänien, da es in der EU am wenigsten Abfall pro Kopf produziert, nur begrenztes Potential für Re-Use hat. Ende Mai wurde das Maßnahmenpaket bereits in allen drei EU-Institutionen verhandelt. Während die Europäische Kommission und das Parlament hinter den von ihnen eingebrachten ambitionierten Zielen stehen, zeige der Rat der Europäischen Union nicht genug Ehrgeiz für strengere Abfallmaßnahmen, so das Europäische Umweltbüro. Bis zum Ende des Jahres wird eine Einigung der drei Institutionen auf einen finalen Gesetzestext erwartet.

Mehr Hintergrundinfos und die interaktive Karte zum Klicken gibt es hier ...
und hier...


07. Geld für Schrott in Ägypten:
Staatliche Kiosks kaufen Recyclingstoffe von Haushalten

Foto: © Ola Noureldin/Egypt Independent

Im Rahmen eines Pilotprojekts kaufen vom Staat betriebene Kiosks in Kairo recycelbare Materialien von Privatpersonen, um dem Abfallproblem der Stadt entgegenzuwirken. Laut den Daten der Weltbank werden in Kairo jeden Tag mehr als 15.000 Tonnen Restmüll produziert, wovon nur 60 Prozent behandelt werden, die restlichen 40 Prozent bleiben auf den Straßen liegen. (Quelle: Egypt Independent)

Um die Straßen sauber zu halten und das Abfallaufkommen in Kairo zu verringern, haben staatliche Kiosks im Bezirk Heliopolis im März angefangen, den Einwohnern recycelbare Abfälle wie Dosen, Glas, Plastik, Papier und Karton abzukaufen.

Der Gouverneur von Kairo meint, die Initiative ermutige die Menschen dazu, ihre Abfälle zuhause zu trennen und selbst zu bewerten, welche davon sie für die Wiederverwertung zum Kiosk bringen können. Zu Beginn der Aktion kamen durchschnittlich 200 Leute pro Tag zu den Kiosks, die Behörden rechnen mit bis zu 500 pro Tag über die folgenden Monate.

Die beiden Parlamentsabgeordneten, die die Initiative anführen, Nadia Henery und Sherine Farrag, werden die Resultate über die kommenden Monate evaluieren. Ihr Ziel ist es, die Menschen für Recycling zu motivieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, für die Sauberkeit ihres Landes Verantwortung zu übernehmen, sagt Nadia Henery. Wenn das Pilotprojekt erfolgreich ist, möchten sie in ganz Kairo solche Kiosks aufstellen.

Die Kiosks kaufen die getrennt gesammelten Materialien zu fixen Preisen an, die vor den Kiosks auf Schildern angezeigt werden. Auch wenn die Preise nicht besonders hoch seien, könnten viele Haushalte das zusätzliche Einkommen gut gebrauchen, meint Kiosk-Inhaber Ibrahim.

So sieht etwa Mayar Mohamed, die gemeinsam mit ihren Kindern Plastik und Dosen rund um ihr Haus sammelt, die Initiative als gute Möglichkeit, etwas dazu zu verdienen, nachdem die Inflation in Ägypten seit November über 30 Prozent gestiegen ist. Die Behörden hoffen zwar, dass die Menschen in Zukunft auch ohne finanzielle Anreize weiter recyceln werden, aber Ibrahim glaubt, dass das Geld der hauptsächliche Antrieb für Mülltrennen und Re-Use bleiben wird. Es gab in der Vergangenheit bereits mehrere Versuche, die Bevölkerung zum Mülltrennen zu motivieren, aber alle blieben ohne Erfolg.

Die Frage des Independent, ob mit dem neuen Projekt die Zabbaleen aus dem Geschäft verdrängt werden, verneint Ibrahim. Im Zabbaleen-Viertel lebt eine ganze Gemeinschaft von etwa 6.000 Personen vom Abfallsammeln, Recyceln, Sortieren und Verkaufen von Altstoffen. Ibrahim meint, wenn die Zabbaleen mit den Kiosks zusammenarbeiten, werde das Projekt noch erfolgreicher sein.

Zum Artikel auf Egypt Independent (Englisch) hier ...

 

Dieser Newsletter wird gefördert vom:
Ministerium für ein lebenswertes Österreich

© 2017, VABÖ–Verband Abfallberatung Österreich. Alle Rechte vorbehalten.