VABÖ-Newsletter Dezember 2016

Verband Abfallberatung Österreich (VABÖ)

14.12.2016

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

VABÖ-Mitgliederumfrage 2016:
Österreichs Abfallberatung im „Stresstest“

Abfallberatung in Österreich
Abfallberatung ist eine anspruchsvolle Arbeit
Foto: ATM/Alexander Würtenberger

Bereits zum zweiten Mal führte der VABÖ im März 2016 unter den Umwelt- und AbfallberaterInnen eine große Befragung durch, mit teils erfreulichen, teils alarmierenden Ergebnissen: Das Durchschnittsalter stieg gegenüber der letzten VABÖ-Umfrage von 46,3 auf 49,5 Jahre, offenbar gab es seit der letzten Befragung trotz Pensionierungen und Neuzugängen keine Verjüngung in unseren Reihen.

Immer drängender wird daher die Nachwuchsfrage und damit verbunden die Frage nach Berufsbild und Ausbildung. Die KollegInnen aus der Aufbauphase der 80er und 90er nähern sich dem verdienten Ruhestand, unser Beruf braucht einen Relaunch! Das ist vielen nur zu gut bewusst, deshalb war die Rücklaufquote zum Fragebogen diesmal noch deutlich höher als 2013.

Fazit: Der VABÖ wird – neben Umsetzung zahlreicher Anregungen und Verbesserungsvorschlägen aus den Rückmeldungen – sich nun verstärkt der Neudefinition von Berufsbild und Entwicklung von fachspezifischen Qualifizierungsanforderungen widmen, die in ein System von konkreten Ausbildungsmodulen gegossen werden sollen, von denen viele bereits am Markt verfügbar sind, einige aber neu entwickelt werden müssen. Dabei werden wir in unserer Rolle als Fachvertretung mit allen relevanten Stakeholdern intensiv zusammenarbeiten, vor allem naturgemäß mit den Trägern der Abfallberatung, den Kommunen, und den Finanzierungspartnern der Personalkostenzuschüsse, den Systemen.

Ein paar ausgewählte Ergebnisse:

  • Das Durchschnittsalter stieg gegenüber der letzten VABÖ-Umfrage von 46,3 auf 49,5 Jahre
  • Das durchschnittliche Dienstalter stieg leicht von 15 auf 16 Jahre
  • 97% sehen Bedarf für ein spezielles Ausbildungsprogramm für den Beruf Umwelt- und AbfallberaterIn, das derzeit am Markt nicht verfügbar ist. Ein solches Programm wird mehrheitlich berufsbegleitend und modular geblockt gewünscht.
  • AbfallberaterInnen sehen ihren eigenen Beruf durchwegs als wichtig und relevant an, haben aber das Gefühl, dass sie von der Öffentlichkeit nicht so wichtig gesehen werden.
  • Mit ihrem Arbeitsplatz sind 82 % sehr oder eher zufrieden.
  • 90% gaben an, während ihrer Tätigkeit bisher erfolgreich Verbesserungen im Arbeitsfeld umgesetzt zu haben, diese sind zu fast 70% mit dem Erreichten auch eher zufrieden.
  • Die Nutzung Sozialer Medien in der Kommunikationsarbeit liegt erschreckend niedrig und hat sich seit 2013 auch nicht signifikant erhöht.

Von den 397 angeschriebenen KollegInnen haben 160 den Fragebogen ausgefüllt, Diese Rücklaufquote ist noch höher als bei der letzten Befragung 2013, wo bereits 107 von 420 KollegInnen geantwortet hatten – derartig hohe Rücklaufquoten sind bei Mitgliederbefragungen sehr selten und zeigen die hohe Motivation der AbfallberaterInnen zur bundesweiten Zusammenarbeit.

Die Zufriedenheit mit dem VABÖ, dessen Medien und Aktivitäten ist durchwegs gut, doch gab es auch viele Wünsche und Verbesserungsvorschläge. Wie schon 2013 wird der VABÖ im Rahmen seiner bekanntlich sehr begrenzten Möglichkeiten versuchen, einige davon umzusetzen.

Die Umfrage wurde im Rahmen einer Kooperation mit dem Institut für Marketing & Consumer Research der Wirtschaftsuniversität Wien im Rahmen einer Diplomarbeit von Carina Muxel, betreut von Mag. Sandra Holub, durchgeführt – der VABÖ bedankt sich herzlich bei allen Kooperationspartnerinnen!

Download des kompletten Umfrageberichtes hier ...


02. Blog-Pamphlet von Matthias Neitsch:
Leben nach dem Wachstum – Entwicklung nachhaltiger Lebensstile für die Post-Krisengesellschaft

Entwicklung nachhaltiger Lebensstile
Alte alpine Wegmarkierungen: Schwer zu
finden, aber Wegweiser zu den besten “Durchgängen”
Foto: Matthias Neitsch

Matthias Neitsch, bekannt für seine oft ketzerischen Ansichten, veröffentlicht nun in der "wunderbaren Welt des Glasrecyclings", einem Blog der Austria Glas Recycling, seine sehr persönliche Ansicht zur Rolle nachhaltiger Lebensstile bei einer durch den Crash des Geldsystems erzwungenen gesellschaftlichen Transformation in eine "Post-Wachstumsgesellschaft". Eine zentrale Rolle dabei spielen neben der kommunalen Umwelt- und Abfallberatung auch die vorwiegend sozialwirtschaftlichen Re-Use-Betriebe und die Reparaturinitiativen.

Neitsch meint, der Finanz-Crash sei unausweichlich, die Konsequenzen seien derzeit unvorhersehbar aber mit Sicherheit dramatisch. Doch die Gesellschaft hat Möglichkeiten, sich darauf so vorzubereiten, dass die zerstörerischen Folgen abgemildert werden können. Trotz derzeit dafür denkbar ungünstiger und sich sogar noch verschlechternder Rahmenbedingungen wachsen viele kleine, von positiv denkenden Menschen getragene Start-Ups, Social Entrepreneurs, zivilgesellschaftliche Initiativen, kooperative Organisationsformen, experimentelle Lebens- und Wirtschaftsformen und alternative Geschäftsmodelle heran, deren wirtschaftlicher Erfolg nicht auf monetärem Profit sondern auf der Idee von einem guten Leben für alle basiert. Ihre Stärke liegt in ihrer Vielfalt, ihrer Kleinheit, ihren menschlichen Beziehungs-Vernetzungen und in ihrem hohen werte-basierten Engagement.

Menschen, die in der regionalen Öffentlichkeitsarbeit tätig sind, wie kommunale Umwelt- und AbfallberaterInnen, haben eine Schlüsselrolle bei der Bewusstseinsarbeit für diesen Wandel, denn: Je mehr Menschen in solchen Initiativen und Organisationen arbeiten, sie ideell und materiell unterstützen und ihnen ihre Produkte und Leistungen abkaufen, anstatt finanzmarkt-dominierte globale Konzerne zu unterstützen, bei gleichzeitiger Reduzierung des materiellen Konsums auf ein menschliches Maß, desto besser vorbereitet wird die Gesamtgesellschaft auf temporäre Ausfälle von Zahlungs- und Warenverkehr, Lücken staatlicher Sicherungsleistungen und sogar gewaltbereite und hassbasierte politische Strömungen vorbereitet sein und desto besser wird ein Neubeginn mit einer nachhaltigeren Wirtschaftsform gelingen.

Neitsch ist Sprecher des Verbandes Abfallberatung Österreich, Autor der Schwerpunktausgaben des VABÖ-Blattes und sehr aktiv in diversen Gremien der Abfallwirtschaft und Sozialwirtschaft in Österreich und auf EU-Ebene, daneben leitet er auch die Geschäftsstelle von RepaNet, dem Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich.

Zum Blogbeitrag gehts hier ...


03. Initiative "Reinwerfen statt Wegwerfen!":
Littering-Schwerpunktausgabe des VABÖ-Blattes

VABÖ-Blatt Nr. 3/2016
Foto: Alexander Würtenberger

Bereits vor 2 Jahren widmete sich das VABÖ-Blatt mit einer Schwerpunktausgabe dem Thema Littering. Damals wurden besonders die psychologischen Aspekte behandelt, diesmal geht es intensiver in die Projektpraxis, vor allem geplante Projekte für 2017. Für diese Praxis gibt es seit 2012 die bundesweit koordinierte Kampagnenplattform „Reinwerfen statt Wegwerfen“ - Zeit also, dieser Initiative einmal ein eigenes VABÖ-Blatt zu widmen.

Anti-Littering-Aktionen bieten im Gegensatz zu anderen Methoden der Öffentlichkeitsarbeit die ideale Möglichkeit, durch aktives Tun, z.B. bei Outdoor-Littering-Aktionen wie Flurreinigungen, vom Bewusstsein zum Handeln zu gelangen und hier Verhaltensroutinen zu erzeugen, die durch reine „Aha“-Effekte des Verstandes noch nicht entstehen können.

Somit eignet sich Littering wie kaum ein anderes Thema als Vehikel, um alle in der Umwelt- und Abfallberatung wichtigen Themen und Botschaften zu transportieren und über die persönliche emotionale Betroffenheit und unterbewusste Wunschvorstellungen auch nachhaltig im Bewusstsein zu verankern. Es bieten sich Anknüpfungspunkte zur Abfallvermeidung, zum nachhaltigen Konsum, zur getrennten Sammlung und Verwertung, zu Bioabfallsammlung, Kompostierung, Humuskreislauf, zum Thema Lebensmittelabfälle, Ressourcenschonung, Materialkunde und noch viel mehr – alles „Hirnthemen“, die über Littering-Aktionen mit Emotion („Bauch“) verknüpft werden können.

Anti-Littering-Aktionen sprechen alle Sinne an und können daher Lernerfahrungen, wenn diese gut in die Aktion eingebaut werden, nachhaltig verankern. Ziel ist daher nicht allein die saubere Landschaft, sondern auch korrekte Abfalltrennung im Alltag und bewussterer Konsum und Umgang mit Ressourcen. Wie bei kaum einem anderen abfallwirtschaftlichen Thema lassen sich in Anti-Littering-Aktionen die unterschiedlichsten Aktionsformen und Inhalte miteinander verbinden: Von Outdoor-Action über Social Media-Kommunikation bis hin zu kritischer Auseinandersetzung mit Konsumverhalten, Rohstoffschonung und Umweltschutz.

Zahlreiche Anregungen, Tipps für Materialien und weiterführende Infos für die praktische Arbeit finden Sie im aktuellen VABÖ-Blatt Nr. 3/2016,
Download hier ...


04. Petition zugunsten unseres Bodens:
Europäische BürgerInneninitiative "People4Soil" für EU-weites Bodenschutzgesetz

People4Soil
People4Soil

In Europa gibt es noch kein Gesetz, das den Boden schützt. Die Initiative People4Soil über die der VABÖ im Newsletter bereits berichtete, will nun durch das direktdemokratische Mittel einer "Europäischen BürgerInneninitiative" Druck auf die europäischen Institutionen machen, damit spezifische Gesetzte für den Bodenschutz eingeführt werden, sodass Prinzipien und Regelungen für alle EU-Mitgliedstaaten festgesetzt werden. Bis September 2017 müssen mindestens 1 Million BürgerInnen aus mindestens sieben EU-Mitgliedstaaten die Initiative People4Soil unterstützen, damit sie die gewünschte Wirkung erzielt und die Europäische Kommission einen Gesetzesvorschlag in Sachen Bodenschutz erarbeitet.

Für Österreich ist dies besonders bedeutend, denn Österreich ist europäischer Spitzenreiter im Bodenverbrauch. Aber auch Erosion, Versiegelung, Verluste organischer Substanzen, Verdichtung, Versalzung, Erdrutsche, Überschwemmungen und Verunreinigung sind hierzulande Problemfelder. Eine breite Unterstützung dieser Aktion ist daher immens wichtig. EU-weit unterstützen bereits über 400 Organisationen People4Soil. Der Umweltdachverband fungiert als nationale Koordinationsstelle der Bürgerinitiative in Österreich.

Boden ist eine entscheidende strategische Ressource Europas, da er die Ernährungssicherheit, die Erhaltung der biologischen Vielfalt und die Bekämpfung des Klimawandels gewährleistet. Es ist an der Zeit, die Böden Europas zu schützen.

Die wichtigste Ziele sind:

  • Anerkennung des Bodens als gemeinsames Gut, das auf EU-Ebene geschützt werden muss, da Böden die maßgeblichen Vorteile im Zusammenhang mit dem menschlichen Wohlergehen und der ökologischen Widerstandsfähigkeit bieten.
  • Entwicklung eines spezifischen und verpflichtenden Rechtsrahmens, um Böden vor den größten Gefahren zu schützen: Erosion, Versiegelung, Verlust an organischer Substanz und an Artenvielfalt sowie Verseuchung.
  • Angemessene Erfassung und Senkung von Treibhausgasemissionen aus Land- und Forstwirtschaft.

Bis September 2017 sind EU-weit 1 Million Unterzeichnungen (online) nötig, um die entsprechende EU-Gesetzesinitiative zu starten. Es kommt daher nun darauf an, die Initiative breit zu bewerben, z.B. durch Gemeindemedien, Abfallverbands-Medien, bei Veranstaltungen, wo es z.B. um Bioabfall, Lebensmittelabfallvermeidung, Kompostierung etc. geht, eigene Aufrufe per Mail, Beiträge in Social Media Netzwerken, Newsletter-Beiträgen und natürlich dem Weitersagen an Familie, Freunde, Bekannte, und dergleichen mehr. Gerade über die Umwelt- und Abfallberatung stehen ausgezeichnete Kommunikationskanäle zur Verfügung.

Weitere ideelle Unterstützung stellt die Nennung der eigenen Organisation als Unterstützer auf der People4Soil-Website dar, z.B. des Abfallwirtschaftsverbandes, Entsorgungsunternehmens, Betriebes, Gemeinde. Auch der VABÖ unterstützt die Initiative. Mit dieser Unterstützung wird der Initiative noch mehr Gewicht verliehen, über 400 Organisationen haben diesen Schritt bereits gesetzt. Auf www.people4soil.eu können die Verantwortlichen ihre Organisation eintragen – kostenfrei und mit keinerlei Verpflichtungen verbunden.

Zur Petition und Homepage von People4Soil geht's hier...


05. Sensibilisierung der Jugend in Malawi:
Richtiges Abfallmanagement soll zum Lifestyle werden

Abfallmanagement in Malawi
Malawi arbeitet an Verbesserung der
Abfallbewirtschaftung
Foto: mwnation.com

Zu Afrika kursieren bei uns meist verzerrte Klischees von einer Gesellschaft fernab von jedem Engagement für Umwelt und Ressourcenmanagement. Das sollten wir korrigieren, denn immer wieder gibt es interessante Initiativen, die unter den gegebenen Umständen (fehlende finanzielle Ressourcen, oft instabile Rahmenbedingungen) um so bewundernswerter sind. So zeigten diesen Sommer malawische SchülerInnen der Primar- und Sekundarstufe bei einer Bewusstseinsbildungs-Veranstaltung verschiedene Aktivitäten, wie sie nachhaltig mit Abfall umgehen. Sie wollen damit ihrer Mitwelt zeigen, dass Abfall nicht wertlos ist und richtiges Abfallmanagement ein guter Lebensstil ist. (Quelle: allafrica)

Organisiert wurde die Veranstaltung von "Our World International" (OWI). Steven Chiunjira, der Geschäftsführer, empfahl auf diesem Weg der Jugend, richtiges Abfallmanagement zum Lifestyle zu machen und sich in Sachen Nachhaltigkeit und richtigem Umgang mit Abfall zu engagieren. Ziel ist es, Abfallbehandlungsprobleme langfristig durch die heranwachsenden Generationen zu lösen, beispielsweise durch Re-Use und Recycling.

Chiunjira: "In Malawi wird mit Abfall nicht gut gewirtschaftet, aber es ist möglich, ein sinnvolles Abfallmanagementsystem zu entwickeln, wenn wir eine gemeinsame Vision haben, die wir verfolgen. Jedes mal wenn wir Müll an einem dafür nicht vorgesehen Ort ablagern, unterstützen wir die Ausbreitung vermeidbarer Krankheiten."

Ziel ist es also, die jungen Menschen so vorzubereiten, dass sie jetzt schon beginnen, einen nachhaltigeren Lebensstil zu führen und somit nicht nur große Umweltprobleme und dadurch entstehende Krankheiten zu vermeiden, sondern auch Abfall als wichtige Ressourcen zu sehen, die für Recycling verwendet werden können.

Nähere Infos (Englisch) hier... und hier...


06. Praktische Tipps für ethischen Konsum im Alltag:
Nachhaltig leben mit Kindern

Nachhaltig leben mit Kindern
Nachhaltig leben mit Kindern

Umfragen besagen, dass mehr als die Hälfte der österreichischen VerbraucherInnen an nachhaltigem Konsum interessiert ist – allerdings setzen nur etwa zehn Prozent der Befragten dieses Anliegen auch in die Praxis um. Mit ein Grund: Das Fehlen von Informationen und praktikablen Empfehlungen für den Alltag. Hier setzt das neue KONSUMENT-Buch „Nachhaltig leben mit Kindern“ an. Die Publikation bietet eine reichhaltige Sammlung an Tipps für einen verantwortungsvollen und bewussten Lebensstil und zeigt, was Eltern und Kinder gemeinsam tun können, um zu einer sauberen Umwelt und fairen Arbeitsbedingungen beizutragen. (Quelle: KONSUMENT)

Das Verlangen nach immer neuen Konsumgütern bringt unseren Planeten aus dem Gleichgewicht. Die weltweiten Ressourcen – Rohstoffe, Wasser und Land – sind nicht unerschöpflich. Die Müll-Lawine nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Doch das muss nicht so sein. Das KONSUMENT-Buch „Nachhaltig leben mit Kindern“ analysiert die aktuelle Entwicklung und zeigt zahlreiche konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Die Devise: „Benutzen statt besitzen“ und „Reparieren statt wegwerfen“.

Von der Windel über richtige Ernährung bis zum ersten Handy: Es gibt viele Möglichkeiten, mit Kindern einen ökologischen und achtsamen Lebensstil zu pflegen. Das beginnt bei alternativen Konsummodellen wie Tauschbörsen und reicht bis zur Wahl der passenden Schule. Wie Eltern ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und unserer Umwelt ohne erhobenen Zeigefinger nahebringen, wird in diesem Buch ebenso behandelt wie der richtige Umgang mit dem Einfluss der Werbung. In diesem Sinn ist das KONSUMENT-Buch eine Einladung an alle Eltern, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und ihr Wissen an die nächste Generation weiterzugeben.

Mehr Infos hier...


07. NÖ Umweltverbände präsentieren:
Premiere des Films „Sei ein Held! Lass nichts liegen!“

Animationsfilm Sei ein Held
v.l.n.r:Präsident der NÖ Umweltverbände
LAbg. Bgm. Anton Kasser, Landesrat
Dr. Stephan Pernkopf, Film-Regisseurin
DI Mag. Anna Parisa Ehsani,
Landesschulratspräsident Mag. Johann Heuras
mit Kindern des Chors der VS Ruprechtshofen
Foto: NÖ Umweltverbände

Der neue Animationsfilm „Sei ein Held! Lass nichts liegen!“ feierte am 7. November 2016 im Kino Mank Premiere. In dem Streifen wird auf kindgerechte Weise vermittelt, welche negativen Auswirkungen achtlos weggeworfener Müll bei einem Picknick haben kann und welche Probleme Tiere mit den verschiedenen Abfällen haben, die dadurch im Wald zurückbleiben. Hauptaugenmerk wurde bei dem Film der NÖ Umweltverbände und des Landes NÖ auf die Zielgruppe der Volksschulen gelegt.

Am 7. November 2016 fand die Premiere des neuen Animationsfilms im mit 140 Besucherinnen und Besuchern prall gefüllten Saal des Kinos in Mank statt. Beim Festakt mit Landesrat Dr. Stephan Pernkopf, Landesschulratspräsidenten Mag. Johann Heuras sowie dem Präsidenten der NÖ Umweltverbände LAbg. Bgm. Anton Kasser und der anschließenden Premierenfeier wurde die pädagogische Bedeutung des Films hervorgehoben und als unbedingt sehenswert ausgezeichnet.

„Die Bewusstseinsbildung zum Thema Abfallwirtschaft vor allem bei Jugendlichen und Kindern hat bereits eine lange Tradition. Nun wurde mit diesem Animationsfilm ein weiterer wichtiger Schwerpunkt bei VolksschülerInnen gesetzt. Es freut mich daher, dass der gelungene Film ab sofort von allen Volksschulen in Niederösterreich kostenlos bestellt und im Unterricht eingesetzt werden kann“, meint Landesrat Dr. Stephan Pernkopf.

Der Präsident der NÖ Umweltverbände LAbg. Bgm. Anton Kasser gibt zu bedenken: „Müll muss richtig entsorgt werden und darf nicht achtlos in der Natur weggeworfen werden! Das auf dieses Thema noch stärker Bewusst gemacht werden muss, sehen wir bei der jährlichen Frühjahrsputzaktion der NÖ Umweltverbände: Mit 35.000 Freiwilligen von Jung bis Alt wurden 2016 bei 620 Flurreinigungen insgesamt 225 Tonnen Müll und Unrat aus der Natur entfernt.“

Zum Inhalt des Films: In dem Film werden Kindern die Auswirkungen deutlich gemacht, die achtlos weggeworfener Abfall in der Natur für die Tierwelt nach sich ziehen können. Spannend geschildert, geht es um Menschen, die den Wald, laut und ignorant betreten und anfangs die Landschaft mit einem Picknick in Mitleidenschaft ziehen. Zum Schluss gibt es ein Happy End, denn die BesucherInnen kommen zum Picknickplatz zurück, reinigen diesen und bringen die Abfälle zur Sammelstelle.

Der 8-minütige Animationsfilm deckt mit dem Begleitmaterial eine große Bandbreite rund um dieses wichtige Thema ab: Abfall vermeiden, Stopp der Landschaftsverschmutzung, Abfalltrennung sowie in der erweiterten „EinfachWeg“-Mappe auch Weiterbildungsmöglichkeiten von PädagogInnen für PädagogInnen. In einem Booklet befindet sich zusätzlich zum Film ein Büchlein. Außerdem gibt es kindgerechte Arbeitsanweisungen und auch Sticker. Auf der DVD befinden sich der Film, das Tutorial, das Lied „Sei ein Held“ und ein Hörbuch. Damit ist „Sei ein Held! Lass nichts liegen“ in vielschichtiger Weise verwendbar. Zielgruppe sind Kinder ab der 2. Schulstufe.

Zum Trailer geht's hier...

Zur Abfallvermeidungs-Hompepage der NÖ Umweltverbände geht's hier...


08. Angst vor Gegenreaktion - Soziale Selbstregulation hat Grenzen:
UmweltsünderInnen sind Zivilgesellschaft egal

UmweltsünderInnen sind Zivilgesellschaft egal
Foto: pixelio.de, P. Storz

Menschen, die in aller Öffentlichkeit ungeniert ihren Müll auf der Straße entsorgen, sind der Allgemeinheit zum Großteil egal und müssen nicht mit Sanktionen rechnen. Zu diesem Schluss kommen ForscherInnen der Universität zu Köln, der Universität Innsbruck und der New York University Abu Dhabi in ihrer aktuellen Studie. (Quelle: pressetext.com)

800 Fälle beobachtet
Die ExpertInnen haben untersucht, wie Menschen auf kleine und große Verstöße sozialer Normen im öffentlichen Raum reagieren. Die Analyse widerlegt damit, dass gröbere Normverletzungen von Anwesenden stärker bestraft werden als kleine Verstöße. Zu dem Ergebnis kamen die WissenschaftlerInnen, indem sie das Verhalten von Reisenden an deutschen Bahnhöfen in über 800 Fällen beobachtet haben.

Die Reisenden wurden mit kleinen Verstößen - wie einem weggeworfenen Kaffeebecher - auf der einen Seite sowie größeren Verstößen - wie einem weggeworfenen Kaffeebecher und Müllbeutel - auf der anderen Seite konfrontiert. Die Annahme war, dass die Reaktionen heftiger ausfallen, wenn mehr Müll liegenbleibt, die Übertretung also extremer ausfällt - ein Prinzip, das angefangen beim biblischen "Auge um Auge" bis zur modernen Rechtsphilosophie der gerechten Strafe allgemein verbreitet ist und auch im Labor nachgewiesen werden konnte.

Hohe Toleranzschwelle
Der Umfang der Verschmutzung war laut den WissenschaftlerInnen weder ein Indikator für die Wahrscheinlichkeit noch für die Intensität einer Rüge durch die anwesenden Personen. Stärkere Regelverstöße lösen bei den Anwesenden negativere Emotionen als leichtere Verstöße aus und die Anwesenden sind der Meinung, dass stärkere Verstöße mit einer höheren Strafe geahndet werden sollten. Doch unabhängig von diesem Empfinden bleiben Individuen im Alltag zögerlich, die RegelbrecherInnen angemessen zu rügen oder zu bestrafen.

Die ExpertenInnen vermuten, dass dies mit der Angst vor der Gegenreaktion der RegelbrecherInnen zusammenhängt. Diese ist bei größeren Verstößen größer als bei kleinen. Demnach erwarten die BeobachterInnen bei größeren Verstößen auch eine heftigere Reaktion, wenn die Person anschließend mit einer Rüge konfrontiert wird. Die Studie zeigt, dass die soziale Selbstregulation Grenzen hat. Wir weisen einander auf Fehlverhalten hin, solange es sich in einem bestimmten Rahmen bewegt. Wenn die Übertretung aber extremer ausfällt, versagt diese Selbstregulierung und es braucht Behörden, Polizei und Sicherheitspersonal.

Zusammenfassung hier...

Weitere Informationen hier...

Zur Studie (in Englisch, Online-Version) gehts hier ...


09. Auszeichnung für Austria Glas Recycling
Austrian Sustainability Award für Nachhaltigkeitsbericht 2016 "Saubere Sache"

Austrian Sustainability Award für Nachhaltigkeitsbericht 2016
Foto: Kammer der Wirtschaftstreuhänder

Der Festsaal der Industriellenvereinigung in Wien bot am 10.10.2016 den würdigen Rahmen für die diesjährigen Auszeichnungen mit dem Austrian Sustainability Award (ASRA). Dieser Nachhaltigkeitspreis wird jährlich als Auszeichnung des besten Nachhaltigkeitsberichtes eines österreichischen Unternehmens vergeben und ging dieses Jahr an die Austria Glas Recycling (AGR) - der VABÖ gratuliert herzlich! (Quelle: AGR)

Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht der Austria Glas Recycling 'Saubere Sache' erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Öffentlich/Privat, die AGR darf sich über ihren mittlerweile 11. ASRA in Serie freuen.

Die Jury würdigte

  • eines der wenigen KMUs mit kontinuierlicher Berichterstattung
  • beeindruckend lange Zahlenreihen, gut dargestellt
  • beachtliches Leistungsprogramm
  • starker Mitarbeiterbezug, engagiertes Team
  • tolle Berichtslinie über die Jahre

Folgende Verbesserungspotenziale wurden identifiziert:

  • Berichtslegung ausdrücklicher gemäß der Global Reporting Initiative (GRI)
  • Wesentlichkeitsmatrix darstellen
  • Ziele ausreichend quantifizieren

Austria Glas Recycling versteht die Auszeichnung als Ansporn zur weiteren nachhaltigen Entwicklung des österreichischen Glasrecyclingsystems und dankt allen Partnerorganisationen für die Unterstützung und Mitwirkung.

Zum Austria Glas Recycling Nachhaltigkeitsbericht 2016 geht's hier...

Weitere Infos hier...


10. Interpädagogika 2016 in Wien
Umweltministerium präsentiert seine umweltpädagogischen Angebote

Interpädagogika
Gut besuchter Stand des BMLFUW auf der
Interpädagogika
Foto: BMLFUW

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) hat auf dem schulischen Sektor viel zu bieten: Bei der Lehrmittelmesse Interpädagogika 2016 vom 10. bis 12. November in der Messe Wien präsentierte das BMLFUW einem interessierten Fachpublikum seine zahlreichen Bildungsangebote, denn gerade die MultiplikatorInnen im Bildungssystem spielen eine Schlüsselrolle bei gesellschaftlicher Veränderung hin zu nachhaltigeren Lebens- und Konsumstilen. (Quelle: BMLFUW)

Das BMLFUW hat seine Support-Angebote für die Umweltbildungsarbeit über die Jahre sukzessive ausgebaut und perfektioniert, und so konnten die zahlreichen Initiativen mit den neuesten Lehr- und Unterrichtsmaterialien vorgestellt werden: „Lebensmittel sind kostbar!", „Biber Berti", „Generation Blue“, die „Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik", die Höheren Bundeslehranstalten der Land- und Forstwirtschaft, die Umweltinitiativen „klimaaktiv mobil“ und „Umweltzeichen“ sowie die „Schulmilch- und Schulobstprogramme“. Auch die österreichischen Nationalparks waren vertreten.

Zentrale Themen der Interpädagogika sind Lehrmittel, Ausstattung, Kultur und Sport, von Kleinkindpädagogik bis zum kreativen, lebensbegleitenden Lernen. Die innovativen Angebote sprechen verschiedenste Bildungseinrichtungen an.

Links zu den auf der Bildungsmesse vertretenen Initiativen des BMLFUW:
www.generationblue.at
www.agrarschulen.at
www.agrarumweltpaedagogik.ac.at
www.biberberti.com
www.klimaaktiv.at/mobilitaet
www.schuleinkauf.at
www.bmlfuw.gv.at/lebensmittelsindkostbar
www.bmlfuw.gv.at (Schulmilch)


11. Grenzüberschreitendes Upcycling:
Aus Autoreifen werden flotte Flip-Flops

Flip-Flops aus Autoreifen
Foto: Caritas Tirol

Schuhe aus recycelten Materialien? Upcycling ist nicht nur bei uns im Trend. Aus Uganda kommen innovative Ideen, die aus Abfallprodukten Neues entstehen lassen. Auf Einladung des Welthauses der Diözese Innsbruck fand erst kürzlich ein Tirol-afrikanischer Austausch zum Thema Abfallmanagement im Recycling Zentrum Ahrental statt. (Quelle: ATM)

In Uganda haben sich mit Goeffrey Maloba und Francis Oko zwei kreative Köpfe zusammengetan, um aus alten Autoreifen Sandalen herzustellen. Pro Tag entstehen in mühevoller Arbeit etwa 20 Paar Flip-Flops. Der Vertrieb wurde nun von der Abfallwirtschaft Tirol Mitte und dem Recycling Zentrum Ahrental übernommen. Die lukrierten Projekterlöse kommen zu 100% der Initiative in Uganda zugute und es sind bereits weitere Upcycling-Produkte in Vorbereitung.

 

Dieser Newsletter wird gefördert vom:
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