VABÖ Newsletter Okt./Nov. 2015

17.11.2015

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01. Stadt Graz plant visionär:
Grazer Maßnahmenprogramm zur Abfallvermeidung

Grazer Abfallvermeidungsprogramm
Die 7 R's der Abfallvermeidung
Quelle: Stadt Graz, Umweltamt

Die Stadt Graz hat vor Kurzem ihr ambitioniertes Abfallvermeidungsprogramm veröffentlicht. Erstmals werden die sieben "R's" der Abfallvermeidung (statt bisher drei) postuliert: Reduce, Re-Use, Repair, Rethink, Redesign, Refuse, Recycle. Dazu gibts insgesamt 110 bestehende und künftige Maßnahmenbeschreibungen und Good Practice-Beispiele - dieses Programm setzt Standards!

Das Strategiepapier zeigt zum einen, was die Stadt Graz in den Bereichen Reduce, ReUse und Recycle bereits anbietet und gibt darüber hinaus zahlreiche Anregungen für neue innovative Projekte, die jedermann und jede Frau in ihrem privaten oder beruflichen Umfeld umsetzen
kann, meint Lisa Rücker, zuständige Stadträtin für Umwelt, Kultur und Gesundheit der Stadt Graz. "Das Programm ist sowohl Handlungsleitfaden für die Abteilungen und MitarbeiterInnen der Stadt als auch Motivationskatalog für all jene, die unsere Umwelt noch ein Stückchen besser machen wollen", so Rücker.

Die Grundlagen für das Maßnahmenprogramm zur Abfallvermeidung der Stadt Graz wurden im Auftrag des Umweltamtes von der ARGE Müllvermeidung erarbeitet, diese brachte auch die Idee der Horizonterweiterung auf die 7 R's ein. ARGE-Geschäftsführer Berthold Schleich: "Wir waren der Meinung, dass die 3R-Begriffe "Reduce, Reuse, Recycle" alles zum Recycling verschoben haben und Reduce oft als Restmüll-Reduce durch Recycling verstanden wird. Deshalb haben wir die Begriffe präzisiert und zerlegt, um mehr Abfallvermeidungszugänge darzustellen. Das Recycling ist geblieben - sozusagen als 7. Rad am Wagen, falls vorher nichts mehr möglich ist, obwohl es eigentlich in einem Abfallvermeidungs-Programm keinen Platz haben sollte."

Das Programm bleibt aber nicht bei theoretischen Überlegungen stehen, sondern listet alle bestehenden Grazer Vermeidungs-Initiativen sowie zahlreiche neue Ideen auf, und bietet neben einer Auflistung der "Best of" österreichischer und internationaler Abfallvermeidungsprojekte auch einen Blick über den eigenen städtischen Tellerrand. Insgesamt werden 29 künftige Maßnahmenvorschläge, 24 bestehende Maßnahmen und 57 nationale und internationale Good Practices aufgelistet - eine wahre Fundgrube für künftige Projektinitiativen!

Alles in allem das Beste seit langem zum Thema Abfallvermeidung auf dem aktuellsten Stand der Diskussion - inspirativ und absolut lesenswert!
Download des Grazer Abfallvermeidungsprogramms hier...


02. BOKU-Studie:
Wer wirft die meisten Lebensmittel weg?

Lebensmittelabfall-Aufkommen
Foto: pixelio.de

Das Thema Lebensmittelabfälle ist emotional, ethisch und kulturell extrem aufgeladen und wird daher leidenschaftlich diskutiert, wobei jede Stakeholdergruppe gerne den jeweils anderen Akteuren die Hauptverantwortung für das insgesamt unvertretbar hohe Lebensmittelabfallaufkommen zuschiebt. Eine brandaktuelle Studie bringt die Fakten.

Der gerne kritisierte Lebensmitteleinzelhandel wollte es genau wissen - das Ergebnis ist eine weltweit in diesem Umfang bislang einzigartige Studie des Abfallwirtschaftsinstitutes der Wiener Universität für Bodenkultur, die durchaus zum Nachdenken anregt; Titel: "Aufkommen an Lebensmittelverderb im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel".

Betrachtet wurden zunächst alle Anfallstellen. Dabei zeigte sich aber, dass zu den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion weder Daten noch seriöse Schätzgrundlagen verfügbar sind. Der Bereich der Gastronomie und sonstigen Außer-Haus-Verpflegungsstellen wie Imbisse, Bäckereien etc. kann nur sehr grob mit 150.000 bis 260.000 Tonnen pro Jahr geschätzt werden. Deutlich besser ist die Datenlage für den Bereich der privaten Haushalte, hier wird von ca. 158.000 t noch brauchbarer Lebensmittel im Restmüll ausgegangen, mit einem Warenwert von ca. 1 Mrd. Euro, dazu kommt noch einmal etwa die gleiche Menge, die über Biotonne, Einzelkompostierung oder Kanalisation entsorgt wird.

Die beste Datenlage gibt es im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels, denn da sich die 5 größten Unternehmen (85% Marktanteil) mit Daten eines ganzen Jahres an der Studie beteiligt haben, liegt hier weltweit erstmals eine repräsentative Vollerhebung vor. Demnach betrug die Summe an Bruch und Abschreibungen an Lebensmitteln im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel im Jahr 2013 ca. 74.100 Tonnen. Zusätzlich wurden rund 6.600 Tonnen an soziale Einrichtungen weitergegeben, die nicht als „Verderb“ im eigentlichen Sinne zu sehen sind. Weiters wurden 35.600 Tonnen an nicht verkauftem Brot und Gebäck an die Lieferanten retourniert. Der Gesamtwert dieser 116.300 t nicht verkauften Lebensmittel betrug knapp 400.000 Euro.

Nach derzeitiger Datenlage liegen demnach die privaten Haushalte bei Lebensmittelabfällen (inkl. Restmüll, Biotonne, Kompostierung und Kanalisation) an erster Stelle, gefolgt vom Verpflegungsbereich, und erst an dritter Stelle kommt der Handel (die Landwirtschaft konnte nicht erhoben werden). Es scheint so zu sein, dass dort wo sich Materialverschwendung am unmittelbarsten im betriebswirtschaftlichen Ergebnis niederschlägt, der Anreiz zu sorgsamerem Umgang höher ist, insbesondere im Handel. Im Verpflegungssektor macht der Materialumsatz aufgrund des Dienstleistungsschwerpunktes einen geringeren Anteil am betriebswirtschaftlichen Ergebnis aus, daher ist hier die Materialverschwendung deutlich höher. Private Haushalte haben in den seltensten Fällen ein professionelles Material- und Kostenmanagement, daher wirken sich die Kostenfaktoren bei Einkauf und Entsorgung trotz ihrer beträchtlichen Höhe kaum aus - hier kann nur durch permanente und wiederholte Bewusstseinsbildung langfristig Verhaltensänderung erreicht werden.

Link zur Studie...


03. Erklärvideo der EU:
Kreislauf-Strategie in 100 Sekunden!

EU Circular Economy Video
Kreislaufwirtschaft leicht erklärt
Bild: EuroparlTV

In einem kurzen Infografik-Video (1:44 min.) erklärt das EU-Parlament seine Sicht der neuen ambitionierten Kreislaufwirtschafts-Strategie - so wird "Circular Economy" auch für Laien, Kinder und gestresste Manager verständlich!

Das Video ist auf Englisch mit wahlweisen Untertiteln in allen EU-Sprachen.

EuroparlTV ist der Internet-Fernsehkanal des Europäischen Parlaments. Ziel von EuroparlTV ist es, die EU-Bürger darüber zu informieren, was die Tätigkeiten des Parlaments sind und wie seine Mitglieder politische Entwicklungen bestimmen und Rechtsakte verabschieden, die das Leben der Menschen in ganz Europa beinflussen.

Download hier...

 


04. Zwischenbilanz der Landesumweltreferentenkonferenz:
Trauriger Status für Mehrweg

Mehrweg für Getränke
Foto: ARGE Müllvermeidung

Seit einigen Jahren bemühen sich zahlreiche politische Akteure unter Federführung der Stadt Wien um den Stopp des Niedergangs der abfallvermeidenden Mehrwegsysteme im Getränkeverpackungsbereich. Eine kurze und ernüchternde Zwischenbilanz wurde nun veröffentlicht.

Obwohl unzählige Initiativen, Studien und Expertisen die Vorteilhaftigkeit von Mehrweg-Getränkeverpackungen belegt haben und zeitgemäße Wege aufzeigen, mit marktwirtschaftlichen Methoden ohne Mehrkosten für den Handel Mehrwegflaschen über das "Öko-Bonus-Modell" zu fördern, setzt die Wirtschaft weiter auf Totalblockade. Aber gerade die neue europäische Politikstrategie der "Circular Economy" könnte der Diskussion neuen Auftrieb, und den Mehrwegbefürwortern positiven Rückenwind geben.

Alle aktuellen Infos dazu gibt´s hier...
Das aktuellste Factsheet dazu gibt's hier zum Download.


05. Abfallwirtschaftspreis "Phönix" 2016 ausgeschrieben:
Einreichfrist endet am 1. April 2016

Abfall-Wirtschaftspreis 2016
Grafik: ÖWAV

Am 11. Mai 2016 wird der österreichweit ausgeschriebene Abfallwirtschaftspreis "Phönix - Einfall statt Abfall" zum 14. Mal vergeben. Das Preisgeld für den Hauptpreis beträgt insgesamt 8.000 Euro. Damit wollen das Umweltministerium und der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) Engagement und Problembewusstsein bei der Bewältigung abfallwirtschaftlicher Probleme belohnen.

Neben dem Hauptpreis werden zwei Sonderpreise in der Höhe von je 2.000 Euro vergeben:

  • Sonderpreis "Abfallvermeidung und Re-Use" (mit Unterstützung der ARA AG)
  • Sonderpreis "Zukunft denken - junge Ideen für die Abfallwirtschaft" (Altersgrenze für EinreicherInnen: 35 Jahre)

Gesucht werden kreative, praxistaugliche und/oder innovative Lösungen und Konzepte sowie PR-Kampagnen (Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit), die zu einer nachhaltigen Entwicklung der Abfallwirtschaft beitragen.

Die Einreichungen unterliegen keiner thematischen Einschränkung, sie können zum Beispiel aus den Gebieten der Technik, der Wissenschaft, der abfallwirtschaftlichen Praxis und insbesondere auch aus der Öffentlichkeitsarbeit stammen. Zentrale Beurteilungskriterien sind Praxistauglichkeit, Nachhaltigkeit und abfallwirtschaftliche Relevanz.

Der "Phönix" ist österre ichweit ausgeschrieben, die Teilnahme steht jedermann frei.Besonders angesprochen sind Unternehmen aus Gewerbe, Industrie, Handel und Abfallwirtschaft, Verbände, Vereine, Körperschaften, Gemeinden, GestalterInnen von Kampagnen und Events (beispielsweise Agenturen), Universitätsinstitute sowie StudentInnen und AbsolventInnen von Universitäten und Fachhochschulen, aber auch Privatpersonen.

Der "Phönix" ist eine Initiative des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich und des ÖWAV. Einreichschluss: 1. April 2016

Der "Phönix" 2016 wird unterstützt von: Altstoff Recycling Austria AG (ARA AG), Kommunalkredit Public Consulting GmbH, ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB), Magazin "Umweltschutz", Österreichischer Gemeindebund, Österreichischer Städtebund und den Ländern Burgenland, Niederösterreich, Salzburg und Steiermark.

Die Einreich-Unterlagen gibt´s hier...


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