VABÖ-Newsletter April 2016

16.04.2016

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Kontakt/Impressum:

VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. Achtung Terminverschiebung:
Netzwerktagung Abfallberatung und Preisverleihung ARA-Abfallberater des Jahres am 23. Juni!

Die ursprünglich für 2. Juni avisierte jährliche AbfallberaterInnen-Netzwerktagung von VABÖ und BMLFUW sowie die Preisverleihung "AbfallberaterIn des Jahres" der ARA wurde nun aus organisatorischen Gründen verschoben und beide Veranstaltungen werden am 23. Juni in Wien stattfinden. Nähere Informationen folgen zeitgerecht.


02. Vergleich:
Stoffwindeln versus Wegwerfwindeln

Nachhaltige Stoffwindeln
Foto: CC0 PublicDomainPictures,
pixabay

Die Wissenschaftlerin Theres Rathmanner hat unterschiedliche Modelle von Stoff- und Wegwerfwindeln verglichen und bietet einen fundierten Überblick mit einer Bewertung nach verschiedenen Kriterien: Saugkraft, Komfort (für Baby und AnwenderIn), Trocknungszeit und Nachhaltigkeit.
(Quelle: biorama)

In Bezug auf Saugkraft sind zwar die Einwegwindeln länger trocken, was laut Rathmanner allerdings tagsüber nicht notwendig ist, sie bezeichnet die Wegwerfprodukte als "übermunitioniert". Der Gebrauch von Stoffwindeln mit Saugeinlagen in der Nacht ist allerdings ebenso möglich. Wenn es zur BenutzerInnenfreundlichkeit kommt, sind wieder die Einwegwindeln angenehmer zu handhaben, da sie laut der Wissenschaftlerin "praktischer, schlanker und trockener" seien. Im Vergleich dazu gibt es bei den Stoffwindeln viele verschiedene Variationen, welche allerdings subjektiv betrachtet und bewertet werden müssen. Die Trocknungszeit betrifft nur wiederverwendbare Windeln, dabei trocknet Kunstfaser am schnellsten und Bambus am langsamsten, die Trocknungszeit reicht von 2 - 24 Stunden. Im Bereich Nachhaltigkeit gewinnt eindeutig die Stoffwindel, allerdings sind hier sehr viele Variationen möglich, denn das Spektrum reicht von 100% Kunstfaser bis hin zu ausschließlich in der EU produzierten Baumwollwindeln.
Schlussfolgerung von Theres Rathmanner: ihr eigenes Baby wird in Zukunft nur noch Stoffwindeln bekommen, eine Ausnahme wird bei Reisen etc. aufgrund der unkomplizierten Handhabung der Einwegwindeln gemacht. Für Eltern gibt der Artikel sehr aufschlussreiche und detaillierte Informationen über verschiedene Stoffwindelanbieter.

Ganzer Vergleich hier...


03. Umfrage zur EAG-Sammlung:
Mehrheit ist gut informiert; aber Kritik durch AK

EAK-Austria Elektroaltgerätesammlung
Foto: EAK-Austria

85 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher wissen die richtige Antwort, wie Elektroaltgeräte und Altbatterien zu entsorgen sind. Das ist das erfreuliche Ergebnis einer repräsentativen market-Umfrage, die im Auftrag der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria (EAK) durchgeführt wurde. 85 Prozent der Befragten wissen spontan befragt, dass kaputte Elektrogeräte bei Sammelstellen entsorgt werden können und 92 Prozent kennen ihre nächste Sammelstelle. Das sind deutlich mehr Befragte als vor fünf Jahren. Bei der getrennten Annahme von re-use-fähigen EAG gibt es aber noch Handlungsbedarf.
(Quellen: BMLFUW, EAK-Austria, Wirtschaft und Umwelt 1/16)

Auch bei der jüngeren Bevölkerungsschicht ist ein höherer Wissensstand feststellbar. 89 Prozent der Jugendlichen bezeichnen die Elektroaltgeräte- und Altbatterienentsorgung als ein wichtiges Thema. Die in den Elektro- und Elektronikgeräten enthaltenen Rohstoffe waren für 43 Prozent der entscheidende Grund, warum diese Geräte nicht im Restmüll entsorgt werden sollen.

Als wichtigste Informationsquellen wurden Gemeindezeitungen, persönliche Kontakte und Informationsmaterial genannt. Aber auch die direkte Kommunikation bei der Sammelstelle ist für viele eine wichtige Informationsquelle. Dieses erfreuliche Ergebnis bestätigt, wie wichtig und auch zielführend Bewusstseinsbildung und Informationsaktivitäten sind. Die Abfallberaterinnen und Abfallberater tragen mit ihrem Einsatz und ihrem Engagement zu einem großen Teil an dem Erfolg in dankenswerter Weise bei.

Viel zu tun bleibt trotzdem, denn die Sammelmengen müssen aufgrund von EU-weiten Quotenvorgaben bis 2019 noch deutlich gesteigert werden, denn derzeit landen nur etwa die Hälfte der EAG in den dafür vorgesehenen Sammelsystemen - eine große Herausforderung für Kommunen, Systeme und Handel. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es auch betreffend die gesetzlich vorgeschriebene getrennte Sammlung von re-use-fähigen EAG: Diese Bestimmung wird in der Mehrzahl der Sammelstellen aus unterschiedlichsten Gründen noch nicht umgesetzt, dies spiegelt sich auch in der Umfrage wieder: Nur 20% der Befragten haben bei ihrer Sammelstelle eine getrennte Abgabemöglichkeit für re-use-fahige Altgeräte, während 50% davon nichts wissen. Die AK kritisiert daher, dass man eher in attraktive Abgabemöglichkeiten für Re-Use-Geräte bei kommunalen Sammelstellen investieren solle, wie es sie z.B. in OÖ bereits gibt, anstatt die vielerorts aus BürgerInnensicht vermeintlich sinnvolle Alternative, die illegalen Sammlergruppen, mit aufwändigen Kampagnen zu bekämpfen, denn wenn BürgerInnen wüssten, wo sie ihre brauchbaren Gegenstände legal abgeben können, würden sie diese nicht mehr an illegale Sammler weitergeben.

Weitere Informationen zum Umfrageergebnis hier...
Kritik der AK hier...


04. EUropainfo 1/16:
Hintergrundinfos zum EU-Kreislaufwirtschaftspaket aus NGO-Sicht

EUropaInfo 1/16
EUropainfo 1/16

Das Kreislaufwirtschaftspaket wird als großer Wurf der Juncker-Kommission gefeiert. Eine Steigerung der Ressourcenproduktivität soll zwei Millionen neue Arbeitsplätze bringen, das BIP um ein Prozent steigern und die Umwelt entlasten – in Brüssel träumt man von einem „Triple-Win“. Das Paket besteht aus der Überarbeitung von sechs verbindlichen Abfallrichtlinien und einem Aktionsplan, also einer rechtlich nicht bindenden Mitteilung. Ergänzt wird es durch freiwillige Instrumente und Strategien. Die neue Ausgabe des Magazins des Umweltbüros "EUropainfo" nimmt das Brüsseler Vorhaben genauer unter die Lupe.
(Quelle: "EUropainfo")

Dabei wird durchaus nicht auf kritischen Weitblick verzichtet. Dem EU-Umweltbüro des Umweltdachverbandes geht es darum, die kleinen Schritte auf dem Weg zur Realisierung einer großen Idee kritisch zu beleuchten. Schließlich handelt es sich bei der Kreislaufwirtschaft um weit mehr als ein neues Abfallkonzept: Es geht um nicht weniger als die Neuauslegung der Beziehung des Menschen zur ihn umgebenden Natur.

"Alle Produkte sollten langlebig, reparaturfähig und erweiterungsfähig sein," so die Abgeordnete des Europäischen Parlaments Sirpa Pietikainen. Derzeit exportiert die EU 9,5 Mio. Tonnen Abfall nach China, die Hauptbestandteile davon sind Papier, Plastik und Kupfer. Diese Materialien könnten für die europäische Wirtschaft von großem Nutzen sein. Auch der G7-Gipfel hat erkannt, dass nachhaltiges Wirtschaften einen großen Nutzen hat, nun wurde die G7 Allianz für Ressourceneffizienz (G7 Alliance on Resource Efficiency) gegründet. Zu den Zielen gehört unter anderem nachhaltige Produktion und Konsumierung. Diese Initiativen erschaffen eine weltweite Perspektive der Kreislaufwirtschaft. Eine prominente Rolle im Paket nimmt die Wiederverwendung und längere Nutzung von Produkten ein, das Re-Use. Dazu gibt's auf Seite 20 einen Artikel von Matthias Neitsch (RepaNet).

Download hier: EUropainfo 1/16 zum Thema Circular Economy Package - das Kreislaufwirtschaftspaket
Video: "Repair and re-manufacturing in a circular economy"

Austria Glas Recycling


05. Lernheft für Kinder:
Neuer Alfons Trennfix zum Thema Re-Use erschienen

Alfons Trennfix neue Ausgabe
BMLFUW/ATM

Im Auftrag des BMLFUW hat die Abfallwirtschaft Tirol Mitte GmbH (ATM) eine neue Ausgabe ihres beliebten Umweltlernheftes für Kinder "Alfons Trennfix" herausgebracht. Das neue Umweltlernheft ist die sechste Ausgabe in der erfolgreichen Alfons Trennfix-Serie und beschäftigt sich mit den Themen ReUse und Reparatur. Wiederverwendung und Reparatur nehmen bei der Abfallvermeidung einen großen Stellenwert ein. Eine frühzeitige Bewusstseinsbildung, insbesondere auf spielerische Art und Weise, ist daher sehr wichtig. (Quelle: BMLFUW)

Das BMLFUW hat jeder Volksschule in Österreich zwei Ansichtsexemplare zukommen lassen. Das Interesse und die Nachfrage der Volksschulen an weiteren Exemplaren des neuen Alfons Trennfix 6 sind sehr groß. Das Umweltlernheft Alfons Trennfix 6 ist direkt beim BMLFUW, Abt. V/6, 1010 Wien, Stubenbastei 5, Abt.56@bmlfuw.gv.at zu bestellen. Es kann aber auch von der Abfallwirtschaft Tirol Mitte bezogen werden.


06. Quizspiel zu Umweltthemen:
Econerds

Econerds - neues Umweltschutzspiel
Foto: BMLFUW

Econerds ist ein lustiges und spannendes Quizspiel zum Thema Umweltschutz. Es kann als reine Brettspielvariante gespielt werden oder via Tablet-PC, Smartphone und PC um multimediale Komponenten erweitert werden. Ziel des Spiels ist es, mit Taktik und Wissen über Umweltthemen als Erster das Ziel zu erreichen.

Econerds ist ein Spiel für die ganze Familie, das aufgrund der Verknüpfung zur digitalen Welt nie an Aktualität verliert. 220 Fragen - analog und digital - wollen beantwortet werden. Dabei kommt man mit jeder richtigen Antwort dem Ziel - ein richtiger Econerd zu werden - einen Schritt näher. Die Idee und Umsetzung entstand aus einer Kooperation des BMLFUW und dem Zentrum für Angewandte Spieleforschung der Donau Universität Krems. Es ist bei Pagro und Libro um € 9,99 erhältlich.

Nähere Infos hier...


07. EU-Kreislaufwirtschaftspaket:
NGOs fordern Änderung der Ziele bei Lebensmittelabfällen

NGO Positionspapier zur Verringerung von Lebensmittelabfällen
Foto: REFRESH

Wie im neuen EU-Kreislaufwirtschaftspaket vorgesehenen, soll eine verpflichtende Berichterstattung über Lebensmittelabfälle sowie deren Halbierung bis 2030 ermöglicht werden. Dies wird allerdings von 9 NGOs (u.a. Friends of the Earth Europe, EEB und Zero Waste Europe) kritisiert, denn dieser Plan würde nicht zur Reduktion von Lebensmittelabfällen in der EU führen.

Die NGO-Koalition fordert statt dessen bis 2020 eine „vom Hof zur Gabel“ Erhebung von Lebensmittelabfällen. Ein erheblicher Anteil der Lebensmittelabfälle stammt aus landwirtschaftlichen Betrieben, dabei werden laut Schätzungen der UN 20% - 30% des Obstes und Gemüses schon hier weggeworfen. In Zukunft sollten die Mitgliedsstaaten sicherstellen, dass der Handel zur Verantwortung gezogen wird, wenn dieser den landwirtschaftlichen Betrieben nur makellose Ware abnimmt oder Aufträge kurzfristig storniert. Des Weiteren wird in dem Statement gefordert, dass Lebensmittelabälle als Viehfutter verwendet werden dürfen.

Positionspapier der NGOs (Englisch) hier...


08. Deutsche Bundesregierung präsentiert:
Programm für nachhaltigen Konsum

Nationales Programm für nachhaltigen Konsum
Foto: CC0, Axelle Spencer,
pixabay

Das "Nationale Programm für nachhaltigen Konsum", welches am 24.02.2016 verabschiedet wurde, soll die deutsche Bevölkerung dazu bringen, den Alltag ökologischer zu leben. Dabei gibt es sechs Kategorien, wo Handlungsbedarf besteht. Kritiker, wie der Umweltverband Nabu, befinden das Programm eher als "Wunschliste" als einen "wirkmächtigen Plan".
(Quelle: taz)

In den Bereichen Haushalt und Wohnen, Mobilität, Ernährung, Büro und Arbeit, Bekleidung sowie Tourismus und Freizeit soll nachhaltiger Konsum systematisch durch das Programm gestärkt und ausgebaut werden. Diese Bewusstseinsbildung soll zum Beispiel in Kindertagesstätten und Schulen schon früh vermittelt werden. Kritisiert wird das Programm allerdings scharf, Ingmar Streese (Leiter der Politikabteilung der Verbraucherzentrale Bundesverband) meint dazu: "Die häufigsten Worte sind ‚Information‘, ‚Bildung‘, ‚Forschung‘, die Regierung will ‚unterstützen‘, ‚hinwirken‘, aber nie liest man, dass sie was durchsetzen will."

Nähere Infos hier... und hier...

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