VABÖ Newsletter August 2017

10.08.2017

VABÖ unterstützt die Initiative der österreichischen Abfallwirtschaft Rund geht's!

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. Offener Brief Mehrweg:
Österreich wirft jährlich vier Milliarden Getränkeverpackungen weg

© Matchka, pixelio.de

Vier Milliarden Getränke in Wegwerfflaschen, -dosen oder –kartons werden jährlich in Österreich verkauft. In einem offenen Brief an Bundesminister Rupprechter fordern die Abfall- und Umweltorganisationen sanktionierbare Ziele für höhere Mehrwegquoten.

Im Einzelhandel haben die österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten bei den meisten Getränkegruppen de facto keine Wahlmöglichkeit zwischen Einweg und Mehrweg mehr. Nennenswerte Mengen an Mehrweggebinden gibt es im Supermarkt nur noch bei Bier, aber auch dort immer weniger.

Anlässlich der aktuell stattfindenden Verhandlungen zur Verlängerung der freiwilligen Nachhaltigkeitsagenda Getränkeverpackungen fordern daher sieben Organisationen aus dem Abfall- und Umweltbereich Umweltminister Andrä Rupprechter in einem offenen Brief dazu auf, Getränkeabfüller und Handel zu verbindlichen Zielen bei Mehrweggetränkegebinden zu verpflichten.

„Seit die gesetzlichen Vorgaben durch die freiwillige Nachhaltigkeitsagenda Getränkeverpackungen ersetzt wurde, ist der Mehrweganteil bei Getränken von 60 auf 20 Prozent gesunken“, so GLOBAL 2000-Geschäftsführerin Leonore Gewessler. Ein Blick über die Grenze zeigt, dass mit den richtigen Maßnahmen gegengesteuert werden kann. „Deutschland hat aktuell einen Mehrweganteil von 45 Prozent bei Getränkeverpackungen und das neue Verpackungsgesetz schreibt eine Steigerung auf 70 Prozent vor“, so Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie Institut. „In Deutschland gibt es im Gegensatz zu Österreich somit sowohl verbindliche Mengenziele als auch angedrohte Sanktionen, wenn diese nicht erreicht werden.

“Die Organisationen fordern sanktionierbare Regelungen zum Erhalt und Ausbau von Mehrwegsystemen, Vorschreibung einer kontinuierlichen Steigerung des Mehrweganteils für Getränkegebinde, die Steigerung des Mehrweganteils in der neuen Nachhaltigkeitsagenda und klare, unterscheidbare Kennzeichnung von Ein- und Mehrweggebinden.

Unterzeichnet haben den offenen Brief „die umweltberatung“ Wien, GLOBAL 2000, ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung, Österreichisches Ökologie Institut, RepaNet, VABÖ und WWF Österreich.

Für mehr Informationen zum Thema Mehrweg empfehlen wir das VABÖ-Blatt Nr. 1/2016.
Zur OTS-Meldung und zum offenen Brief als Download geht es hier ...
Zur Nachhaltigkeitsagenda Getränkeverpackungen gibt es hier ...


02. Elektro Nick 2017:
Stopp dem illegalen Export von Elektroaltgeräten

Die PreisträgerInnen des Elektro Nick 2017
© APA

Alle zwei Jahre vergibt die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) den Elektro Nick. Prämiert werden die herausragenden Tätigkeiten von AbfallberaterInnen, die sich durch besonderes Engagement und Kreativität in der Umsetzung des jeweiligen Jahresthemas auszeichnen. Dieses Jahr stand der Elektro Nick unter dem Motto „Stopp dem illegalen Export von Elektroaltgeräten“.

Eine 6-köpfige Expertenjury wählte aus den zahlreichen Einsendungen aus ganz Österreich drei SiegerInnen aus, die das komplexe Thema vom illegalen Elektroaltgeräte-Export mit Kreativität und Sensibilität besonders anschaulich und informativ in einem Projekt umgesetzt haben. Der erste Preis ging an den Tiroler Abfallberater Johannes Wagner, der gemeinsam mit einer Schulklasse und mit Unterstützung der Kufsteiner Stadtwerke den Video-Kurzfilm „Österreichs Rohstoffe sind kein Müll“ produziert hat.

Der zweite Platz ging an die Kärntnerin Bettina Leiner (AWV Spittal/Drau), die mit einem anschaulich gestalteten Großplakat für Moving Boards und einem praktischen Abfallkalender Aufmerksamkeit für das Thema erzielen konnte. Der dritte Platz ging an die Wiener Abfallberaterin Ingrid Pirgmayer (MA 48). Sie beeindruckte die Jury mit vielfältigen Aktivitäten. Dazu zählen interaktive Quiz-Spiele, Schüler- und Pensionistenbesichtigungstouren zu Müllplätzen und das Geschicklichkeitsspiel „Stromschlag“ , bei dem die Mitspieler Elektrogeräte vor dem Abtransport ins Ausland retten müssen, ohne einen Stromschlag zu bekommen.
Verliehen wurde der „Elektro Nick 2017“ am 25. April im Rahmen des alljährlichen AbfallberaterInnen-Workshops, der im Alpenhotel Speckbacherhof in Gnadenwald in Tirol abgehalten wurde. Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der EAK, informierte vor Beginn der Verleihung über die Problematik der illegalen Sammlung: „In Österreich gibt es vor allem in grenznahen ländlichen Regionen rege Aktivitäten von nicht autorisierten Sammlern. Schätzungen zufolge werden jährlich rund 15.000 Tonnen alter Elektrogeräte von nicht autorisierten Sammlern illegal über Österreichs Grenze gebracht“. Damit gehen der österreichischen Wirtschaft wertvolle Ressourcen und eine Wertschöpfung in zweistelliger Millionenhöhe verloren. Denn jede Waschmaschine, jedes Handy, jeder Kühlschrank enthält sekundäre Rohstoffe wie Gold, Kupfer, Aluminium oder seltenere Elemente wie Iridium, Lithium und Tantal, die durch gezieltes Recycling wiederverwertet und damit in den Wirtschaftskreislauf rückgeführt werden können.

Das voraussichtliche Schwerpunktthema des Elektro Nick 2019 ist der richtige Umgang mit Lithium-Batterien und –Akkus.

Zum Artikel auf Elektro-Ade! geht es hier...
Zum Siegervideo geht es hier... und
Zur OTS-Meldung geht es hier ...


03. Pilotprojekt für Umweltbildung:
Schulkoffer goes to Germany

Foto: Ludwig Schedl © EAK

Ein Bildungskonzept für PflichtschülerInnen bringt österreichisches Know-How aus der Abfallwirtschaft nach Deutschland. Mit dem EAG- und Altbatterien-Schulkoffer klären AbfallberaterInnen über den Umgang mit Elektroaltgeräten, Batterien und Akkus auf.

SchülerInnen zwischen 8 und 18 Jahren lernen mit Hilfe des Elektroaltgeräte- und Altbatterien-Schulkoffers der EAK spielerisch, was in Elektrogeräten, Batterien und Akkus drin steckt. Dazu kommt ein/e AbfallberaterIn in die Schule, um ihnen mit interaktiven Lernspielen komplexe Inhalte zu vermitteln, wie etwa Abfallvermeidung, getrennte Sammlung, Re-Use und Recycling. In dem Koffer befinden sich Anschauungsmaterialien zur Erläuterung von Recyclingprozessen, verschiedene geschredderte Materialien, ein zerlegtes Handy, Primär-Rohstoffe, Batterie-Attrappen, entmantelte Kabel, Lernspiele, ein Abfallwirtschaftskonzept für Schulen u.v.m.Nachdem das Konzept in Österreich bereits erfolgreich umgesetzt wird, startete im Februar 2017 ein Pilotprojekt mit dem von der EAK für Deutschland leicht adaptierten Schulkoffer.

In Österreich sind derzeit 130 Schulkoffer im Einsatz, der weitere Bedarf wird laufend erhoben. Bitte unterstützen Sie das Projekt, indem Sie an der Umfrage zum Schulkoffer teilnehmen.

Zur Umfrage geht es hier ...
Mehr Informationen zum Schulkoffer und Lehrmaterialien als Download gibt es hier ...
Informationen zum Schulkoffer für höhere Schulen gibt es hier ...


04. bewusstkaufen.at sucht kreative Ideen:
Ideenwettbewerb „Lang lebe das Produkt“

© Daniela Baack, pixelio.de
bearbeitet von RepaNet

Wer sorgsam und kreativ mit seinen Sachen umgeht, hat mehr davon. bewusstkaufen.at sucht bis zum 15. September die besten Ideen und Tipps, wie sich Dinge länger nutzen lassen – es gibt tolle Preise zu gewinnen, die unter anderen von RepaNet-Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Die beste Idee wird im Oktober in Linz präsentiert. (Quelle: bewusstkaufen.at)

Ob Haushaltsgeräte, Technik, Spielzeug oder Textilien – es ist schön, wenn Dinge lange halten. Durch das eigene Verhalten als NutzerInnen kann jede oder jeder von uns selbst viel dazu beitragen und Produkten zu einer längeren Lebensdauer verhelfen. Das beginnt bereits bei der Auswahl von Qualitätsprodukten mit Gütezeichen. Wenn doch etwas kaputt geht, ist das kein Grund, alles gleich wegzuwerfen: Vieles lässt sich reparieren, oder mittels Upcycling zu etwas Neuem umfunktionieren. Aber auch das gemeinsame Verwenden mit FreundInnen und NachbarInnen trägt dazu bei, dass Produkte einen größeren Nutzen bringen.

Beim Ideenwettbewerb „Lang lebe das Produkt“ sucht die Initiative „Bewusst kaufen“ seit 1. August alle kreativen Ideen, mit denen man das Maximum aus den eigenen Sachen herausholen kann. Mitmachen ist ganz einfach: Einfach einen kurzen Text verfassen, der die Idee oder Erfahrung beschreibt und ihn bis zum 15. September 2017 online auf bewusstkaufen.at eingeben. Aus allen Einreichungen kürt eine Fachjury die drei innovativsten Stories. Anschließend wählt die Bewusstkaufen-Community beim großen Online-Voting aus den drei FinalistInnen die beste Idee aus, die im Oktober bei der WearFair-Messe für einen öko-fairen Lebensstil in Linz präsentiert wird.

Zum Ideenwettbewerb geht’s hier ...


05. Akzeptanz erhöhen:
Neue Konzepte für die Abfallberatung

© Servicebüro zusammen >wohnen<

Den Stellenwert der Abfallberatung steigern, die Reichweite und den Nutzen erhöhen, die Akzeptanz verbessern – das sind die Ziele des Workshops von Susan Djalali, PR-Managerin und PR-Beraterin mit Spezialisierung auf Kreislaufwirtschaft. Die Veranstaltung findet am 26. September in Berlin statt.

Trotz der Verfügbarkeit unterschiedlichster Informationsquellen und Medienkanäle hat der persönliche Dialog in der Abfallberatung auch künftig einen hohen Stellenwert. Der Workshop „Neue Konzepte für die Abfallberatung“ richtet sich an AbfallberaterInnen aus kommunalen Verwaltungen und Entsorgungsbetrieben, die kreative neue Wege finden möchten, um die BürgerInnen zu erreichen und mit ihnen einen echten Dialog zu Themen wie Abfallvermeidung und Wiederverwendung zu führen.

Konkret geht es um die Fragen:
Wie werden bestehende Kanäle und künftige Entwicklungen für die Abfallberatung genutzt?
Welche Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich daraus?
Mit welchen Synergien und Kooperationen lässt sich die Kommunikation nach außen verbessern?

Gemeinsam mit der Dozentin entwickeln die Teilnehmenden Konzepte, die an den veränderten Lebensumständen der Menschen, dem demografischen Wandel und dem Medienkonsum ansetzen. Die Dozentin, Susan Djalali, ist freie PR-Managerin und Beraterin mit Spezialisierungen unter anderem auf Kreislaufwirtschaft, Ökologie, Partizipation, Integration, Umweltbildung, Ressourcen, Jugend und Kultur.

Mehr Informationen und die Online-Anmeldung gibt es hier ...


06. Umweltzeichen für 35 Schulen:
Bildung für nachhaltige Entwicklung

Fotograf: William Tadros
© BMLFUW

35 heimische Schulen wurden am 26. Juni mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Prämiert wurden sie für ihr Engagement im Umwelt- und Klimaschutz sowie für Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Damit sind die Schulen wichtige Partner in der Bewusstseinsbildung und leisten einen essenziellen Beitrag zu den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.

Im Rahmen der Umweltzeichen-Verleihung in Wien erhielten acht Schulen erstmals das Österreichische Umweltzeichen. 21 weitere wurden nach der positiven Absolvierung des Umweltzeichen-Folgeaudits ausgezeichnet. Sechs Schulen erhielten eine Ehrung für zehn erfolgreiche Jahre mit dem Österreichischen Umweltzeichen. Die zahlreichen Initiativen und Projekte dieser Schulen setzen ein starkes Zeichen für den Klimaschutz und für nachhaltige Entwicklung, sind sich Sektionschef Christian Holzer vom Umweltministerium und Sektionschef Kurt Nekula aus dem Bildungsministerium bei der Urkundenübergabe einig.

Die Schulen sind vor allem in der kommunalen Umwelt- und Abfallberatung als Partner in der Bewusstseinsbildung wichtig. Gemeinden, Städte und Abfallwirtschaftsverbände nutzen dieses Potential, indem sie mit bestehenden Umweltzeichen-Schulen enge Partnerschaften im Bereich von Abfallvermeidungs- und Re-Use-Projekten pflegen und neue Schulen für das Umweltzeichen gewinnen.Eine Umweltzeichen-Schule erfüllt ganzheitliche Kriterien in den Bereichen Umweltbildung und –pädagogik, Ressourcenschonung und Gesundheit und unterzieht sich einer strengen Kontrolle. Sie achtet zum Beispiel auf umweltfreundliche Schulmaterialien, regionale und saisonale Lebensmittel und einen sorgsamen Umgang mit wertvollen Ressourcen wie Wasser und Energie. Dabei nutzen die Maßnahmen nicht nur der Umwelt, sie führen auch zu einer Verbesserung der Teamarbeit und des Schulklimas.

1990 wurde das Österreichische Umweltzeichen eingeführt, um Unternehmen und öffentliche Einrichtungen zu fördern, die ihr Beschaffungswesen ökologisieren. Im Jahr 2002 wurde es auch für Schulen und Bildungseinrichtungen eingeführt. Es wird für jeweils vier Jahre vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und dem Bundesministerium für Bildung (BMB) gemeinsam vergeben. Österreichweit werden derzeit mehr als 32.692 SchülerInnen von 4.046 Pädagoginnen und Pädagogen in 109 Schulen ausgebildet, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert sind.

Zum Artikel auf der Seite des Österreichischen Umweltzeichens geht es hier ...
Alles rund um die Bewerbung für das Österreichischen Umweltzeichen gibt es hier ...
Zur offiziellen Seite der Sustainable Development Goals der UNO geht es hier ...


07. 40 Jahre europäisches Glasrecycling:
Recyclingquote von 74 Prozent

© A. Dreher, pixelio.de

Leichter, praktischer, umweltfreundlicher – Lebensmittelverpackungen aus Glas haben sich in den letzten vier Jahrzehnten enorm entwickelt und sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ebenso lange sorgen die europäischen Glasrecycler dafür, dass dieser viel verwendete Rohstoff im Kreislauf bleibt. Anlässlich von 40 Jahren Glasrecycling zieht der europäische Glas Container Verband (FEVE) eine positive Bilanz.

FEVE lobt Glas als Verpackungsmaterial wegen seiner ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Charakteristiken. Denn die europäische Glas-Container-Industrie ist ein Pionier der Kreislaufwirtschaft. Ihren Ursprung nahm die Glasproduktion in Europa in Venedig zur Zeit des römischen Reiches. Heute gibt es über 160 Produktionsstandorte in ganz Europa. Das Sammeln von Verpackungsglas für das Recycling begann in Europa in den 1970ern. Heute werden in Europa insgesamt 74 % des Verpackungsglases gesammelt. Während die Glasproduktion in den vergangenen 40 Jahren um fast 40 % gestiegen ist, wurden gleichzeitig der Energieaufwand und die CO2-Emissionen für die Produktion drastisch reduziert. Um Innovation, Energieeffizienz und die Dekarbonisierung voranzutreiben, fließen jährlich 610 Millionen Euro in die Weiterentwicklung der Produktion. Heute sind Glasflaschen um 30 % leichter als vor 40 Jahren und dabei gleichermaßen qualitätsvoll und recyclingfähig.

Laut FEVE verwendet heute jede zweite Person in Europa mehr Glas als noch vor drei Jahren. Außerdem halten neun von zehn Glas für die beste Lebensmittelverpackung und drei von vier finden, dass Glas die umweltfreundlichste Verpackung ist.

Außerdem erwirtschaftet die europäische Glasindustrie einen Jahresumsatz von 9,5 Milliarden Euro und erhält dabei direkt oder indirekt 125.000 Arbeitsplätze entlang der europäischen Lieferkette.In Österreich feiert die Austria Glas Recycling ebenfalls ihr 40-jähriges Bestehen (wir berichteten im VABÖ-Newsletter vom Juni). Sie ist Urheberin und Gestalterin des hiesigen Glassammel- und Recyclingsystems und fördert als Themenführerin den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und KonsumentInnen. Mit Erfolg: Österreich recycelt heute 85 % der Glasverpackungen und ist damit Spitzenreiter in Europa.

Zum Bericht von FEVE geht es hier ...
Zum VABÖ-Bericht zu 40 Jahren AGR geht es hier ...
Zum Video anlässlich von 40 Jahre Austria Glas Recycling geht es hier ...
Mehr zur Geschichte des Glases gibt es hier ...


08. VOEB appelliert an die Haushalte:
Bioabfallsammlung könnte um 20 Prozent gesteigert werden

Fotograf: Ludwig Schedl, © VOEB

Nicht nur saubere Erde und Dünger, sondern auch 10 Millionen Euro Ersparnis wären möglich, wenn das ganze Potential der Bioabfallsammlung in Österreich ausgeschöpft würde, so der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB).

VOEB-Präsident Hans Roth appellierte zum internationalen Tag der Erde im April an das gemeinschaftliche Gewissen der Österreicherinnen und Österreicher. Die Trennmoral sei hierzulande zwar grundsätzlich vorbildlich, aber noch immer machen Lebensmittel- und Speisereste zwischen 16 und 27 % des Restmülls privater Haushalte aus.

935.900 Tonnen biogene Abfälle haben Österreichs Haushalte und ähnliche Einrichtungen 2015 getrennt (Quelle: Bundesabfallwirtschaftsplan 2017). Aus rund 34 % davon wurde in den knapp 400 Kompostieranlagen im Bundesgebiet Kompost erzeugt.Demgegenüber stehen gut 1,1 Millionen Tonnen Restmüll, die thermisch behandelt wurden. WWF und Mutter Erde haben in einer Studie den Anteil von Bioabfall im Siedlungsabfall mit einem Sechstel, also 16 % angesetzt. Das entspricht im Jahr 2015 beispielsweise 185.920 Tonnen biogener Abfälle, die nicht zu Humus weiterverarbeitet und dafür teuer über den Restmüll entsorgt wurden. Denn die getrennte Entsorgung von biogenen Abfällen ist rund 50 bis 70 Euro pro Tonne günstiger als jene über den Restmüll. Damit sind uns 10 Millionen Euro an Ersparnis entgangen.

Abgesehen von der richtigen Trennung sieht der VOEB den größten Hebel beim sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln, beginnend beim Einkauf. Die Studie von WWF und Mutter Erde ergab, dass durch bewussteren Konsum 49.000 Tonnen der Lebensmittelabfälle der privaten Haushalte in Österreich vermeidbar wären. So würden wir zwischen 2,2 Millionen Euro (bei Entsorgung über die Biotonne) und 4 Millionen Euro (Entsorgung über den Restmüll) einsparen.Um Bioabfall als unterschätzte Ressource ging es auch bei der VABÖ-Tagung am 8. Juni (wir berichteten im VABÖ-Newsletter vom Juni). Alle Unterlagen zur Tagung gibt es auf der VABÖ-Webseite zum Download. Kompost ist auch das Schwerpunktthema vom neuesten VABÖ-Blatt.

Zum Blogbeitrag vom VOEB geht es hier ...
Zum Bundesabfallwirtschaftsplan geht es hier ...
Zur Studie zu Lebensmittelverschwendung in Österreich von WWF und Mutter Erde geht es hier ...
Die Unterlagen von der VABÖ-Tagung zum Download gibt es hier ...
Zum VABÖ-Tagungsbericht zu Bioabfall geht es hier ...
Mehr zur Produktion und Zusammensetzung von Kompost gibt es hier ...
Zum VABÖ-Blatt Nr. 2/2017 mit Schwerpunkt Kompost geht es hier ...


09. Nachhaltig in Graz:
Mit Listen gegen den Abfall

© Günther Gumhold, pixelio.de

Die Initiative „Nachhaltig in Graz“ möchte das nachhaltige Leben in Graz erleichtern und informiert seit Anfang 2017 über Geschäfte, die nachhaltigere, verpackungsarme Produkte anbieten, über Betriebe, die reparieren, re-usen und upcyceln, über soziale Projekte und über Termine rund um das Thema Nachhaltigkeit. (Quelle: Biorama & Nachhaltig in Graz)

Angefangen hat Gründerin Beatrix Altendorfer auf Facebook mit der Gruppe „Zero Waste Graz“. Mitte Februar diesen Jahres hat sie sich mit der Bloggerin Andrea Breithuber zusammengetan und mit ihr die Online-Plattform „Nachhaltig in Graz“ aufgebaut. Hier stellen die beiden im Blogformat laufend die nachhaltigen Alternativen in Graz rund um Einkaufen, Sharing-Economy, Aktionen, Mobilität, Essen und Trinken und Zero Waste vor.

Auf der Unterseite „Recycling-Führer für Graz“ finden Interessierte auch eine Liste mit Läden, in die sie ihre nicht mehr gebrauchten Gegenstände oder Materialien bringen können, damit diese re-used oder recycelt werden. Die Seite bewirbt auch die Initiative „Abfallberatung light 2017“, über die man sich im Herbst 2017 in Graz gratis zum Abfallcoach ausbilden lassen kann. Wer Anmerkungen oder Vorschläge für die Seite hat, kann entweder direkt auf der Seite kommentieren oder sich per Email melden.

Ein weiterer Plan von Altendorfer ist, einen Verschenk-Laden in Graz zu eröffnen, in dem kein Konsumzwang herrscht und wo auch Workshops angeboten werden.

Mehr Infos zu Nachhaltig in Graz gibt es hier ... und auf Facebook ...
Zum Recycling-Führer für Graz geht es hier ...
Zum Interview mit Beatrix Altendorfer auf Biorama geht es hier ...
Zur Facebook-Gruppe von Zero Waste Graz geht es hier ...


10. Hersteller und KonsumentInnen in die Pflicht nehmen:
Mit wirtschaftlichen Anreizen für die Abfalltrennung

© Klaus-Uwe Gerhardt, pixelio.de

Obwohl die Circular Economy breite Zustimmung erfährt, sind die aktuellen politischen Steuerungssysteme auf eine lineare Wirtschaftsweise ausgelegt. Beispielsweise fehlen in der EU für viele Abfallstoffe die geeigneten Anreize für die getrennte Sammlung und Wiederverwertung, etwa bei Textilien (unter 20 %), Zigarettenstummeln (unter 35 %), Batterien (unter 40 %) oder Kaffeekapseln. In einer neuen Studie geben Reloop und Zero Waste Europe Empfehlungen für Anreizsysteme.

Ohne wirtschaftliche Anreize für die Sammlung bestimmter Stoffe, wird sich hier laut Reloop, der europäischen Plattform für die Förderung der Circular Economy, nichts ändern. Dabei gäbe es die geeigneten Instrumente bereits, wie etwa über 35 Pfandsysteme für Getränkeverpackungen weltweit, sie müssten nur richtig eingesetzt werden. In einer Studie gemeinsam mit Zero Waste Europe untersucht die Organisation erfolgreiche Maßnahmen, die beispielsweise für Getränkeverpackungen angewendet wurden und leitet daraus Maßnahmen für andere Abfallkategorien ab.
Die Studie zeigt auf, dass die Umsetzung von Maßnahmen wie etwa Pfandsystemen, Steuerrückerstattungen und Rückkaufsystemen zu weniger achtlos weggeworfenen Abfällen und weniger Umweltverschmutzung durch Plastik führt. Gleichzeitig sollen die Hersteller in die Pflicht genommen werden, dafür zu sorgen, dass ihre Produkte und Verpackungen im Ressourcenkreislauf erhalten bleiben. Die gesetzlichen Anreizsysteme sollen sie dabei unterstützen, meint Joan Marc Simon von Zero Waste Europe.

Konkret schlagen Reloop und Zero Waste Europe vor, ein Pfandsystem für Handys und Kaffeekapseln einzuführen und Recyclinganreize für Teppich- und Teppichbödenhersteller zu schaffen, um die extrem niedrige Recyclingrate von Teppichen von unter 3 % anzuheben.Angesichts unbefriedigend niedriger Sammelquoten gerade bei den problematischen Batterien und Elektrogeräten setzt sich auch der VABÖ für eine Weiterentwicklung der bestehenden Sammelschienen mit Hilfe von Pfandsystemen ein. Diesen Schwerpunkt haben wir im VABÖ-Blatt Nr. 2/2016 behandelt.

Zum Artikel und zur Studie (Englisch) von Reloop und Zero Waste Europe geht es hier ...
Zum VABÖ-Blatt Nr. 2/2016 mit Schwerpunkt Elektroaltgeräte- und Batterien-Sammlung geht es hier ...

Dieser Newsletter wird gefördert vom:
Ministerium für ein lebenswertes Österreich

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