VABÖ-Newsletter Februar 2016

Verband Abfallberatung Österreich (VABÖ)

27.02.2016

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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Kontakt/Impressum:

VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. Mikroplastik im Meer:
„Biologisch abbaubare“ Kunststoffe sind keine Lösung

Biologisch abbaubare Kunststoffe und Meeresabfälle - UNEP Studie
Foto: UNEP

Eine aktuelle UNEP-Studie zum Thema „Biologisch abbaubare Kunststoffe und Meeresabfälle. Missverständnisse, Gefahren und Wirkungen auf die Meeresumwelt“ zeigt, dass der vollständige biologische Abbau von solchen Kunststoffen – wenn überhaupt – nur unter äußerst selten anzutreffenden Verhältnissen in der Meeresumwelt vorkommt. Außerdem führe das Label "biologisch abbaubar" beim Konsumenten meist dazu, diese Materialien nunmehr völlig ohne schlechtes Gewissen überall wegzuwerfen und verstärke damit sogar noch die Problematik von Littering und Plastikmüll im Meer. (Quelle: UNEP)

Die am häufigsten genutzten Kunststoffe, welche für übliche Produkte angewendet werden (z.B. Polyethylen, Polypropylen, ...) sind in der Meeresumwelt biologisch überhaupt nicht abbaubar. Polymere, die an Land unter günstigen Bedingungen biologisch abgebaut werden, lösen sich im Meer viel langsamer auf, was zu Meeresverschmutzungen und negativen Folgen für die Ökosysteme im Ozean beiträgt. Laut dem Bericht kann angenommen werden, dass Mikroplastikteilchen, welche im Zersetzungsprozess als Restprodukte entstehen, von Meereslebewesen aufgenommen werden können und den Transport von schädlichen Mikroben, Krankheitserregern und Algen begünstigen. Fazit: Biologisch abbaubare Kunststoffe lösen keine Umweltprobleme, sondern schaffen neue.

Den 38-seitigen Bericht (in Englisch, Originaltitel: "Biodegradable Plastics and Marine Litter. Misconceptions, Concerns and Impacts on Marine Environments") gibts hier zum download.


02. Last call:
VIKTUALIA Award 2016

VIKTUALIA AWARD 2016
VIKTUALIA Award

Bis zum 6. März 2016 (keine Verlängerung) können gute Projekte oder innovative Ideen gegen die Lebensmittel-verschwendung eingereicht werden. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat im Rahmen seiner Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“ zum vierten Mal den VIKTUALIA Award ausgeschrieben. Mit dem VIKTUALIA Award sollen die besten Ideen vor den Vorhang geholt werden.
(Quelle: BMLFUW)

Mitmachen können Unternehmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und –handel, Gastronomie, Abfallwirtschaft, Gemeinden, Schulen, soziale Organisationen und auch Einzelpersonen. Die Bewerbungen können online, per Email oder schriftlich eingebracht werden. Die Preisverleihung ist im April 2016 in Wien.

Online-Einreichung hier...
Alle Informationen zum Wettbewerb und zur Initiative hier...


03. Schultaschenkauf vor Ostern:
Nichts dem Zufall überlassen - Qualität mit Prüfsiegel

BMLFUW Schultascheninformation
BMLFUW / Christopher Fuchs

Kaum zu glauben - schon wieder nähert sich die Zeit des Schultaschenkaufs - und wieder gibt es rechtzeitig dazu die brandaktuellsten Tipps zur nachhaltigen Kaufentscheidung von "Clever Einkaufen", der Initiative des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich. Entscheidend ist geprüfte Qualität, die ist meist langlebiger und daher auch als Gebrauchtprodukt noch immer gut und leistbar.
(Quelle: BMLFUW/Jutta Kellner)

Sinnvoll sind Schultaschen, die der ÖNORM 2170 oder der DIN 58124 entsprechen. Damit werden gute Ergonomie, Verarbeitung und Warnwirkung zertifiziert. Leider sind qualitativ hochwertige Produkte meist nicht billig zu haben, es sei denn es sind Vorjahresmodelle oder Aktionsangebote, und natürlich gebrauchte Schultaschen - diese schaffen es ohnehin nur bis in den Secondhand-Shop, wenn sie einiges aushalten.

Manche Hersteller bieten ein kundenfreundliches Reparaturservice und eine Garantie. Auch darauf sollten Sie achten. Um die Garantieleistungen in Anspruch nehmen zu können, ist es ratsam die Originalrechnung des Händlers, die ausgefüllte Garantiekarte bzw. einen Garantiepass aufzubewahren. Bei Schulrucksäcken gibt es Hersteller die sogar 30 volle Jahre Garantie auf ihre Modelle geben (Eastpack, Schneiders Vienna auf Walker). Schultaschen und Schulrucksäcke, die lange im Einsatz bleiben, schaffen einen großen Umweltvorteil und werden nachhaltig verwendet. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Vor- und Nachteile und über Fragen wie:

  • Kann es eine gebrauchte Schultasche sein?
  • Passt ein Design aus der Kollektion der Vorjahre auch?
  • Hält das Wunschdesign mindestens die nächsten drei Jahre?

Bevor Sie Schultaschen in den Müll geben, fragen Sie bei Ihrer Abfallberatung, ob benützte und noch gebrauchsfähige Schultaschen gesammelt werden oder wenden Sie sich an eine karitative Einrichtung.

Schultaschen für die es weder eine kundenfreundliche Produktbeschreibung oder Prüfnachweise noch ein Reparatur-Service bzw. einen Garantiepass gibt, bieten wenig Sicherheit. Die Initiative Clever einkaufen für die Schule empfiehlt beim Kauf Modelle auszuwählen, die von offiziellen Institutionen unter strengen Auflagen geprüft wurden und Prüfplakette tragen. Das bietet Ihnen ein Stück weit mehr Sicherheit. Als Maßstäbe wurden folgende Prüfzeichen herangezogen: DIN 58124, „GS-Zeichen“ (geprüfte Sicherheit), AGR (steht für Aktion Gesunder Rücken e-V), bluedesign product.

Alle Infos Online:
Beispiel einer karitativen Schultaschensammlung aus dem Bezirk Schärding, OÖ hier...
DIN-SCHULTASCHEN-LISTE 215 hier... / 2016 ab 1. März hier...
5 schnelle Tipps...
Mehr zum Thema  Schultaschen hier... / Schulrucksäcke hier...


04. Frankreich:
Supermärkte dürfen kein verzehrbares Essen wegschmeißen

Lebensmittel Selbstverpflichtung Frankreich
Foto: Schnappschuss/pixelio.de

Anfang Februar 2016 stimmten Abgeordnete mit großer Mehrheit ab, dass Lebensmittel, die noch für den Verzehr geeignet sind, nicht mehr von Supermärkten weggeworfen werden dürfen. Frankreichs Senat wird nun an dem Gesetzestext arbeiten. Die Maßnahmen sollen eine Verschwendung der Lebensmittel vermeiden, die ungekauften Produkte sollen entweder gespendet, oder als Tiernahrung bzw. Kompost für die Landwirtschaft weiterverarbeitet werden. (Quelle: ORF)

Schon im Juli 2015 wurden ähnliche Maßnahmen festgesetzt, welche aber wegen Verfahrensfehlern wieder gestrichen wurden, worauf die großen Supermarktketten freiwillig (allerdings erst nach Kontroversen) eine Selbstverpflichtung unterzeichneten. Im Sommer 2015 wurde allerdings aufgedeckt, dass 2/3 der großen Handelsketten von SubunternehmerInnen betrieben würden. Auch wenn sich die Chefs der großen Ketten zu etwas verpflichten würden, wären es schlussendlich die SubunternehmerInnen, die für ihre Filiale individuell entscheiden könnten, meint der Abgeordnete Arash Derambarsh. Das kann nur ein Gesetz verhindern, welches nun bearbeitet wird, in welchem diese Maßnahmen verankert sind.

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05. Sind die Kassazettel giftig?
Belegerteilungspflicht und die damit verbundenen Problemstoffe

Problemstoffe in Kassenbelegen
Foto: Steve Buissinne / pixabay

Mit der Registrierkassenpflicht seit 1.1.2016 gibt es auch die sogenannte Belegerteilungspflicht, welche besagt, dass KundInnen den Kassazettel nach dem Einkauf mitnehmen müssen. Das problematische daran ist, dass für die Bedruckung der Belege Chemikalien anstatt Tinte eingesetzt werden. Diese Thermopapiere können für Personen, welche sehr oft mit ihnen in Berührung kommen, gesundheitliche Risiken haben. (Quelle: ORF)

Der in vielen Thermopapieren enthaltene Stoff Bisphenol A (BPA) ist nicht fest gebunden, was bedeutet, dass er sich leicht vom Papier löst. Problematisch ist der Stoff deshalb, weil der Verdacht besteht, dass durch ihn das Hormonsystem und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt werden, sowie die Gehirnentwicklung von Ungeborenen und Kindern geschädigt wird. Alternativen dazu gibt es bereits - Busphenol S (BPS) ist eine davon, welche allerdings als nicht sehr viel harmloser beschrieben wird. Komplett phosphatfreie Papiere sind auch erhältlich - allerdings teurer als die giftigen Varianten. Für KundInnen gelten Kassazettel allerdings als gefahrlos. Nur wer täglich sehr oft mit den Belegen in Berührung kommt (z.B. KassiererInnen), ist den Risiken ausgesetzt.

Für die Entsorgung wird empfohlen, alle Kassazettel in den Restmüll zu werfen, da es für KonsumentInnen nicht gleich ersichtlich ist, ob sich giftige Stoffe darin befinden. Sollten diese ins Altpapier gelangen, könnte dies bei der Produktion von Lebensmittelverpackungen aus Altpapier (z.B. Kartonverpackungen) zum Problem werden.

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06. Kreislaufwirtschaft:
"Urban Mining" in Deutschland

UBA-Studie Urban Mining in Deutschland
Foto: Umweltbundesamt Deutschland

Die Idee der Kreislaufwirtschaft ist nichts Neues, Rohstoffe abzubauen anstatt schon vorhandene Materialien zu verwenden ist nicht nachhaltig und schadet der Umwelt. Anhand von "Urban Mining" (Urbaner Abbau) soll eine Kreislaufwirtschaft geschaffen werden, indem aus Häusern, Leitungen, Autos, etc. Rohstoffe gewonnen werden. Welche und was für Mengen potenzieller Sekundärrohstoffe hier in Deutschland bereitstehen, erfasste eine UBA-Studie. (Quelle: UBA)

Der Gesamtbestand im so genannten „anthropogenen Lager“ der Bundesrepublik, darunter Gesteine, Metalle, Holz und Kunststoffe, lässt sich auf 51,7 Milliarden Tonnen Material taxieren. Dies entspricht ungefähr der Summe aller im Jahr 2000 weltweit gewonnenen Rohstoffe. In Folgeprojekten des UBA sollen aus diesen Daten verlässliche Prognosen zu den verfügbaren Sekundärrohstoffen erarbeitet und eine Urban Mining-Strategie entwickelt werden. Auf diese Weise lassen sich zukünftig nicht nur wertvolle natürliche Ressourcen schonen, sondern auch die Importabhängigkeit für zahlreiche Rohstoffe abmildern.

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07. "Mehr als schön"
5. Bundespreis Ecodesign

Deutscher Bundespreis Ecodesign
Foto: Umweltbundesamt Deutschland

Der vom deutschen Bundesumweltministerium (BMUB) und dem deutschen Umweltbundesamt (UBA)ausgelobte Bundespreis Ecodesign zeichnet innovative Produkte, Dienstleistungen und Konzepte aus, die sowohl ästhetisch als auch ökologisch überzeugen. Die Auszeichnung richtet sich an Unternehmen aller Branchen und Größen, sowie an StudentInnen. Eingereicht können die innovativen Produkte, Dienstleistungen oder Konzepte unter dem diesjährigen Motto "Mehr als schön" bis 11. April 2016 werden.

Innovationsgehalt, Gestaltungsqualität und Umwelteigenschaften stehen bei der Bewertung im Vordergrund. Auch Auswirkungen auf die Alltagskultur und das Verbraucherverhalten werden berücksichtigt. Dabei findet der gesamte Produktlebenszyklus von den Vorstufen der Produktion über die Herstellung, Distribution und Nutzung bis hin zum End of Life Beachtung. Damit soll erreicht werden, dass die Auswirkungen der gesellschaftlichen Konsumgewohnheiten kritischer hinterfragt werden. Der Bundespreis Ecodesign ist aufgrund der Gleichstellung von ökologischen und gestalterischen Kriterien einzigartig. Ausgezeichnet werden VorreiterInnen auf dem Gebiet des ökologischen Designs, die PreisträgerInnen und Nominierten werden bei der Preisverleihung am 28. November 2016 geehrt, außerdem werden sie bei einer Wanderausstellung auf Messen und Museen präsentiert.

Alle Infos und Kurzfilm hier...
Pressemitteilung des UBA hier...


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