Verband Abfallberatung Österreich (VABÖ)

VABÖ-Newsletter März 2017

06.03.2017

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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Kontakt/Impressum:

VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

VABÖ und 143 weitere NGOs fordern die Bundesregierung auf:
UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung endlich umsetzen!

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung

Im September 2015 beschloss Österreich gemeinsam mit allen UN-Mitgliedstaaten die Agenda für Nachhaltige Entwicklung und die darin enthaltenen 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals - Sogs). Sie zielen darauf ab, soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit zu fördern. Sie sind ein Masterplan für eine gerechtere Welt und weisen einen Weg in eine nachhaltige Zukunft. Ein breiter Zusammenschluss von 144 Organisationen aus verschiedenen Bereichen wie Soziales, Umwelt, Menschenrechte und Entwicklung fordert die Regierung nun mit einem offenen Brief zu konkreten Maßnahmen auf, damit Österreich ein Vorreiterland der Nachhaltigen Entwicklung wird. (Quelle: OTS)

Der VABÖ vertritt die fast 400 kommunalen Umwelt- und AbfallberaterInnen in Österreich, die eine Schlüsselrolle bei der gesellschaftlichen Transformation in Richtung nachhaltiger Entwicklung spielen, weil sie in der abfallwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit nicht nur über richtige Abfallsammlung sondern auch für ressourcenschonende und nachhaltige Konsummuster und Lebensstile informieren. Sie werden hauptsächlich von den Kommunen finanziert und stehen in direktem laufenden Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern. Im Sinne einer breiten Bewusstseinsveränderung hin zu nachhaltigen Lebensstilen müssen gerade sie von übergeordneten staatlichen Stellen strategischen und operativen Support erhalten, damit die SDGs auch den Weg in den Lebensalltag der Menschen finden.

"Um Ihren eigenen Beschlüssen gerecht zu werden, sollte die Bundesregierung nun rasch konkrete Schritte setzen" fordert Annelies Vilim, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung des Dachverbandes der entwicklungspolitischen und humanitären NGOs. "Die Ziele sind seit über einem Jahr in Kraft, ein Umsetzungsplan und eine Strategie, wie sie andere Staaten haben, liegen noch immer nicht vor. Da hat die Bundesregierung eindeutig Nachholbedarf. In anderen Ländern ist die Agenda 2030 längst zur Chefsache erklärt worden. Das sollte auch in Österreich so sein. Wir erwarten von der Regierungsspitze, dass sie über den nächsten Wahltermin hinaus denkt und ihre Verantwortung wahrnimmt. Die angekündigte Überarbeitung des Regierungsprogramms wäre dafür eine geeignete Gelegenheit. Mit unserem Brief wollen 144 Organisationen die österreichische Bundesregierung eindringlich zum Handeln auffordern. Denn 2030 kommt schneller, als man glaubt", schließt Vilim.

Link zum offenen Brief an die Bundesregierung hier ...

Rückfragen & Kontakt:
AG Globale Verantwortung
Romana Bartl
Öffentlichkeitsarbeit
+43 1 522 44 22 - 15, +43/699/12696310
romana.bartl@globaleverantwortung.at
www.globaleverantwortung.at

 


02. Verbaute Ressourcen:
Weltweiter Materialbestand in Gebäuden und Infrastrukturen

Verbaute Ressourcen: 800 Milliarden Tonnen
Foto: 472392©pixabay.com
Verbaute Ressourcen: 800 Milliarden Tonnen

Eine Studie zur Abschätzung des gesamten weltweiten Materialverbrauchs in Gebäuden und Infrastrukturen wurde vom Institut für Soziale Ökologie der Uni Klagenfurt im Fachjournal "PNAS" veröffentlicht. Darin wird zum ersten Mal die Menge der eingesetzten Rohstoffe geschätzt – das Ergebnis zeugt eher von einer Anhäufungs- als von einer Wegwerfgesellschaft. (Quelle: APA)

Fridolin Krausmann hat gemeinsam mit seinem Team das Ausmaß der Verwendung von Ressourcen wie Stahl, Kupfer, Aluminium, Bauholz, Beton, Sand, Schotter, Plastik, etc. berechnet und die Dynamik und Effekte dieser Nutzung untersucht. "Es zeigte sich, dass die globalen Materialbestände der Menschheit von 1900 bis 2010 um das 23-fache gestiegen sind", sagte Krausmann zur APA.

Die Zahl ist gravierend: In allen Gebäuden, sei es eine einfache Hütte oder ein Skyliner, Infrastrukturen wie Straßen, Leitungen, Maschinen, Autos, etc. sind knapp 800 Milliarden Tonnen Material enthalten, wovon sich zwei Drittel in Industrieländern befinden. Nach wie vor werden zum Großteil natürliche Ressourcen verbraucht - nur zwölf Prozent der in den Bestand fließenden Materialien sind wiederverwertete Materialien. Derzeit wird noch vier Mal mehr neues Material in den Bau neuer Gebäude und Infrastrukturen investiert als auf der Abfallseite wieder herauskommt.

Es wird geschätzt, dass in den nächsten 20 Jahren 270 Milliarden Tonnen Abbruchmaterial anfallen könnten - so viel wie in den gesamten 100 Jahren davor. Dieser Blick nach vorne zeigt ganz klar: Re-Use und Recycling im Baubereich sind keinesfalls nur eine Ideologie, sondern zukunftsträchtige Konzepte, die sich aufgrund der steigenden Ressourcenknappheit und der damit verbundenen Kosten in den nächsten Jahren etablieren werden. Wer bei der intelligenten Nutzung von Ressourcen, vor allem im Baubereich, die Nase vorn hat, verschafft sich Wettbewerbsvorteile.

Um Ressourcen nachhaltig zu nutzen, müssten Wirtschafts- und Infrastrukturwachstum entkoppelt werden, wie es auch von den Vereinten Nationen gefordert wird, schreiben die WissenschafterInnen in der Studie. Dies könnte durch intensivere Nutzung bestehender Infrastrukturen und Gebäude, längere Nutzungszeiten und eben die bestmögliche Schließung von Stoffkreisläufen durch Re-Use und Recycling erreicht werden.

Zum Artikel der APA mit näheren Infos geht's hier...
Zur Veröffentlichung der Studie (Englisch) geht's hier...

 


03. Kunststoff selbst verwerten:
"Precious Plastic" bietet gratis Anleitungen zum Maschinenbau

Precious Plastic
Precious Plastic

Es klingt anfangs wie Science-Fiction, doch schnell wird klar, dass das großartige Projekt des Niederländers Dave Hakkens wirklich Zukunftsperspektive auf allen Ebenen hat: Mit seinem Team entwickelte er Maschinen, mit denen es möglich ist, Plastik selbst zu verwerten. Das ist aber noch lange nicht alles, denn das gesamte Know-How ist online frei zugänglich und die Maschinen sind so konstruiert, dass die dafür nötigen Materialien quasi überall auf der Welt leicht erhältlich sind und jedeR handwerklich talentierte Mensch die Maschinen selbst bauen kann.

Es klingt weit hergeholt, wird aber leicht zugänglich gemacht: das Bauen einer eigenen Maschine, die einen dazu befähigt, aus Plastikmüll etwas Brauchbares zu machen. Auf der Website von Dave Hakkens findet man dazu alles, was man braucht: Anleitungen, Erfahrungen, Ideen und vor allem Motivation, eine Maschine zu bauen, mit der man Plastikmüll zerkleinern, einschmelzen und neue Dinge entwickeln kann. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, von Produkten wie Lampen, Eimer, Vasen, usw. über Werkzeuge, bis hin zu Rohmaterialien wie z.B. Granulate für 3D-Drucke kann mit den Maschinen alles hergestellt werden, das irgendwie brauchbar ist.

Das Ziel dieser Open Source-Innovation ist es nicht, Profit zu machen, sondern so vielen Menschen wie möglich die Gelegenheit zu bieten, im eigenen Umfeld den übermäßig hohen Anteil an Plastikmüll zu reduzieren und durch die dadurch gewonnenen Materialien Neues zu schaffen. Ein Projekt, das durch seinen radikalen Gemeinwohl- und Sharing-Ansatz fasziniert und auf jeden Fall weiterverfolgt gehört!

Alle Infos (Englisch) auf der Website von Precious Plastic hier...

 


04. EAG-Sammlung Schweiz:
Intensivierung der Erfassung von Elektro-Kleingeräten mit Haushaltssammelhilfe

 EE-Sammelsack
Bild EE-Sammelsack

Zu geringe Sammelquoten bei Elektrogeräten sind ein europaweites Problem, in der Schweiz wurde in einem Pilotprojekt versucht, die Haushalte besser zu erreichen: Im Dezember 2015 erhielten alle Basler Haushalte einen Sammelsack für kleine, ausgediente Elektrogeräte. Ziel der Aktion war es, die Recyclingquote für kleine Elektrogeräte zu steigern. Die Sammelaktion für Elektrogeräte des Amts für Umwelt und Energie Basel-Stadt war ein Pilotprojekt, welches gemeinsam mit den Recycling-Organisationen Swico Recycling, SENS eRecycling und der Stiftung Licht Recycling Schweiz durchgeführt wurde. Ziel dieser Aktion war es, die Bevölkerung an die kostenlosen Rückgabemöglichkeiten von Elektroaltgeräten zu erinnern. Quellen: AUE, Europaticker)

In der Schweiz landen pro Jahr geschätzte 10.000 Tonnen an Elektroschrott im Abfall, anstatt in den dafür vorgesehenen Recyclingtonnen, wodurch kostbare Rohstoffe wie z.B. Kupfer oder Gold verloren gehen. Mit dieser Sammelaktion wurde gezeigt, dass die SchweizerInnen großes Interesse daran haben, die alten Geräte so zu entsorgen bzw. weiterzugeben, dass sie noch recycelt werden können. Die Rückgabe ist kostenlos, da im Preis eines neuen Elektrogerätes bereits die vorgezogene Recycling-Gebühr (vRG) erhoben wird.

Die großen Elektronik-Anbieter Interdiscount, M-Electronics und Media Markt unterstützten die Aktion, indem sie die gefüllten Sammelsäcke nicht nur zurücknahmen, sondern diese auch für die Auswertung des Rückgabeguts zur Verfügung stellten. 200 Säcke wurden stichprobenartig untersucht, das Ergebnis: durchschnittlich 1,5 kg Rückgabegut pro Sack und darunter keine Fehlwürfe! 40% des durchschnittlichen Inhalts waren elektronische Kleingeräte (Rasierapparate, Küchen- und andere Haushaltsmaschinen), 38% waren informations- und kommunikationstechnologische Geräte (PCs, Ladekabel, Handys) und 22% waren Kabel, Batterien und lose Kleinelektronik. Interessant: In fast jedem 2. Sack war ein Mobiltelefon.

Noch ist nicht klar, ob diese Sammelaktion die Sammelquote 2016 (und darüber hinaus) steigern konnte. Was allerdings ein klares Ergebnis dieser Aktion ist: Es besteht großer Handlungsbedarf im Bereich der Elektroaltgeräte-Sammlung, um die wertvollen Rohstoffe im Kreislauf halten zu können.

Zum Artikel von Europaticker geht's hier...
Zur Ankündigung der Aktion geht's hier...

 


05. Wettbewerb für Sport-, Kultur-, Dorf- und Stadtevents sowie Sportvereine:
Nachhaltig gewinnen mit Ihrer Veranstaltung 2017!

Nachhaltig gewinnen

Beim Wettbewerb "nachhaltig gewinnen" 2016/17 gibt es 20.000 Euro Preisgeld für umweltbewusste Sportveranstaltungen, Kulturevents, Dorf- und Stadtfeste sowie erstmalig auch Sportvereine. Die Einreichfrist ist am 8. April 2017. Das Bund-Bundesländer-Netzwerk "Green Events Austria" hat 2011 den Wettbewerb "nachhaltig gewinnen!" ins Leben gerufen und zeichnet die nachhaltige und umweltbewusste Organisation von Events aus.

Bei den vorhergehenden Wettbewerben nahmen 370 Veranstaltungen aus allen neun Bundesländern teil. Die Teilnahme funktioniert einfach übers Internet: VeranstalterInnen registrieren sich auf der Website (http://wettbewerb.greeneventsaustria.at/) und geben die Maßnahmen an, die bei ihrer Veranstaltung umgesetzt wurden. Der Aufwand für die Dokumentation ist überschaubar: aussagekräftiges Bildmaterial und Fotos, Videos, kurze Textbeschreibungen oder Links zur Website sind im Wesentlichen ausreichend. Teilnehmen können Veranstaltungen die zwischen 1.April 2016 und 31.März 2017 stattfinden bzw. stattfanden.

Die Auszeichnungen werden im Rahmen einer Auszeichnungsveranstaltung im Juni 2017 von Bundesminister Rupprechter, VertreterInnen der Bundesländer, der Partner und der Sponsoren überreicht. Der Wettbewerb "nachhaltig gewinnen!" 2016/17 ist mit einem Preisgeld in der Höhe von insgesamt maximal EURO 20.000,- dotiert.

Nähere Informationen und Link zur Online-Einreichung hier ...

 


06. EU-Kommission:
Österreich sollte mehr für Abfallvermeidung und Wiederverwendung tun

Abfallvermeidung und Wiederverwendung in Österreich
Grafik: EU-Kommission, Quelle Eurostat

In einem Bericht der EU-Kommission über den Stand der Umsetzung der EU-Umweltpolitik wird Österreichs Performance in der Abfallwirtschaft zwar positiv gewürdigt, dennoch sieht die Kommission noch Verbesserungsbedarf. Die Recyclingquote von Siedlungsabfällen ist in den letzten Jahren sogar gesunken, und zwar vom Höchstwert 2008 mit 65% (was dem aktuellen Kommissionsziel für 2030 entspricht) auf nur noch 58% in 2014.

Neben einigen anderen Vorschlägen empfiehlt die Kommission Österreich folgende Maßnahmen: 1.: Einführung neuer politischer Instrumente,
einschließlich wirtschaftlicher Instrumente, um die Abfallvermeidung zu fördern und Recycling und Wiederverwendung wirtschaftlich attraktiver zu machen. 2.: Verlagerung von wiederverwendbaren und recycelbaren Abfällen weg von der Verbrennung durch schrittweise Einstellung der Zuschüsse für Müllverbrennung.

Laut Kommission könnten damit in Österreich über 3400 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden und der
Jahresumsatz des Abfallsektors könnte um mehr als 350 Mio. EUR steigen.

Gerade der erste Vorschlag ist die Bestätigung der jahrelangen Forderungen zahlreicher NGOs, darunter VABÖ und RepaNet, Mehrwegsysteme besser zu schützen, finanzielle und strukturelle Benachteiligung von Re-Use abzubauen und die Finanzierung der Vorbereitung von Re-Use nicht allein den Re-Use-Betrieben zu überlassen.

Download des EU-Länderberichtes hier ...

 


07. Blog Postwachstum:
Schaufenster und Ideenwerkstatt für eine vom Wachstumszwang befreite Gesellschaft

Postwachstum Ideenwerkstatt
Foto: Blog Postwachstum

Eine wahre Fundgrube für "geistiges Futter" finden alle an nachhaltigen Lebensstilen Interessierten auf dem "Blog Postwachstum". Bekannte AutorInnen der "Postwachstums-Szene" entwickeln hier Visionen und Gestaltungsideen für eine Postwachstumsgesellschaft: eine nachhaltige Gesellschaft, die nicht auf Wirtschaftswachstum angewiesen ist und in der es sich gut leben lässt. JedeR ist eingeladen, online mitzudiskutieren, wie wir die Zwänge, die unsere Wirtschaft am Wachstumspfad festhalten lassen, überwinden können! Es gibt auch einen regelmäßigen Newsletter mit Updates zu den spannendsten Diskussionen.

Es gibt gute Gründe gegen dauerhaftes Wirtschaftswachstum – dennoch wird es nicht leicht, unsere Gesellschaft vom etablierten Paradigma abzukehren. Eine Postwachstumsgesellschaft wird nicht nach einem einzigen Masterplan designt. Eher wird sie aus zahlreichen Experimenten hervorgehen, die einzelne Akteure oder Gruppen wagen. Experimente, die suffiziente Lebensstile in der Praxis verwirklichen, Unternehmensziele neu definieren oder jenseits des wissenschaftlichen Mainstreams forschen. Auch wenn viele Lösungsideen eingängig scheinen, gibt es keine Patentrezepte. Wir brauchen einen offenen Suchprozess, an dem sich viele Akteure beteiligen können!

Der Blog geht zurück auf die Initiative von Angelika Zahrnt und Irmi Seidl, die durch die Veröffentlichung ihres Buches „Postwachstumsgesellschaft – Konzepte für die Zukunft“ (2010) wichtige Debatten angestoßen haben und diese weiterführen wollen. Aus einem kleinen Blog zum Buch hat sich im Laufe der letzten Jahre ein Debattenblog entwickelt, an dem sich bisher über 200 Autor/innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft beteiligt haben. Die Redaktion des Blogs liegt beim Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das diesen gemeinsam mit der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie trägt, gestaltet und weiterentwickelt. Um die deutsche Postwachstumsdebatte noch stärker mit internationalen Debatten in Austausch zu bringen, kooperiert die Redaktion mit dem Blog The Daly News des Center for the Advancement of the Steady State Economy (CASSE) sowie dem Degrowth-Webportal des Konzeptwerk Neue Ökonomie.

JedeR ist eingeladen, sich an den Debatten des Blogs zu beteiligen. Dafür kann man Vorschläge für Blog-Beiträge oder Themenideen einsenden oder bestehende Beiträge kommentieren.

Zum Blog gehts hier...

 


08. Clever Einkaufen:
Der Osterhase checkt was in der Schultasche steckt

Schuleinkauf.at
Foto: BMLFUW/Christopher Fuchs

Im Geschäft inmitten der Wunderwelt an Schultaschen und Schulrucksäcken, sind Kinder begeistert, sobald sie ihr Lieblingsmotiv erblicken. Schon vor dieser emotionalen Begegnung der Kinder mit der Bildersprache der Designer, sollten sich Eltern mit ausgewählten Labels anfreunden, die für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit stehen. Um sich davon einen raschen Überblick verschaffen zu können, hat „Clever einkaufen für die Schule“ eine Einkaufshilfe für Schultaschen und -rucksäcke erstellt.

Recherchiert wurde bei den Herstellern, die Schultaschen mit einer geprüften Sicherheitsausstattung anbieten, nach Modellen die nachweislich ergonomisch geprüft sind, die Garantie-Dauer und ob der Hersteller ein Reparaturservice bietet.

Pflegetipps und eine Händlerlisten finden sich auf fast allen Portalen der Markenhersteller im Internet, ebenso Modelle im Abverkauf zu günstigeren Preisen. Unverzichtbar bleibt das Probetragen. Die Produktbeschreibung sorgfältig lesen und auf die Kennzeichnungen achten hilft bei einer wohlüberlegten Kaufentscheidung.

Für Schulrucksäcke gibt es im Gegensatz zu Schultaschen keine Industrienorm, die Mindestkriterien festlegt. Daher gibt es noch keinen einheitlichen Standard, nach dem, wie bei den Schultaschen, geprüft werden könnte.

Die Schultaschen- und Schulrucksack-Liste 2017 und 10 Tipps für den cleveren Schultaschen- und Schulrucksack-Kauf finden Sie hier...

„Clever einkaufen für Büro und Schule“ ist eine Initiative des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich. Alle Informationen dazu finden Sie unter:
www.schuleinkauf.at und www.umweltzeichen.at

 


09. Auch heuer wieder Wettbewerb:
Startschuss: "Sauberste Region Österreichs 2017"

Reinwerfen statt Wegwerfen
Reinwerfen statt Wegwerfen

Es ist wieder so weit, Die Initiative "Reinwerfen statt wegwerfen" macht sich auf die Suche nach der heurigen „Saubersten Region Österreichs“. Ziel der Aktion ist es Gemeinden, Regionen, Bundesländer oder Städte, die sich besonders für die Sauberkeit „ihrer“ Landschaft einsetzen, vor den Vorhang zu holen und zu belohnen. Seit der Preis 2014 ins Leben gerufen wurde, gab es neben unvergesslichen Siegesfeiern, prestigeträchtigen Awards und eigens designten Ortstafeln, vor allem überwältigendes Feedback aus der Bevölkerung. (Quelle: Reinwerfen statt Wegwerfen)

Die Siegerregion erhält, neben einer Ortstafel, die sie als „Sauberste Region Österreichs 2017“ auszeichnet, auch eine gesponserte Siegesfeier vor Ort. Zusätzlich wird von der Expertenjury ein Sonderpreis für das kreativste Projekt vergeben. Dieser ist mit 3.000 Euro dotiert. Seit der Preis 2014 ins Leben gerufen wurde, gab es neben unvergesslichen Siegesfeiern, prestigeträchtigen Awards und eigens designten Ortstafeln, vor allem überwältigendes Feedback aus der Bevölkerung.

Der Vorjahressieger, das oberösterreichische Kirchham hat 2016 eindrucksvoll bewiesen, dass sich auch der kreative Einsatz einer kleineren Gemeinde bezahlt macht. Das Siegerprojekt "Wirf nix raus sonst schaut‘s sooooo aus" erzielte trotz überschaubarer Ressourcen eine große Wirkung. Durch auffällige gelbe Pfeil-Markierungen und Transparente wurden Autofahrer massiv auf Littering an Straßen hingewiesen.

2015 holte sich Kufstein mit dem Projekt "Sauberes Kufstein" den Titel. 2014 ging die Auszeichnung nach Mödling, für die Maßnahmen-Reihe "Mödling. Die Saubere Stadt".

Teilnahmeberechtigt sind Gemeinden, Städte, Bundesländer und Tourismusregionen. Als Einreicher ist jeder berechtigt, der als offizieller Vertreter seiner Gemeinde, Stadt oder Tourismusregion agiert. Die Einreichfrist endet am 31. Mai 2017. Auch Einreicher und Gewinner aus den Vorjahren können wieder mitmachen.

Beispiele für relevante Projekte sind: Aktionismus, PR- und Werbeaktionen, Schulprojekte, Bewusstseinsbildung auf Events, Aktionstage, Integration in Kunstprojekten, Infrastrukturmaßnahmen wie beispielsweise Kübel- und Mülltrennlösungen.

Einreichunterlagen und weitere Infos gibt’s hier...

 


10. Durchbruch für kreislauftaugliche Produkte:
US-Umweltbehörde empfiehlt Cradle to Cradle bei Ausschreibungen

Reinwerfen statt Wegwerfen
Cradle to Cradle-Logo

Der Cradle to Cradle (C2C) Certified Produkt-Standard wurde von der United States Environmental Protection Agency (EPA) in ihren neuen Empfehlungen für Standards und Ökolabels für das (nachhaltige) öffentliche Beschaffungswesen anerkannt. Der VABÖ hat sich bereits bei einer AbfallberaterInnentagung und in einer Schwerpunktausgabe des VABÖ-Blattes mit Cradle to Cradle befasst. Auch in Österreich sind bereits etliche C2C-Produkte erhältlich, die bekanntesten Beispiele hierzulande sind vor allem die Druckereiprodukte von Gugler und einige Reinigungsprodukte der Marke Frosch.

Der Cradle to Cradle Certified Product Standard bietet die Überprüfung von Drittanbietern für Produkte, die gemäß den Cradle to Cradle-Produktdesignprinzipien entwickelt wurden. Cradle to Cradle zertifizierte Produkte werden auf potenzielle Auswirkungen auf Mensch und Umwelt über fünf wichtige Nachhaltigkeitsmerkmale hin untersucht: Materialgesundheit, Materialwiederverwendung, erneuerbare Energien, Wasserversorgung und soziale Fairness. Die Zertifizierung basiert auf der Einhaltung der Standards und wird auf den Ebenen Basic, Bronze, Silver, Gold oder Platinum vergeben und muss alle zwei Jahre vom Hersteller des Produkts verlängert werden.

70% der Cradle to Cradle Certified Produkte fallen unter die Kategorien Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände. "Wir glauben, dass die neue EPA-Empfehlung von Cradle to Cradle Certified als bevorzugter Standard für einen umweltfreundlicheren Einkauf in diesen Produktkategorien einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil für die Hersteller schaffen wird, wenn sie ihre Produkte den Bundesbehörden anbieten", sagte Lewis Perkins, Vorsitzender des Cradle to Cradle Products Innovation Institute.

Die Empfehlung ist Teil der von EPA neu veröffentlichten Richtlinien für die Identifizierung von umweltfreundlichen Produkten, die sich an öffentliche Beschaffungsämter richten. Die Leitlinien sollen ein branchenübergreifendes Rahmenkonzept für die Anerkennung nichtstaatlicher Umweltschutznormen und Umweltzeichen und damit umweltfreundlicher Produkte vorsehen, die diesen Standards für die Verwendung im Bundesbeschaffungswesen entsprechen.

Die EPA-Empfehlungen geben ganzheitlichen (umfassend lebenszyklusbasierten) Standards und Ökolabeln einen Vorzug; ein besonderer Schwerpunkt wird auf Standards gelegt, die "Umwelt-Hotspots" (Bereiche mit hohen Umweltauswirkungen) betreffen.

Mehr Infos (Englisch) hier...
Zum VABÖ-Blatt mit Schwerpunktthema Cradle to Cradle hier...
Zu EPEA Switzerland, die für Österreich die C2C-Zertifizierung begleiten hier ...

 

Dieser Newsletter wird gefördert vom:
Ministerium für ein lebenswertes Österreich

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