VABÖ Newsletter Januar 2018

24.01.2018

VABÖ unterstützt die Initiative der österreichischen Abfallwirtschaft Rund geht's!

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VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
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Internet: www.vaboe.at

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01. Re-Use und die Circular Economy:
Österreichische Re-Use-Konferenz 2018

Österreichische Re-Use-Konferenz 2018
© ARGE Abfallvermeidung

Am 31. Jänner 2018 findet in Graz die Österreichische Re-Use-Konferenz statt. Besonderer Fokus liegt auf dem Circular Economy Aktionsplan der EU und dem dazu gehörenden abfallrechtlichen Regulierungspaket, das am 18. Dezember 2017 endgültig von der EU beschlossen wurde und in dem Re-Use eine wichtige Rolle spielt. Die österreichische Konferenz geht unter anderem den Fragen nach: Was kann Re-Use zur Erreichung der Circular-Economy-Ziele beitragen? Wie unterstützt der Aktionsplan die Schaffung von Re-Use-Infrastruktur? Wie können die weitgestreuten Re-Use-Aktivitäten in Österreich erfasst und dokumentiert werden? Welches Potenzial für „Green Jobs“ hat Re-Use?

Die Keynote hält Hugo-Maria Schally, der im Arbeitsbereich Circular Economy der EU-Kommission zuständig ist für nachhaltige Produktion, Produkte und Konsum. Cillian Lohan vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialkomitee berichtet vom Stakeholder-Ansatz für die künftige Implementierung der neuen EU-Vorgaben. Matthias Neitsch von RepaNet beleuchtet die Chancen für Arbeitsmarkt, Sozialwirtschaft und Zivilgesellschaft. Roland Pomberger, Professor am Lehrstuhl für Abfallwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuni Leoben geht auf mögliche Verbesserungspotentiale der österreichischen Abfallwirtschaft ein. Gerald Dunst, Gründer der Firma Sonnenerde, führt vor, dass man sogar organische Abfälle „re-usen“ kann. Helmut Schmidt, langjähriger Werksleiter der Halle 2 des Abfallwirtschaftsbetriebs München, präsentiert das Gebrauchtwarenkaufhaus der Stadt und die deutschen Abfallvermeidungsmaßnahmen. Die weiteren ReferentInnen finden Sie hier...

Die Österreichische Re-Use-Konferenz wird von der ARGE Abfallvermeidung veranstaltet. Sie findet am Mittwoch, 31. Jänner 2018, von 09.00 bis 17.00 Uhr im Meerscheinschlössl in der Mozartgasse 3, 8010 Graz, im Festsaal im Erdgeschoss statt. Ermäßigter Beitrag gilt für Mitglieder der Vereine RepaNet, VABÖ und ARGE Müllvermeidung.

Die vollständige ReferentInnenliste, weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie hier …


02. Mitmachen & gewinnen!
Vorbereitungen zum großen Steirischen Frühjahrputz 2018

Steirischen Frühjahrputz 2018
© Amt der Steiermärkischen
Landesregierung- A 14

Die Vorbereitungen zum großen Steirischen Frühjahrputz 2018, in Zusammenarbeit mit ORF Steiermark, den steirischen Abfallwirtschaftsverbänden, der privaten Entsorgungswirtschaft, der Berg- und Naturwacht, den Freiwilligen Feuerwehren und unter Beteiligung vieler NGO’s sind voll angelaufen. Ab sofort können sich alle Interessierten unter www.abfallwirtschaft.steiermark.at zur Teilnahme anmelden.

Im Vorjahr fand der Steirische Frühjahrsputz bereits zum zehnten Mal statt. Es wurde in 281 steirischen Gemeinden geputzt, rund 54.000 Personen haben aktiv daran teilgenommen und 204.000 kg Müll wurden eingesammelt.

Für den 11. steirischen Frühjahrsputz 2018 stehen 80.000 Abfallsammelsäcke, Plakate, Info-Flyer und Teilnahmekarten für das Gewinnspiel mit attraktiven Preisen zur Verfügung.

Der Aktionszeitraum startet am 3. April 2018 und endet mit dem landesweiten Aktionstag am 28. April 2018.

Wer mehr darüber wissen will, kann des 11. Steirischen Frühjahrsputz auch auf der Facebook-Seite steirischerfruehjahrsputz verfolgen und sich Anregungen für eigene Initiativen und Putzaktionen holen.


03. Novelle zum Abfallwirtschaftsgesetz:
Salzburg führt Mehrwegpflicht bei Veranstaltungen ein

Mehrwegpflicht für Salzburger Veranstaltungen
© Land Salzburg
Anlässlich der Studie: "Sauberes Salzburg"
Wilfried Mayr (Referat Abfallwirtschaft und
Umweltrecht Land Salzburg) und
LH-Stv. Astrid Rössler.

Der Salzburger Landtag hat am 20. Dezember die Novelle zum Salzburger Abfallwirtschaftsgesetz beschlossen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Verankerung der neuen Abfallhierarchie. Dazu gehören u.a. die Verpflichtungen zur Abfallvermeidung bei Veranstaltungen insbesondere durch Mehrweglösungen, die für Getränke mit 01.01.2019 in Kraft treten, für Speisen mit 01.01.2020.

Im vergangenen August begann die Begutachtung und Überarbeitung, nun wurde die Novellierung des Salzburger Abfallgesetzes beschlossen: Bei Veranstaltungen ab 600 Personen müssen ab Inkrafttreten die Getränke zu zumindest 80 % in Mehrweggebinden bezogen werden, soweit sie im Raum Salzburg erhältlich sind, und ebenfalls zu mindestens 80 % in Mehrwegbehältern ausgegeben werden. Dasselbe gilt für Speisen. Alternativ zu Mehrwegbehälter und –besteck können solche aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet werden. Begründete Abweichungen können für Großveranstaltungen und Wintersportveranstaltungen von der Veranstaltungsbehörde gewährt werden. Ab einer Veranstaltungsgröße von 2.000 Personen muss ein abfallwirtschaftliches Veranstaltungskonzept vorgelegt werden. Für die Umsetzung der Mehrwegverpflichtung bietet das Land Salzburg den Veranstalterinnen und Veranstaltern seine Unterstützung an.

Weitere Änderungen betreffen die Sammlung und Vorbereitung für Re-Use. Das Land und die Gemeinden sind nun dazu verpflichtet, die Vermeidung von Abfällen, Re-Use und die Vorbereitung für Re-Use von Produkten, die getrennte Sammlung und die Verwertung von Abfällen zu fördern. Um das zu erreichen, soll die Bevölkerung informiert werden und Land und Gemeinden selbst Vorbildwirkung zeigen, z.B. im Beschaffungswesen. Die Gemeinden sollen Abgabemöglichkeiten für Re-Use-fähige Gegenstände zur Verfügung stellen.

Weitere Informationen …

Landtagsbeschluss
Ankündigung der Novellierung im August auf salzburg24.at: Land Salzburg führt bei Veranstaltungen Mehrweggebot ein
… und auf der Seite der Salzburger Grünen: Mehrweggebot bei Veranstaltungen und klarer Rahmen für Altstoffsammlung


04. Alternatives Modebewusstsein:
Ein Jahr lang jeden Tag dasselbe Kleid

Zippora Martis gegen Konsumwahn
© Gabi Schoenemann, pixelio.de

Um dem rasanten Kleiderverschleiß und Konsumwahn zu entkommen und ihm noch etwas entgegenzusetzen, hat die Schweizer Ökomode-Bloggerin Zippora Marti beschlossen, das ganze Jahr 2018 ein und dasselbe Kleid zu tragen. (Quelle: enorm)

Abends mit der Hand waschen, morgens wieder anziehen, dafür hat sie sich einen besonders leichten Stoff ausgesucht, der schnell trocknen soll, sagt Marti gegenüber dem Magazin enorm. Auf die Idee gebracht hat sie das Uniform Project von 2009. Eine Inderin in den USA veröffentlichte ein Jahr lang jeden Tag ein Bild von sich im selben Kleid in den sozialen Online-Netzwerken und sammelte dabei Spenden für Projekte in ihrem Herkunftsland. Das „kleine Schwarze“ kombinierte die junge Frau jeden Tag mit anderen Accessoires, um es immer wieder einzigartig wirken zu lassen.

Marti erhält ihr Kleid von einem Berner Eco-Fashion-Label. Anders als der Titel vermuten lässt, geht es nur um Rande um Minimalismus, aber in erster Linie um eine andere Art des Modebewusstseins. Marti möchte sehen, was sie denn überhaupt noch braucht, wenn ein zentrales Kleidungsstück immer gleich bleibt. Sie wird es mit dem kombinieren, was sie schon im Schrank hat, zum einen um sich im Winter warm zu halten, aber auch um sich weiterhin schön zu fühlen und abwechslungsreich anziehen zu können. Wenn der eben erst ausgemistete Schrank nicht genug hergibt, will sie sich in Re-Use-Geschäften, bei Kleidertauschveranstaltungen oder bei nachhaltiger neuer Mode umsehen. Aber vor allem freut sie sich darauf, ein Jahr lang jeden Morgen zu wissen, was sie anziehen soll.

Weitere Informationen …

Artikel auf enorm
The Uniform Project
Zippora Martis Blog und Bilder


05. Zimbabwe:
Keine Polystyrolverpackungen mehr für Take Away

Verbot Polystyrolverpackung in Zimbabwe
© RepaNet

Weil die Umweltverschmutzung durch Verpackungsmüll in Zimbabwe nicht anders in den Griff zu bekommen ist, wurden dort nun Polystyrolverpackungen für Essen schlichtweg verboten. Das geht manchen zu weit und anderen nicht weit genug. (Quelle: DW)

Da die Abfallentsorgung schlecht funktioniert, sind Zimbabwes Straßen, Flüsse, Abflüsse und Seen verstopft von nicht-verrottbaren Polystyrolverpackungen. Um dieser Umweltzerstörung entgegenzutreten, hat die Umweltmanagementagentur von Zimbabwe im Juli 2017 angekündigt, diese Lebensmittelboxen zu verbieten.

Im selben Monat hatte die Universität Zimbabwe ihre Ergebnisse zu einer Untersuchung der Gefahren veröffentlicht, die von dem kurzfristig billigen, aber für die Umwelt teuren Material ausgehen. Das verwendete Polystyrol enthält 57 giftige Chemikalien, die bei der Verbrennung frei werden, die Luft verschmutzen und der Ozonschicht schaden. Es ist nicht biologisch abbaubar, zerfällt aber in kleinste Teilchen, die ins Wasser gelangen. Diese Chemikalien können außerdem ins Essen gelangen.

Die Umweltschutzorganisation Environment Africa, die sich für gesamtafrikanische Lösungen für Umweltprobleme einsetzt, begrüßte das Verbot. Es ermutige Betriebe, innovativ zu sein und sich umweltfreundliche Alternativen zu überlegen, wie Papier oder Karton. Aber diese Materialien halten das Essen nicht so lange warm wie Polystyrol, was auf Ablehnung bei der Kundschaft stoßen könnte. Aber seit 17. Oktober sollte diese keine Wahl mehr haben: Jene Importeure, Hersteller, Verkäufer und andere, die nach dem Inkrafttreten Essen in Polystyrolverpackungen ausgeben, müssen mit 25 bis 4.200 Euro Bußgeld rechnen.

Die Geschäftsleute fürchten höhere Kosten. Die Umweltmanagementagentur empfiehlt ihnen, die Kundinnen und Kunden zum Hinsetzen zu ermutigen, um damit die Verpackungen ganz zu vermeiden.

Aber mit der Ankündigung alleine ist das Verbot noch nicht in trockenen Tüchern. Die Umweltmanagementagentur hatte ein ähnliches Verbot bereits 2012 eingeführt, aber nicht durchgesetzt, weil die Unternehmen damit überfordert gewesen wären, so hieß es. Also wurde ihnen mehr Zeit gelassen und 2017 sei es endlich so weit. Leider sind im Internet keine Nachrichten über die tatsächliche Umsetzung des Verbots vom Oktober 2017 verfügbar.

Zimbabwe ist nicht das erste afrikanische Land, dass radikale Schritte geht, um Abfälle zu reduzieren. Im August 2017 hat Kenia bereits Plastiksackerln unter Strafe verboten. Wer eines ausgibt oder bei sich trägt, kann sogar ins Gefängnis kommen. Professor Christopher Magadza von der Universität Zimbabwe meint, sein Land solle sich ein Beispiel an anderen Ländern nehmen und das Polystyrolverbot auf weitere Bereiche ausweiten. Wer etwa in Ruanda am Flughafen ankommt, wird darum gebeten, die Verpackungen, die er mitgebracht hat, abzugeben und erhält dafür wiederverwendbare, zum Beispiel für Getränke aus dem Duty-Free-Shop. So habe das Land den Abfall besser unter Kontrolle.

Mehr Informationen …

Originalartikel auf www.dw.com (Englisch)
VABÖ-Newsletter vom Oktober 2017: Kenia: Die weltweit strengsten Gesetze gegen Plastiksackerl


 

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