VABÖ Newsletter Juni 2015

06.07.2015

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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Kontakt/Impressum:

VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. Nachlese VABÖ-Tagung:
„Reparatur in Bewegung - Neue Trends zur Selbsthilfe“

Reparatur in Bewegung
Foto: RepaNet

Reparieren erlebt gerade ein erfreuliches "Come back", Repair-Cafés boomen, immer mehr Selbsthilfekurse für einfache Reparaturen im Haushalt werden angeboten, selber Nähen erfreut sich bei jungen Leuten wieder ungeahnter Beliebtheit: Es scheint, als ob immer mehr Leute genug haben von industriellen Wegwerfprodukten, durch die eine selbstbestimmte, nachhaltige Lebensweise immer mehr eingeschränkt anstatt erleichtert wird. Die heurige Netzwerktagung von VABÖ und Umweltministerium Ende Mai in Retz fasste die neuen Aktions-Trends zum Thema Reparatur in drei interessanten Präsentationen zusammen, weitere Hintergrundinfos bringt das neueste VABÖ-Blatt.

Michaela Brötz vom Netzwerk der Tiroler Reparaturcafés beschrieb den derzeitigen Boom der Repair - Cafés und gab unter dem Motto "Selber machen, und das gemeinsam! Repair Cafe - eine Erfolgsgeschichte" Praxistipps und -erfahrungen weiter. Anne Morbach von der Abfallwirtschaft Tirol Mitte (ATM) stellte den völlig neu konzipierten Tiroler Online-Reparaturführer vor, der die Schwächen der früheren Versionen von Online-Reparaturführern vermeiden soll, und zeigte auf, wie ein Abfallverband ressourcenschonende Lebensstile fördern kann. Elmar Schwarzlmüller von der Umweltberatung Wien stellte das derzeit wieder expandierende, bewährte Reparaturnetzwerk Wien vor, auf dessen Online-Plattform nun auch Selbsthilfekurse, Reparaturcafé-Termine, Tipps zur Selbsthilfe und für Käufer leicht erkennbare Merkmale langlebiger Qualitätsprodukte zu finden sind.
Die Präsentationen gibts hier zum Download...

Das aktuelle VABÖ-Blatt bringt zum neuen Reparaturtrend zahlreiche Hintergrundinfos, wie Aktionsvorschläge für Gemeinden und Abfallverbände, ein Argumentarium mit Antworten auf die wichtigsten "Killerargumente" gegen Reparatur, weiterführende Links, Download-Tipps und Literatur.
Das VABÖ-Blatt gibt es hier zum Download...

Die Marktgemeinde Altmünster fördert den zunehmenden Reparaturtrend und bietet ihren BürgerInnen einen attraktiven Überblick über die ortsansässigen Reparaturbetriebe, und zwar in Form des handlichen und ansprechend gestalteten Folders "Reparieren bringts".
Mehr Infos hier... / Download Folder hier...


02. Engagierteste AbfallberaterInnen ausgezeichnet:
ARA kürt AbfallberaterIn des Jahres 2014

Auszeichnung Kemmer
Geehrt für persönliches Langzeitengagement: Miriam Kemmer (AWV Graz-Umgebung, 2.v.l.) und DI Karl Hartmann (Stadt Wien, MA48, 3.v.l.)
Foto: RepaNet
Abfallberaterin 2014
Gewinnerin Daniela Jordan, Mödling
Foto: VABÖ/Neitsch
Auszeichnung für getrennte Sammlung
Gewinner Erich Prattes und David Müller, Deutschlandsberg
Foto: VABÖ/Neitsch

Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) und das Magazin Umweltschutz zeichnen jährlich engagierte Abfallberater aus ganz Österreich aus. In den drei ausgeschriebenen Kategorien haben Projekte aus Niederösterreich, der Steiermark und Oberösterreich gewonnen. Preise für persönliches Langzeitengagement gehen nach Wien und Graz. Zusätzlich vergibt die ARA einen Sonderpreis. Die Preisverleihung fand im Schloss Mailberg im Bezirk Hollabrunn (NÖ) statt.

AbfallberaterInnen sind ExpertInnen auf dem Gebiet der Vermeidung und Trennung von Abfall und stehen KonsumentInnen österreichweit mit ihrer Kompetenz zur Seite. Die ARA und das Magazin Umweltschutz bedanken sich mit den Auszeichnungen bei jenen Personen, die sich tagtäglich für ein sauberes Österreich einsetzen. „Mit dem AbfallberaterInnen-Preis wollen wir zeigen, dass wir die Arbeit jeder Beraterin und jedes Beraters sehr schätzen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu unseren hohen Recyclingquoten in Österreich“, so ARA Vorstand Ing. Werner Knausz.

Kategorie „Abfallvermeidung“: Gold geht an Mödling: „Die kleinsten Füße sind die Größten“ nennt sich das Projekt aus Niederösterreich, das die Jury überzeugt hat. Abfallberaterin DI Daniela Jordan hat sich auf die Zielgruppe der Kinder fokussiert und informiert diese umfassend zum Thema „Ökologischer Fußabdruck“. Die unterschiedlichen Bereiche im Alltag, wie Ernährung, Transport, Wohnen und Konsum werden dabei kritisch beleuchtet. Danach erarbeiten SchülerInnen Maßnahmen zur Reduzierung ihres eigenen Fußabdrucks.

Den zweiten Platz erhält Tirol: Das Team der ATM setzt sich dort im Rahmen von Repair Cafés für nachhaltiges Reparieren ein. Der dritte Platz geht nach Graz, wo das Team rund um Dr. Alexandra Loidl eine Re-Use-Box ins Leben gerufen hat.

Kategorie „Getrennte Sammlung und Verwertung von Verpackungen“: Mit einer transparenten Abfalltrennbox haben die Abfallberater Erich Prattes und David Müller den BürgerInnen im Bezirk Deutschlandsberg gezeigt, wie viele Fehlwürfe in der Restmülltonne landen und welche Kosten dadurch entstehen. Der Jury gefiel vor allem der Ansatz, positive Anreize – in diesem Fall die Betriebskosteneinsparung – zu schaffen und so die BürgerInnen zu einem Umdenken zu bewegen.

Platz zwei geht an das „TonniLand“, einem eigens vom GABL Bruck an der Leitha geschaffenen Schulungszentrum für Kinder. Ried im Innkreis erreicht mit dem Projekt „Fakten statt Müllmythos“ den dritten Platz. Mag. Gudrun Pichler-Zecha setzt hier mit ihrem Team auf die Aufklärung der MitarbeiterInnen der Altstoffsammelzentren.

Sonderpreis „Reinwerfen statt Wegwerfen“: Die Stadtbetriebe Steyr konnten die Kategorie „Reinwerfen statt Wegwerfen“ für sich entscheiden. Mit zahlreichen Einzelaktionen am Eislaufplatz, auf Busbahnhöfen oder am Stadtplatz erreichte das AbfallberaterInnen-Team der Stadt Steyr eine hohe Medienpräsenz und damit eine große Breitenwirkung für das Thema.

Die Idee, einen aktuellen Trend aufzugreifen und mit dem Thema Umwelt zu verknüpfen, hat der Jury besonders zugesagt. Aus diesem Grund gibt es heuer einen zusätzlichen Sonderpreis, über den sich Joe Kadla vom GVU Melk freuen darf. Geocaching, die moderne Schatzsuche, hat in Österreich bereits einige begeisterte Anhänger gefunden und birgt großes Potenzial, über dieses Tool die Themen Abfallvermeidung bzw. -sammlung und Anti-Littering bewusster zu machen.

Zum ersten Mal zwei AbfallberaterInnen für persönliches Langzeitengagement geehrt Über die Auszeichnung für persönliches Langzeitengagement freuen sich heuer gleich zwei Personen: Mirjam Kemmer aus Graz Umgebung und DI Karl Hartmann aus Wien. Frau Kemmer zeichnet sich durch ihr unermüdliches Engagement im Schul- und Kindergartenbereich aus. Herr Hartmann ist bereits seit fast 20 Jahren Abfallberater und bei den Kindern so beliebt, dass sich diese nach mehreren Jahren noch an seine Projekte und Programme erinnern.

AbfallberaterInnen können alle eingereichten Projektbeschreibungen unter www.abfallberater.ara.at mit ihrem Login einsehen.


03. Tagungsnachlese:
Das war die 2nd hand first!

die umweltberatung - 2nd hand first
2nd hand first!
Foto: die umweltberatung

Die TeilnehmerInnen und Fachleute konnten sich auf der 1. österreichischen Secondhand-Tagung "2nd hand first!" am 22. Juni 2015 in Wien über Trends, Recht und Marketing informieren und sich vernetzen. Die Tagung zeigte Zukunftsstrategien am Secondhandmarkt auf; anhand verschiedener Good-Practice-Beispiele wurden innovative Geschäftsmodelle und bereits bestehende Netzwerke vorgestellt.

Bei der Tagung an der VHS Wiener Urania beleuchteten Fachleute internationale Trends in der Wiederverkaufskultur, stellten Zukunftsstrategien am Secondhandmarkt und Modelle für kooperatives Marketing vor. Die Vorteile einer starken Vernetzung der Akteure in der Secondhandbranche wurden hervorgehoben.

VABÖ- und RepaNet-Geschäftsführer Matthias Neitsch bot einen groben Überblick, was beim Secondhand-Verkauf zu beachten ist: Produkthaftung, Gewährleistung, Garantie, Abfall-Ende, „Wesentliche Änderungen“, Produktsicherheit,Eco-Design-Richtlinie und RoHS-Richtlinie – Es gibt viele Stichwörter, mit denen VerkäuferInnen gebrauchter Waren verunsicht werden können. Doch bei genauerem Hinsehen ist vieles „halb so schlimm“.

Alle Vorträge gibts zum Download hier...


04. Beeindruckendes Video:
Humusbildung im Zeitraffer

Humusbildung Video
Video über Humusentstehung
Foto: Ines Fritz

Humus ist der wertvollste Rohstoff unseres Planeten, denn er ist Träger- und Nährsubstanz für alles Leben, somit auch für uns. Wie dieser Humus entsteht, hat sich Dr. Ines Fritz (IFA Tulln) 365 Tage durchgehend ganz genau angeschaut und für uns auf 6 Minuten in ein berührendes Video gepackt. Das Video steht unter creativ-commons Lizenz und darf auch weiter verbreitet werden.

Ein kleines Aquarium wurde mit Sand und wenigen Tropfen Mikrobensubstrat gefüllt, später noch mit einigen Samen - und siehe da: nach einem Jahr hatte sich eine komplexe Humsschicht gebildet. Die beeindruckenden Aufnahmen im Zeitraffer versetzen uns in Staunen über dieses kleine Schöpfungswunder und erinnern uns daran, dass die Ressource Humus gehegt werden muss, um weiterhin unser Leben zu ermöglichen. Gegenwärtig geht allerdings alljährlich in Österreich mehr Humus verloren als neu entsteht.

Humus-Vernichtung geht rasend schnell: Allein der noch immer jährlich zunehmende Bodenverbrauch durch Verbauung und sonstige Nutzung frisst in Österreich täglich (!) 22 Hektar, der darauf befindliche Humus geht zu einem großen Teil verloren. Dazu kommt die Erosion: sie ist vor allem in Ackerbaugebieten ein wesentlicher negativer Einflussfaktor für unsere Böden. Ungünstige Bewirtschaftung und fehlende erosionsmindernde Maßnahmen führen in Österreich zu einem durchschnittlichen jährlichen Verlust von 7 Tonnen Boden pro Hektar! Diese werden einerseits „vom Winde verweht“, anderseits gehen sie durch die zunehmenden Starkregen und vermehrten Drainagen „den Bach runter“. Humusaufbauende Maßnahmen sind daher dringend nötig, unter anderem durch Sammlung und Kompostierung von Bioabfall.

Infos zur Bodenerosion in Österreich gibts hier...

Das Video zur Humusbildung gibts hier...


05. VABÖ-Blatt zum Download:
Letzte Schwerpunktthemen Reparatur und Lebensmittelabfälle

VABÖ Blatt 02/2015
VABÖ Blatt 02/2015

Seit 2014 erscheint das VABÖ-Blatt, das Printmedium des Verbandes Abfallberatung Österreich, jeweils vierteljährlich zu einem wichtigen top-aktuellen Schwerpunktthema für die abfallwirtschaftliche Öffentlichkeitsarbeit. 2015 erschienen bisher die Themen Lebensmittelabfälle (Nr. 1/2014) und Reparatur (2/2015). Die Schwerpunktausgaben enthalten wertvolle Hintergrundinfos und weiterführende Aktionsanregungen für AbfallberaterInnen, Gemeinden und Abfallverbände, aber auch umweltpädagogisch Tätige und abdere Interessierte.

Auch ein Blick in die Schwerpunktthemen 2014 lohnt sich:

"Re-Use" (VABÖ Blatt 1 und 2 / 2014), "Littering" (VABÖ Blatt 3/2014) und "Bioabfall" (VABÖ Blatt 4/2014).

Alle VABÖ-Blatt-Ausgaben gibts zum Download hier...


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