VABÖ-Newsletter Juni 2016

18.06.2016

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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Kontakt/Impressum:

VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. UrbanFoodSpots:
Konzeption von Kühlstationen zur Lebensmittelweitergabe im urbanen Raum

Lebensmittelweitergabe im urbanen Raum
Foto: ÖÖI

UrbanFoodSpots ist ein Projekt von RepaNet's Fördermitglied "Österreichisches Ökologie-Institut" (ÖÖI). Damit soll ein Angebot für die lokale und private Lebensmittelweitergabe entwickelt werden, das auf den Bedürfnissen unterschiedlicher Gruppen von NutzerInnen aufbaut. UrbanFoodSpots sind öffentlich zugängliche Orte, an denen Lebensmittel gender- und diversitätssensibel weitergegeben werden können. (Quelle: ÖÖI)

Die Abwicklung der Weitergabe soll durch die Kombination von eigens dafür konzipierten Kühlstationen, internetbasierter Software und Einrichtung fixer Orte im städtischen Raum ermöglicht werden.

Um die Lebensmittelweitergabe auf eine breitere Basis zu stellen, ist ein niederschwelliges Angebot für die lokale Weitergabe notwendig, das ÖÖI arbeitet gerade an der Konzeption. Mit dem Projekt UrbanFoodSpots werden Möglichkeiten ausgelotet, um für Wien das Potential an vermeidbaren Lebensmitteln zur lokalen Lebensmittelweitergabe auszuschöpfen.

Mit erfolgreich etablierten Initiativen zur Lebensmittelweitergabe wird nur ein Teil der potentiellen NutzerInnen erreicht und es gibt noch großes Potential um Lebensmittel vor der Entsorgung zu bewahren. Eine neue Hochrechnung des Österreichischen Ökologie-Institutes ergab folgende Abschätzung für vermeidbare Lebensmittelabfällen in Österreich: 157.000 t aus dem Restmüll und 49.000 t aus der Biotonne von Haushalten, 175.000 t aus der Außerhausverpflegung (Großküchen, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe) und 110.000 t vom Lebensmittelhandel. Diesen Zahlen stehen 1,2 Millionen ÖsterreicherInnen gegenüber, die in Einkommensarmut leben.

Durch Initiativen wie UrbanFoodSpots werden bedeutende Schritte in Richtung Lebensmittelrettung und Gemeinschaftlichkeit gesetzt, denn Essen ist kein Müll und dieses Problem betrifft uns alle.

Alle Infos hier...


02. Ruanda, Bangladesch und Bhutan - Vorbild für Österreich!?
Offensive gegen Plastiksäcke

Plastiksackerlverbot in Österreich
Foto: Hans Braxmeier

Die ARGE Kompost & Biogas fordert ein generelles Verbot aller Kunststoffsäcke, die nicht der Norm EN 13432 entsprechen. Das wäre eine dauerhafte Lösung für die Problematik, dass diese nicht verrotten und überall dort auftauchen, wo sie nicht hingehören: im Wasser, Wald, auf Wiesen etc. In einigen Ländern wurde die Verwendung von Kunststoffsäcken bereits verboten, dazu gehören unter anderen Bhutan (Verbotserlass 1999!), Bangladesch (Verbotserlass 2000!), Ruanda (Verbots-erlass 2006!) und Tansania (Verbotserlass 2005!). (Quelle: ARGE Kompost & Biogas)

Der Einsatz von Kunststoffen ist nur mehr dann akzeptabel, wenn er vollständig abbaubar ist. Die Norm EN 13432 garantiert diese Anforderung. Daher soll nur mehr jener (Bio-)Kunststoff in Umlauf gebracht werden, welcher dieser Norm entspricht. Auch jene (Bio-)Kunststoffsäcke, die der Norm EN 13432 entsprechen, sollen dennoch keine Kennzeichnung „kompostierbar“ tragen, da dies zu einer nachlässigen Handhabung in der Entsorgung führt. Für die Entsorgung von (Bio-)Kunststoffen ist die Rückführung in den Kreislauf über den gelben Sack vorzuziehen.

Positionspapier der ARGE Kompost & Biogas hier...
Weitere Infos über Plastiksackerlverbote in Afrika hier...


03. Vermehrt erwartet:
Kommunale Zuständigkeit für Abfallvermeidung

Abfallvermeidung Seminar Deutschland
Foto: © cocoparisienne - pixabay.com

Abfallwirtschaft und Umweltverwaltungen werden zunehmend in die Verantwortung genommen, zur Vermeidung von Abfällen beizutragen. Dies spiegelt sich zunehmend sowohl in nationalen als auch regionalen und städtischen Abfallvermeidungs-programmen wieder. In Deutschland gibt es dazu ein interessantes Seminar, in Graz geht man gleich direkt in die Praxis. (Quellen: kommunalwirtschaft.eu & Stadt Graz)

Die Akademie Dr. Obladen veranstaltet am 23. Juni ein Seminar zum Thema "Abfallvermeidung: Handlungsoptionen und Erfolgspotenziale auf kommunaler Ebene" mit Dr. Henning Wilts, Projektleiter am Wuppertal Institut für den Bereich Abfall und Ressourceneffizienz. Wilts war u.a. an beiden Studien zur Entwicklung des deutschen Abfallvermeidungsprogramms beteiligt und koordiniert im neuen "European Topic Center on Waste and Materials in a Green Economy" den Bereich Abfallvermeidung. Er sieht die Abfallvermeidung als Chance und neues Geschäftsfeld: Während das Thema bisher überwiegend als zusätzlicher Kostenfaktor betrachtet wurde, zeigen sich zunehmend Ansätze, durch innovative Dienstleistungs- und Managementkonzept neue Geschäftsfelder im Bereich Materialeffizienz, Abfallplanung und -vermeidung zu erschließen.

Wie eine Kommune proaktiv Abfallvermeidung in ihre Zuständigkeit integriert zeigt die Stadt Graz: Das Umweltamt der Stadt Graz hat einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der einerseits bestehende Aktivitäten zur Abfallvermeidung auflistet und andererseits viele neue und interessante Maßnahmen, Projekte und Ideen vorstellt, die in Zukunft umgesetzt werden sollen. In der Grazer Abfallwirtschaft nehmen die Abfallvermeidung und Re-Use schon seit vielen Jahren eine fundamentale Rolle ein.

Weitere Informationen zum Seminar mit Dr. Wilts hier...
Weitere Informationen zum Abfallvermeidungsprogramm der Stadt Graz hier...


04. Lebensmittelabfallvermeidung in Betrieben:
Arbeitsgruppe stellt Good-Practice-Katalog zusammen

Good-Practice-Katalog Lebensmittelabfallvermeidung in Betrieben
Foto: ÖÖI

Das Österreichische Ökologie-Institut erarbeitet derzeit im Auftrag von ECR Austria, einer Kooperationsplattform zwischen Handels- und Hersteller-unternehmen, eine Sammlung von Good-Practice-Beispielen zur Lebensmittelabfallvermeidung in Betrieben. (Quelle: ÖII)

Im Rahmen der Arbeitsgruppe Abfallwirtschaft wurden alle 116 Mitglieder der ECR Austria eingeladen, Maßnahmen ihrer Betriebe zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen einzureichen. Im Mittelpunkt dieser Arbeitsgruppe steht die Verbesserung des Abfallmanagements und die Ausarbeitung einer Abfall-Vermeidungs-Empfehlung, welche die ganze Supply Chain behandelt. Die Arbeitsgruppe wird den erwarteten 400 TeilnehmerInnen des ECR-Infotages am 17.11.2016 herausragende Beispiele als Good-Practice-Katalog präsentieren. Das Projekt wird kofinanziert durch die Abfallvermeidungs-Förderung der Sammel-und Verwertungssysteme für Verpackungen.

Mehr Informationen hier...
Österreichisches Ökologie-Institut


05. Grenzüberschreitende Abfallverbringung:
Interaktive Landkarte veranschaulicht Müll-Transporte in der EU

Grenzüberschreitende Abfallverbringung in der EU

Eine interaktive Landkarte veranschaulicht die Mengen an Abfall (gefährlich und nicht-gefährlich), welche in EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern exportiert bzw. importiert werden. Man kann selbst online heraus-finden von wo nach wo welche Ströme fließen, und dabei viele überraschende Aha-Erlebnisse entdecken... (Quelle: eurostat)

Der Transport von Abfall wird in der Europäischen Union durch "Verordnung (EG) Nr. 1013/2006", besser bekannt als "Waste Shipment Regulation" (Abfallverbringungsverordnung) reguliert. Diese implementiert das Baseler Abkommen, welches den Export von gefährlichem Abfall von OECD-Ländern in Nicht-OECD-Länder verbietet. Die Abfallverbringungsrichtlinie schreibt vor, dass die folgenden Abfälle den zuständigen Behörden vor der Lieferung über Grenzen gemeldet werden müssen:

  • Gefährlicher Abfall
  • Nicht-gefährlicher, aber problematischer Abfall
  • Andere Typen von Abfall, welche von der Richtlinie definiert sind

Auf der Basis dieser Meldungen wurde die interaktive Landkarte erstellt.

Mehr Infos und die Interaktive Landkarte (Englisch) hier...


06. Öffentliche Beschaffung:
Stadt Hamburg kauft keine Kaffeekapseln mehr

Nachhaltige öffentliche Beschaffung
Foto: © Edward Lich - pixabay.com

Ein 150 Seiten langer Katalog, in welchem geregelt ist, was auf Kosten der Stadtverwaltung nicht mehr eingekauft werden darf, wurde nun veröffentlicht. Bis April 2016 mussten die Länder die Vergaberichtline in der EU in nationales Recht umsetzen, Hamburg gilt als Vorzeigemodell, denn Nachhaltigkeit muss auch auf öffentlicher Ebene gelebt werden. (Quelle: Stern)

Produkte wie Nespresso-Kapseln (1 kg des Kaffees kostet um die 60€), chlorhaltige Putzmittel, biozidhaltige Wandfarbe (Stoffe davon sind als krebserregend eingestuft) und viele weitere Produkte dürfen von der öffentlichen Hand nicht mehr gekauft werden. Ein kleines Schlupfloch bleibt allerdings: Bis zur Direktkaufgrenze von ca. 500€ wird es nur empfohlen, den Leitfaden einzuhalten.

Mehr Infos hier...


07. Spielerisch lernen:
Online-Spiel "Handy Crash" informiert über Produktzyklen der Handys

Online Spiel

Was steckt eigentlich hinter einem Handy? Wie wird es produziert, welche Rohstoffe werden verbaut und was passiert mit all dem Elektroschrott, der Jahr für Jahr entsteht? Das Online-Spiel "Handy Crash" dient dazu, genau diese Fragen möglichst knapp zu beantworten und dies noch dazu in ein Spiel zu verpacken. Die entwicklungspolitischen Inhalte werden kindgerecht und sachlich wiedergegeben.

Handy Crash ist ein “Match Three-Game” (Verbindespiel), was bedeutet, 3 Symbole in eine Reihe zu bewegen. Es ist sehr kritisch aufgebaut und beschönigt nichts, vor allem wenn es um die Arbeitsbedingungen beispielsweise in Afrika oder Asien geht. Vor jedem Level gibt es einen Informationstext, welcher über die Produktionssituation der jeweiligen Länder Bescheid gibt. Handy Crash ist übrigens gratis und am PC sowie auf dem Handy spielbar.

Zur Website gehts hier...


08. Deutschland:
Kampf gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung in Deutschland
Bild: © Davis Schrapel - pixelio.de

Jede/r Deutsche wirft jährlich im Durchschnitt 82 kg (!) Lebensmittel in den Müll - eine unglaubliche Menge, die verringert werden muss. Das sieht auch der Bundesernährungsminister Christian Schmidt so und will durch die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums und moderne Techniken eine Halbierung der Lebensmittelverschwendung bis 2030 erreichen. Dazu werden 10 Mio. Euro in Forschungen investiert, die dazu führen sollen, dass zukünftig elektronische Chips in der Verpackung angebracht werden. Diese sollen durch eine Farbskala anzeigen, ob das Produkt noch genießbar ist. (Quelle: EurActiv)

Jede/r kennt das Mindesthaltbarkeitsdatum, doch nicht alle wissen, dass das nur eine "Herstellergarantie" darstellt. Dies ist ein Hauptgrund dafür, dass viele noch genießbare Lebensmittel zu früh in den Müll wandern, nur weil das Datum schon überschritten ist. Für verderbliche Nahrungsmittel will nun das Ernährungsministerium das Mindesthaltbarkeitsdatum zu einer qualifizierten Verbraucherinformation machen. Bei Fisch oder Wurst soll ein "echtes" Mindesthaltbarkeitsdatum eingeführt werden. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels ist aber gegen diesen Vorschlag, da die Fähigkeit der KonsumentInnen beeinträchtigt werden würde, zu beurteilen ob das Produkt noch genießbar ist.

Nähere Infos hier...


09. "Wefood" in Dänemark:
Erster Lebensmittelmittelabfall-Supermarkt

Wefood Dänemark
Bild: Alexas_Fotos © - pixabay.com

Der erste Supermarkt, welcher Überschuss-produktionen verkauft, trägt den Namen "Wefood" und befindet sich in Kopen-hagen. Dort wird die Ware 30-50% billiger verkauft als in normalen Geschäften. Das Besondere daran: Es ist kein "Sozialmarkt" für armuts-betroffene Personen, sondern alle Menschen können dort einkaufen.
(Quelle: independent)

Wefood hat einen Vertrag mit Føtex, eine von Dänemarks größten Supermarktketten, für Brot und andere Produkte. Weitere Vereinbarungen hat das Geschäft mit einem Zitrusfrüchte-Händler, einem Metzger und einem Müsliriegelproduzenten. Freiwillige sammeln die Produkte bei den SpenderInnen ein und bringen sie anschließend zum Verkauf in den Supermarkt. Dänemark hat die Menge von Lebensmittelabfällen in den letzten Jahren um 25% verringert.

Weitere Infos hier...


10. Online-Umfrage ergibt:
Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit gehören zusammen

Kommunale Öffentlichkeitsarbeit für Abfallberatung
Foto: © S. Hofschlaeger - pixelio.de

Sollen kommunale Unternehmen Öffentlichkeitsarbeit betreiben? Dies war die Leitfrage einer Umfrage des Mainzer Marktforschungsinstitut LQM und dem deutschen Portal Kommunalwirtschaft.eu. 91% der Befragten betonen, dass kommunale Unternehmen auf jeden Fall Öffentlichkeitsarbeit betreiben sollten, weitere 7% stimmen eher zu. 66% meinen, Abfallberatung dürfe nicht von Öffentlichkeitsarbeit getrennt betrieben werden. (Quelle: Kommunalwirtschaft.eu)

Lediglich 2% vertreten die Meinung, dass Öffentlichkeitsarbeit in kommunalen Unternehmen eher nicht betrieben werden muss. Die Mehrheit der Befragungsteilnehmer sieht die Bürgerinformation als primäres Ziel (97%), gefolgt von Imageverbesserung (70%) und Umweltschutz (56%). Zusammenfassend: Es herrscht großer Konsens über die Notwendigkeit der Öffentlichkeitsarbeit auch für kommunale Unternehmen vor allem zur Bürgerinformation und Imageverbesserung. Auf die Frage "Sind Öffentlichkeitsarbeit und Abfallberatung Ihrer Ansicht nach getrennte Aufgaben und sollten diese personell und organisatorisch getrennt sein?" antworteten 66% mit nein - ein klares Votum dafür, Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit in Kommunen stärker zu verbinden.

Nähere Informationen hier...
Die Auswertung der Umfrage hier...


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