VABÖ-Newsletter Mai 2017

Verband Abfallberatung Österreich (VABÖ)

29.05.2017

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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Kontakt/Impressum:

VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. RUND GEHT'S:
Das neue Leben des Abfalls

Pressekonferenz rund geht´s
Foto: Rund Geht's
Manfred Assmann, ÖWAV; Christian Holzer, Umweltministerium; Landesrat Johann Seitinger, Land Steiermark; Daniela Müller-Mezin, WKO Steiermark, Fachverband Entsorgungs- und Ressourcenmanagement; Hans Roth, Saubermacher Dienstleistungs AG

Nach über 3-jähriger engagierter Vorbereitung durch zahlreiche Stakeholder (darunter auch der VABÖ) wurde am 10. Mai 2017 die bislang umfassendste bundesweite Partnerkampagne zum Thema Abfall gestartet: Unter dem Titel "RUND GEHT'S" will die österreichische Abfallwirtschaft in der Bevölkerung das Bewusstsein für den Stellenwert des Abfalls heben, der nach entsprechender Bearbeitung zum wichtigen Rohstoff wird. Es geht darum, die gesamte Bevölkerung für die vielfältigen Möglichkeiten in der Kreislaufwirtschaft zu begeistern und das Abfallthema in den Köpfen mit positiven und interessanten Assoziationen zu besetzen.

Kreislaufklassiker wie, dass aus Altglas Neuglas produziert wird, oder auch innovative Beispiele wie, dass in Windradstehern Altmetall eingesetzt wird, kennen viele. Aber wer weiß schon, dass aus ausgedienten Elektrogeräten Kunststoffgehäuse und sogar Gold für Schmuck gewonnen oder aus Kunststoffverpackungen Granulate für Gartenmöbel und sogar Absätze für Damenschuhe produziert werden? Genau diese vielfältigen Wege und neu entstandenen Produkte werden mit der neuen Kampagne vor den Vorhang geholt. Auch das Thema Re-Use wird seinen Platz haben.

Ziel ist es, Herrn und Frau Österreicher bewusst zu machen, dass Abfall ein Rohstoff ist – und zwar anhand von bekannten und weniger bekannten Good-Practice Beispielen sowie interessanten Re-Use-Projekten. Das soll das Image der Abfallwirtschaft ergänzen und verbessern und das Sammelengagement der ÖsterreicherInnen bestärken. Die Kampagne soll kein "Einmalereignis" bleiben, sondern ist als Dauerkampagne geplant, bei der ganz unterschiedliche Player in der Abfallwirtschaft (z.B. Gebietskörperschaften, Entsorger, Verwerter, Systeme, Behörden, Interessenvertretungen, Re-Use-Betriebe) durch eine gemeinsame Design-Linie als Teil eines großen, faszinierenden Ganzen sichtbar und wiedererkennbar werden und mit ihrem gemeinsam getragenen Enthusiasmus auch die BürgerInnen anstecken!

Ein Element der Kampagne sind auffällige Medienaktionen in verschiedenen Städten Österreichs. Den Bewohnerinnen und Bewohnern wird dabei hautnah vermittelt, was durch Verwertung alles möglich ist und wie sich die Recyclingkreisläufe schließen. Den Auftakt markierte Graz anlässlich der Abfallwirtschaftstagung Anfang Mai zum Thema Kunststoffabfälle. Mit einer Kunstinstallation im öffentlichen Raum – einer Pyramide aus Kunststoffabfällen beim Eisernen Tor in der Herrengasse - und Schuhen aus Joghurtbechern in den Auslagen zahlreicher Geschäfte wurde auf die Kampagne aufmerksam gemacht. Gemeinsam mit Bundesminister Andrä Rupprechter wurde in Tirol der Weg von Kabelabfällen zu neuen Produkten, wie Münzen oder Dachrinnen, vorgestellt. Weitere Aktionen erfolgen im Laufe des Jahres.

2015 sind in Österreich mehr als 57 Mio. Tonnen an Aushubmaterial, Sperrmüll, Elektroaltgeräte, biogenen Abfällen etc. angefallen. Das ist ein riesiges Potenzial an Möglichkeiten zur Wiederverwendung oder für ein Recycling. Nur wenige wissen darüber Bescheid, was aus den von ihnen gesammelten Abfällen wird, und dass der Abfall auch volkswirtschaftlich beträchtlichen Nutzen liefert: Jährlich generiert die kommunale Abfallwirtschaft in den Betrieben und über ihre Zulieferkette eine Wertschöpfung von rund 1,2 Mrd. Euro und sichert knapp 14.800 Arbeitsplätze. Im privatwirtschaftlichen Abfallsektor arbeiten rund 25.000 Österreicherinnen und Österreicher und sorgen für eine Wertschöpfung von ca. 4 Mrd. Euro.

Ins Leben gerufen wurde die Kampagne vom Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) gemeinsam mit zahlreichen Akteuren der Abfallwirtschaft, wie zum Beispiel den Landesabfallverbänden, der ARGE österr. Abfallwirtschaftsverbände, BMLFUW, WKÖ, VABÖ u.v.a. Derzeit unterstützen österreichweit mehr als 50 Partner diese Initiative. Der VABÖ bittet alle KollegInnen, sich ab 10. Mai aktiv über die Kampagne zu informieren, die bereitgestellten Tools zu nutzen und über die eigenen Kanäle weiter zu verbreiten und mit der eigenen Organisation auch sichtbarer Partner der Kampagne zu werden.

Mehr Infos zur Kampagne, alle Kreislaufbeispiele und Zahlen und Fakten gibt es hier ...

oder auf Facebook hier ...

 


02. Ehrenamtliche Abfallberatung:
Ein innovatives Ausbildungsprojekt des Landes Steiermark und der ARGE Müllvermeidung

Ehrenamtliche Abfallcoach-Ausbildung
Foto: Servicebüro zusammen >wohnen<

Um für kommunale Umwelt- und AbfallberaterInnen in der Steiermark "Verstärkung" zu schaffen, entwickelte die Landes-Abfallabteilung gemeinsam mit der ARGE Abfallvermeidung das Konzept der ehrenamtlichen "Abfallcoaches", eine Art "Abfallberatung light". In der Steiermark gibt es 17 Abfallwirtschaftsverbände mit insgesamt ca. 70 kommunalen Umwelt- und AbfallberaterInnen. Bei 1,2 Mio. Steirern und Steirerinnen bedeutet das, dass ein/e AbfallberaterIn für durchschnittlich 17.400 EinwohnerInnen zuständig ist. Es erklärt sich von selbst, dass die professionellen AbfallberaterInnen nicht jede einzelne Person individuell beraten können - hier kommen die ehrenamtlichen Abfallcoaches ins Spiel, für die seit 2015 jährlich eine spezielle Schulung durchgeführt wird.

Österreich ist weltweit eines der erfolgreichsten Länder in der getrennten Sammlung von Siedlungsabfällen. Aktivitäten, die in anderen Ländern heute als bahnbrechende Pilotprojekte gefeiert werden, wie Einführung der Biotonne, Eröffnung eines ASZ, lösen bei unseren älteren KollegInnen eher nostalgische Erinnerungen an ihre beruflichen Einstiegsjahre in den 80ern und 90ern aus. Eines der Erfolgsrezepte der kommunalen Abfallwirtschaft in Österreich war und ist die intensive flächendeckende Abfallberatung mit direkter persönlicher Ansprache der BürgerInnen. Wozu dann jetzt Abfallcoaches?

Die Zeiten haben sich geändert: Getrennte Sammlung, ASZs, Kooperation mit Entsorgungswirtschaft und Systemen sind mehr oder weniger eingespielt. Die Herausforderung in der Öffentlichkeitsarbeit ist es nunmehr, Ermüdungserscheinungen bei der Sammelmoral der BürgerInnen zu verhindern, um das hohe Niveau aufrecht zu erhalten und weiter zu optimieren – dies alles vor dem Hintergrund von rasanten Änderungen der Kommunikation (Stichwort Social Media), der Gesellschaft (steigender Grad an Berufstätigkeit, Urbanisierung und Single-Haushalten) und des Konsumverhaltens (Stichwort Online-Shopping).

Der Arbeitsalltag heutiger AbfallberaterInnen ist heute weitgehend geprägt von Systemverwaltungstätigkeiten einerseits und professioneller PR und anspruchsvoller Projektarbeit andererseits. Was aufgrund mangelnder Zeitressourcen nur noch selten stattfindet, ist die regelmäßige persönliche Ansprache von BürgerInnen, optimaler Weise in deren unmittelbarem Lebensumfeld, also der Wohn- oder Arbeitsumgebung. Der größte Bereich persönlicher Ansprache in der Abfallberatung sind noch am ehesten Schulen und Kindergärten, vor allem wegen der Multiplikator- und Langzeitwirkung.

Aber Menschen in oder bei ihrem Wohnhaus oder Arbeitsort kommen kaum noch direkt mit AbfallberaterInnen in Kontakt. Dabei war es gerade dieser persönliche Kontakt, der in den 90ern die getrennte Sammlung innerhalb von kürzester Zeit in den Köpfen verankern konnte. Um die Leute bei der Stange zu halten, wäre diese Betreuungsintensität auch heute nötig, dafür fehlen aber die Ressourcen.

Die neuen sozialen Medien, die mittlerweile von vielen AbfallberaterInnen sehr professionell eingesetzt werden, konnten die Lücke bislang nicht wirklich schließen. Somit ergibt sich die Frage, wie kommunale Abfallberatung mit geringem Mitteleinsatz trotzdem zumindest indirekt ihre Zielgruppe persönlich "face to face" ansprechen kann. Die Antwort darauf: Abfall-Coaches.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Engagierte, kontaktfreudige und in ihrem Umfeld bekannte und gut vernetzte Menschen, die bereit sind, ehrenamtlich einen persönlichen Beitrag für eine saubere, lebens- und liebenswerte Gemeinde zu leisten (und dies teils schon lange praktizieren), erhalten eine kurze Grundausbildung über die "Basics" von Abfallvermeidung und -verwertung. Auf dieser Basis und mit Unterstützung der regionalen Umwelt- und AbfallberaterInnen helfen sie dann, die Menschen ihres Umfeldes zu korrekter Abfallsammlung und abfallvermeidenden Verhaltensweisen zu animieren, durch persönliche Ansprache, Hausanschläge, Versammlungen und viele weitere kreative Aktivitäten.

Anfangs gab es durchaus Skepsis aus dem Kreis der hauptberuflichen kommunalen Umwelt- und AbfallberaterInnen, zumal auch die ursprüngliche Namensgebung "Abfallberatung light" dazu führte, dass sich die SchulungsabsolventInnen selbst vielfach als AbfallberaterInnen sahen. Es wurde sogar befürchtet, dass die hauptamtlichen AbfallberaterInnen durch Ehrenamtliche" wegrationalisiert werden sollten. Doch die Verantwortlichen machten unmissverständlich klar, dass das Konzept vielmehr dazu dient, die Reichweite der kommunalen Abfallberatung durch Unterstützung an der Basis zu verstärken, und die bislang ungenutzten Potentiale ehrenamtlich engagierter Menschen vor Ort für die Abfallberatung nutzbar zu machen und auch gebührend zu würdigen. Die Bezeichnung der Ehrenamtlichen wurde daher in der Kommunikation teilweise in "Abfallcoach" geändert.

Ausführliche Hintergrundinfos zu Abfallcoaches gibt es im neuesten VABÖ-Blatt, Download hier ...

 


03. "Sauberste Region Österreichs 2017":
Letzte Chance

Sauberste Region Österreichs
Foto: Kurt Keinrath
Reinwerfen statt Wegwerfen

Die Anti-Littering Initiative "Reinwerfen statt Wegwerfen" sucht noch bis Ende Mai nach der "Saubersten Region Österreichs". Jetzt heißt es schnell sein: Nur noch bis 31. Mai können Projekte eingereicht werden, die sich für die Sauberkeit der regionalen Landschaft einsetzen!

"Reinwerfen statt Wegwerfen" sucht auch 2017 wieder nach der "Saubersten Region Österreichs". Ziel der Aktion ist es Gemeinden, Regionen, Bundesländer oder Städte, die sich besonders für die Sauberkeit "ihrer" Landschaft einsetzen, vor den Vorhang zu holen und zu belohnen. Konkret wird nach Anti-Littering Projekten, Abfallvermeidungsinitiativen, Bewusstseinsbildungsaktionen und Maßnahmen, die eine Verbesserung der Littering-Situation zum Ziel haben oder hatten, gesucht.

Die Siegerregion erhält, neben einer Ortstafel, die sie als "Sauberste Region Österreichs 2017" auszeichnet, auch eine gesponserte Siegesfeier vor Ort. Zusätzlich wird von der Expertenjury ein Sonderpreis für das kreativste Projekt vergeben. Dieser ist mit 3.000 Euro dotiert. Seit der Preis 2014 ins Leben gerufen wurde, gab es neben unvergesslichen Siegesfeiern, prestigeträchtigen Awards und eigens designten Ortstafeln, vor allem überwältigendes Feedback aus der Bevölkerung.

Das oberösterreichische Kirchham hat 2016 eindrucksvoll bewiesen, dass sich auch der kreative Einsatz einer kleineren Gemeinde bezahlt macht. Das Siegerprojekt "Wirf nix raus sonst schaut‘s sooooo aus" erzielte trotz überschaubarer Ressourcen eine große Wirkung. Durch auffällige gelbe Pfeil-Markierungen und Transparente wurden Autofahrer massiv auf Littering an Straßen hingewiesen.

Teilnahmeberechtigt sind Gemeinden, Städte, Bundesländer und Tourismusregionen. Als Einreicher ist jeder berechtigt, der als offizieller Vertreter seiner Gemeinde, Stadt oder Tourismusregion agiert. Die Einreichfrist endet am 31. Mai 2017. Auch Einreicher und Gewinner aus den Vorjahren können wieder mitmachen.

Beispiele für relevante Projekte sind: Aktionismus, PR- und Werbeaktionen, Schulprojekte, Bewusstseinsbildung auf Events, Aktionstage, Integration in Kunstprojekten, Infrastrukturmaßnahmen wie beispielsweise Kübel- und Mülltrennlösungen.

Mehr Infos und Einreichunterlagen hier ...

 


04. 1.000 Unternehmen mit Österreichischem Umweltzeichen zertifiziert:
Bundesminister Rupprechter zeichnet ökologisch vorbildliche Betriebe aus

Nachhaltige Unternehmen
Foto: BMLFUW/William Tadros
In feierlichem Rahmen verlieh Bundesminister
Andrä Rupprechter nachhaltigen Unternehmen
und Bildungseinrichtungen das Österreichische
bzw. das Europäische Umweltzeichen.

An 24 umweltfreundliche Unternehmen wurde am 24. April das Österreichische bzw. das Europäische Umweltzeichen verliehen. Damit sind es nun schon mehr als 1.000 Lizenznehmerinnen und Lizenznehmer, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert wurden. "Diese Betriebe verknüpfen nachhaltiges Wirtschaften mit unternehmerischem Erfolg. Sie stehen für Umweltverträglichkeit und hohe Qualität, ihr ökologisches Engagement geht weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Seit heute haben wir mehr als 1.000 Lizenznehmerinnen und Lizenznehmer – das Österreichische Umweltzeichen ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte", betont Bundesminister Andrä Rupprechter. (Quelle: BMLFUW)

Für die kommunalen Umwelt- und AbfallberaterInnen ist das Umweltzeichen eine wichtige Unterstützung bei der Beratung und Öffentlichkeitsarbeit für nachhaltige, abfallvermeidende und ressourcenschonende Konsummuster.

Es wurden Unternehmen aus den verschiedensten Branchen von Druckereien über Tischlereien bis zu Grünen Fonds ausgezeichnet, ebenso wie Beherbergungsbetriebe, Gastronomieunternehmen und Green Meetings-Veranstalter. Auch zwei Bildungseinrichtungen meisterten die Herausforderungen der Kriterien für Bildungseinrichtungen und erhielten die Umweltzeichen-Urkunde.

Seit 1990 können umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet werden. Bereits über 4.365 Produkte und Dienstleistungen tragen heute das Österreichische Umweltzeichen. Das erfolgreiche Gütesiegel wird eng mit dem EU Ecolabel abgestimmt, welches heuer bereits sein 25 jähriges Jubiläum feiert. Das Europäische Umweltzeichen verzeichnet einen zusätzlichen Inlandsumsatz von 1,16 Milliarden Euro, den 101 Unternehmen mit fast 681 Produkten erzielen. Dies ergibt einen gemeinsamen Gesamtumsatz zertifizierter Produkte von knapp 2,12 Milliarden Euro pro Jahr.

Im Tourismussektor steht das Österreichische Umweltzeichen für konsequente nachhaltige Betriebsführung in rund 368 ausgezeichneten Hotels, Gastronomiebetrieben, Campingplätzen und Schutzhütten. Damit positioniert sich Österreich auch als klimafreundliches Tourismusland.

Mehr Info und die jüngst ausgezeichneten Betriebe gibts hier ...

Zur Website des Umweltzeichens gehts hier ...

 


05. Trend zu mehr Umweltbewusstsein?
Mehrweg macht sich am Markt bemerkbar

Mehrweg
Foto: pixabay.com/443806

Die intensive Kooperation der letzten Jahre zwischen Industrie, Handel, Interessenvertretern und Politik trägt Früchte. Die Entscheidung der KonsumentInnen, Mehrweg-Verpackungen zu kaufen, ist das Resultat vieler Faktoren; Potenzial ist jedenfalls vorhanden: 84 Prozent der ÖsterreicherInnen haben an Mehrweg Interesse. (Quellen: AGENDA; Pladerer)

Das berichtet die bundesweite Initiative "Am Mehrweg", in deren Rahmen Politik, Hersteller und Handel gemeinsam Strategien erarbeiten, VerbraucherInnen für mehr Mehrweg zu erwärmen – unter anderem mit Sachpreisen für die besten Sprüche zum Thema oder der Auszeichnung des "Mehrweg-Hero".

Den Effekt der Sensibilisierung verstärken neue, attraktive Produkte, die den Mehrweg-Markt beleben. Als eines der größten Hemmnisse für mehr Glas am Markt gilt immer wieder das Gewichts-Problem, und das ist beispielsweise bei Vöslauer auf besonders formschöne Art gelöst worden:

Bei der 2014 eingeführten Ein-Liter-Glas-Mehrweg-Flasche konnte das Gewicht um 10 Prozent gedrückt werden, und die Split-Kiste für acht Flaschen ist etwa 40 Prozent leichter als übliche Mineralwasser-Kisten; da sie in der Mitte teilbar ist, kann die Tragelast gleichmäßig auf zwei Hände verteilt werden. Heute ist Vöslauers Ein-Liter- Mehrweg-Flasche wertmäßig Marktführer bei Glas-Gebinden und hat im gesamten Pfandsegment aktuell einen Anteil von über 14 Prozent. Wie sehr das neue Produkt eine Neuorientierung der Kunden mit sich bringen kann, davon zeugt die Absatzsteigerung der Flasche innerhalb eines Jahres: Um 25 Prozent von Oktober 2015 bis Oktober 2016.

Dieses Ergebnis stellt klar: Wenn es ein attraktives Angebot an Mehrweg-Getränken im Lebensmittelhandel gibt, werden diese auch gekauft!

Doch es gibt auch Kritik: Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie Institut: "Bei der Quote konnte zwar eine Talfahrt aufgrund von Gastronomie, Bier und teilweise Mineral im Lebensmittelhandel gebremst und somit eine Stabilisierung des Anteils von Mehrwegglasflaschen erreicht werden, allerdings kann noch von keinem 'Gros der Getränkeverpackungen' gesprochen werden. Auch hat sich noch kein klarer Trend abgezeichnet, denn noch ist, zwar erfreulicherweise, aber trotzdem nur eine leichte Steigerung der Mehrweg-Benutzung sichtbar. Ich erwarte mir von der Nachhaltigkeitsagenda der österreichischen Getränkewirtschaft mehr, wie beispielsweise eine neue Zielsetzung: Steigerung der Mehrwegquote bis 2020 auf 20% und bis 2030 auf 30%."

Auch Bernhard Wohner (global 2000) kritisiert, dass die Initiative der Wirtschaft die Talfahrt der Mehrweggebinde nicht verhindern konnte, sondern es sei per Saldo lediglich der Anteil der Mehrweg-Glasflaschen nunmehr auf niedrigem Niveau endlich stabilisiert worden. Die Arbeitsgemeinschaft der Nachhaltigkeitsagenda sei offenbar auch noch stolz auf diese Leistung, die mit Nachhaltigkeit nichts zu tun habe. Wohner: "84 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher wollen Getränke in Mehrwegverpackungen kaufen, also sollte ihnen von der Getränkeindustrie auch die Möglichkeit dazu gegeben werden."

Zum AGENDA-Artikel hier...

Mehr Infos zur Mehrweg-Initiative hier...

 


06. Alternative für Informationsstände bei Veranstaltungen:
Erster Messestand mit Umweltzeichen

Messestand mit Umweltzeichen
Foto: SCHIFF fair success
Der erste Messestand mit Umweltzeichen

Viele Organisationen im Umwelt- und Abfallbereich informieren ihre Zielgruppen mit Informationsständen auf Veranstaltungen, dafür gibt es nun auch die ökologisch stimmige Infrastruktur: Das Messebauunternehmen Schiff fair Success errichtete anlässlich der "Power-Days 2017" in Salzburg für die Firma Siblik den ersten mit dem Umweltzeichen ausgezeichneten und nach der neuen Richtlinie UZ 75 des Umweltministeriums zertifizierten Messestand in Österreich.

Das Familienunternehmen ist bekannt für innovative und praxisorientierte Umsetzung von Kundenanforderungen in Erlebniswelten für Kommunikation und Begegnung. Pionier- und Entwicklungsarbeit wurde nun bei der Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens im Event- und Messebereich mit diesem 240m² großen Stand für die Firma Siblik geleistet. Sabine Sturm, CEO Schiff fair success, erläutert die Motivation dahinter: "Die Schwerpunkte dieses Messestandes liegen auf Vermeidung von Umwelt- und Gesundheitsrisiken bei der Produktion und Entsorgung. Der Stand und die Materialien werden wiederholt verwendet und durch Recycling in einem Wertstoffkreislauf gehalten. Außerdem wurden ökologisch und gesundheitlich bedenkliche Materialien so weit als möglich vermieden."
Firma Siblik als Auftraggeber steht mit seiner Palette an Systemlösungen für Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit und setzt nun mit dem Charakter dieses Messestandes sein Umweltbekenntnis fort.

Das Umweltzeichen garantiert einen gehobenen Umweltstandard; es wird der "Lebenszyklus-Ansatz" d.h. die Umweltauswirkungen beim Gebrauch, Herstellung und der Entsorgung betrachtet. Im operativen Messeablauf wird z.B. auch das Mobilitätskonzept für das Standpersonal oder die Auswahl der Caterer berücksichtigt. Das österreichische Umweltzeichen wendet sich nicht nur an Konsumenten sondern auch an die Wirtschaft und soll Hersteller und Handel motivieren, weniger umweltbelastende Produkte zu entwickeln und anzubieten und damit eine Bewusstseinsbildung für ökologisch sinnvolles Handeln auch im Alltag zu erzeugen.

 


07. Arbeitsmappe für PädagogInnen:
Rosalie, die Müllhexe lernt alles über Bioabfall und Kompostierung

Müllhexe Rosalie

Bioabfall und Kompostierung sind in den letzten Jahren zu Unrecht etwas aus dem Fokus der Abfallwirtschaft und der Abfallberatung geraten. Doch die wichtigste Ressource ist Humus, und Bioabfallkompostierung ist wichtiger Beitrag, diese Ressource zu erhalten. Aktuell laufen wieder regionale Kampagnen zur Verbesserung der Bioabfallsammlung, ein dazu passendes Arbeitswerkzeug für PädagogInnen wurde nun vom Kompost & Biogas Verband gemeinsam mit der Umweltpädagogin Liese Esslinger von Rosalie Factory erarbeitet.

Die Arbeitsmappe stellt das Verständnis über Naturzusammenhänge, das Leben im Boden und seiner Lebewesen in den Vordergrund. Vorrangig geht es um die praxisnahe Umsetzung nachhaltiger Abfallwirtschaft und Naturverständnis direkt in Kindergärten und in Schulen. Die Kurzgeschichten, Sachbereiche, Anregungen für Materialien in der Umsetzung sind so aufgebaut, dass Nachhaltigkeit in das tägliche Leben der Kinder integriert werden kann. Durch diese Arbeitsmappe soll Wissenswertes zum Thema Kompostierung, Umgang mit Bioabfällen und das Leben im Boden, nachhaltig vermittelt werden.

Die Arbeitsmappe kann als durchgängiges Programm oder auszugsweise angewandt werden. Zielgruppen sind Kindergärten, Grundschulen, PädagogInnen und alle die zu diesem Thema mit Kindern arbeiten. Um die Schritte des inhaltlichen Aufbaus besser verstehen zu können, die Materialien und ihre Umsetzungsschritte direkt kennenzulernen, bietet Rosalie Factory zum Kauf der Mappe auch Fortbildungen an.

Nähere Infos und Bestellung beim Kompost & Biogas Verband hier ...

Infos über Rosalie Factory und Kontakt zur Fortbildung hier ...

 


08. Clever einkaufen:
Start der Aktion UmweltTipp!

Clever einkaufen
Foto: Syda Productions/fotolia.de

Clever einkaufen für die Schule startet österreichweit am 1. Juni mit der Aktion UmweltTipp! im Handel. Diese erfolgreiche Aktion wird nun bereits zum 11. Mal durchgeführt, denn jetzt schon an den Schuleinkauf denken, spart Zeit und Nerven und gibt der Umwelt eine Chance!

Es gibt sie in den Geschäften - die umweltfreundlichen Schulsachen! Blei- und Minenstifte und Kleber mit dem Österreichischen Umweltzeichen sowie Mappen und Ordner aus Karton statt aus Plastik. Beim Einkaufen von geprüften Schulheften, Blöcken und Kopierpapier lässt sich der Umwelt-Bonus einfach nutzen. Für dieses Papier müssen keine Bäume gefällt werden, denn es besteht zu 100% aus Altpapier und bei der Herstellung werden rund 60% weniger Energie und 70% Wasser verbraucht als bei der Herstellung von Frisch­Faserpapier.

Jetzt aktualisiert neu - Schulartikel-Liste 2017 Online
Die Initiative Clever einkaufen für die Schule. Und die Umwelt freut sich. hat alle Schulartikel mit Umweltzeichen recherchiert. Diese und andere, die den Kriterien der Initiative entsprechen, stehen abrufbar im Online-Produktfinder auf www.schuleinkauf.at bereit. Die hier empfohlenen Artikel wurden in den letzten Monaten überarbeitet und aktualisiert. Die Volltextsuche führt mit Tastendruck zum gewünschten Ergebnis.

Die Aktion UmweltTipp! 2017 im Handel
Gemeinsam mit dem Österreichischen Papierfachhandel weist die Initiative vom 1. Juni bis 30. September in Geschäften und Filialen von Partnerbetrieben auf die empfohlenen umweltfreundlichen Schulartikel hin. Mehr als 800 Standorte, darunter die Filialen großen Kooperationspartner sowie 350 Papierfachhändler setzen mit dieser Aktion ein starkes Zeichen für den Umweltschutz. Auf www.schuleinkauf.at sind auch alle Partnerbetriebe in der Nähe rasch zu finden.

Clever einkaufen auch für´s Lehrerzimmer
Die Initiative empfiehlt neben den klassischen Schulartikeln auch umweltfreundliche Büroartikel für Schüler und Schülerinnen höherer Klassen und für den Arbeitsplatz im Lehrerzimmer. Der Service-Bereich dazu findet sich unter www.bueroeinkauf.at. Insgesamt enthält die aktuelle, unabhängig recherchierte Liste rund 5.500 Produktempfehlungen wobei an die 4.210 "Clever einkaufen – Produkte" ein staatliches Umweltgütesiegel tragen – 2.463 davon das Österreichische Umweltzeichen.

Service-Bereich - Die beste Website für den Schuleinkauf
www.schuleinkauf.at ist die derzeit größte unabhängige Website für umweltfreundliche Schulsachen und bietet gut strukturiert
- viel Wissen zu Schulartikeln,
- die Clever-einkaufen-Produktliste mit Such-Funktion und
- alle Materialien im Service-Bereich.
- Fotos zur freien Verwendung

"Clever einkaufen für Büro und Schule" ist eine Initiative des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich in Kooperation mit dem Österreichischen Papierfachhandel. Alle Informationen dazu finden Sie unter

www.schuleinkauf.at
www.bueroeinkauf.at
www.umweltzeichen.at

 

Dieser Newsletter wird gefördert vom:

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