VABÖ Newsletter November 2016

03.11.2016

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

Innovatives Konzept zur Verbesserung der Mülltrennung:
Ausbildung zum Abfallberater light zum zweiten Mal angeboten

Abfallberatung light 2016
Der erfolgreiche Lehrgang "Abfallberatung light" des Vorjahres - heuer bereits zweiter Durchgang!
Foto: ARGE Abfallvermeidung

Eine Unterstützung zur Verbesserung der Mülltrennung wird in der Steiermark mittels einer 3-teiligen kostenlosen Schulung zur/ zum "AbfallberaterIn light" angeboten. In Zusammenarbeit zwischen dem Land Steiermark, der ARGE Müllvermeidung, dem Servicebüro "zusammen >wohnen<" und den Abfallwirtschaftsverbänden werden für ehrenamtliche Engagierte, zum Beispiel in Wohnhausanlagen und Nachbarschaften, abfallwirtschaftliche Grundkenntnisse ebenso vermittelt, wie wertvolle Tipps und Hinweise für eine zielführende Kommunikation im unmittelbaren Wohnumfeld (z.B. in großen Wohnsiedlungen).

Mangelnde Mülltrennung, Fehlwürfe, verschmutzte Abfallsammelplätze, Geruchsbelästigungen und viele weitere Themen geben oftmals Anlass zur Diskussion und lösen gelegentlich auch Streit unter den Nachbarn aus. Vielfach sind es mangelnde Kenntnisse, warum z.B. das leere Milchpackerl in die gelbe Tonne oder den gelben Sack gehört und was man sich durch eine effiziente Mülltrennung auch an Entsorgungskosten einsparen kann.

Im Vorjahr wurde erstmals ehrenamtlich engagierten MitbürgerInnen – in Zusammenarbeit mit den Abfallwirtschaftsverbänden – unter dem Titel "Abfallberatung light" eine "Grundausbildung" angeboten, die bei rund 30 TeilnehmerInnen sensationell gut angekommen ist. Speziell im urbanen Bereich, wo Mülltrennung ist es gelungen, motivierte Leute mit einem Basiswissen auszustatten. Mit dem Engagement dieser motivierten Personen und deren Kommunikationsfähigkeiten ist einiges gelungen. Deshalb wurde im Oktober 2016 bereits ein zweiter Ausbildungsdurchgang gestartet. Die ausgebildeten Personen sollen keinesfalls den in er Steiermark bestens etablierten Profis der kommunalen AbfallberaterInnen Konkurrenz machen, sondern in laufender Absprache deren Arbeit ergänzen und unterstützen, indem sie die "Basics" der getrennten Abfallsammlung noch näher in das Wohnumfeld der Menschen tragen. In der Anonymität vieler Nachbarschaften bilden sie damit die erste Vor-Ort-Andockstelle zwischen Abfallberatung und BürgerInnen.

Alle detaillierten Informationen (Infoblatt) hier...

Zur Homepage der ARGE Müllvermeidung geht's hier...

Zur Homepage des Projektes „zusammen >wohnen<“ geht's hier...

Zur den steiermärkischen Abfallwirtschaftsverbänden geht's hier...


02. Eigener Kompost auch in der Stadt:
Bioabfall zuhause zu Erde machen!

hubus
Foto: hubus

hubus ist das erste "Kompostmöbel", das aus Küchenabfällen fruchtbare Erde macht. Es inspiriert StädterInnen, ihren Bioabfall im eigenen Wurmökosystem in fruchtbare Erde verwandeln zu lassen. Mit dem Ziel kleinräumige Stoffkreisläufe zu schaffen bietet hubus smarte Kompostmöbel und ein Netzwerk, um überschüssige Erde zu tauschen. Davon profitieren StadtbewohnerInnen, das Klima und die Natur. (Quelle: BIORAMA)

Der hubus als dekoratives Möbel dient zur Haltung einer Population an Kompostwürmern. Diese genügsamen Tiere ernähren sich von organischen Abfällen, verdauen sie und scheiden wertvollen Wurmhumus aus. Der Prozess verläuft geruchlos. Nach Ablauf von 4-6 Monaten kann wertvoller Humus, ein organischer Dünger, geerntet werden.

Auf diese Weise kann man im Alltag den faszinierenden Kreislauf der Natur erleben, der Hausmüll wird reduziert und man verhindert damit die Emission unnötiger Treibhausgase. Zusätzlich schützen die NutzerInnen den Lebensraum Moor, da keine torfhaltige Erde mehr gekauft werden muss.

Anja Carsten, Mitgründerin von hubus sagte im Interview mit biorama.eu: "Warum sollten wir unseren Müll von einem Entsorger abholen lassen, um anschließend Blumenerde im Baumarkt zu kaufen für die wir zahlen müssen? Wir können den Kreislauf vor Ort schließen und Erde schenken."

Derzeit gibt es nur Prototypen, es ist aber geplant, die Herstellung des Kompostmöbels mittels einer Crowdfunding-Kampagne zu starten. Aktuelles dazu gibts in einem eigenen Newsletter bzw. auf Facebook.

Zur Website von hubus geht's hier...

Zur Facebook-Seite von hubus geht's hier...

Zum Interview mit Anja Carsten, Mitgründerin von hubus, geht's hier...


03. Workshops für Küchenpersonal von Gastronomiebetrieben:
Workshops für Küchenpersonal von Gastronomiebetrieben:

smart KITCHEN
Logo Smart KITCHEN

Smart KITCHEN richtet sich an die Geschäftsführung und das Küchenpersonal von Gastronomiebetrieben: z.B. an KöchInnen, Lehrlinge, KüchenchefInnen in Restaurants, Kaffeehäusern, Gemeinschafts- und Großküchen. In eintägigen Workshops wird praxisnah gezeigt, wie Lebensmittelabfälle geschickt vermieden werden können. Eine Schauküche bietet den maximal 10 TeilnehmerInnen dafür den geeigneten Platz.

Durch die Workshops führen MitarbeiterInnen der pulswerk GmbH und der Haubenkoch Max Stiegl vom Gut Purbach am Neusiedlersee.

Die smart KITCHEN-Themen sind:

  • Zahlen, Fakten und Mythen zum Thema Lebensmittelabfälle.
  • Tipps zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und sinnvollen Abfalltrennung.
  • Kochen ohne Reste. Im Praxisteil des Workshops wird aus Produkten eines Marktkorbes verschiedene Gerichte gekocht und dabei werden nützliche Tricks verraten.

Zur Homepage von Smart KITCHEN geht's hier...


04. People4Soil:
1 Million Stimmen für europaweiten Bodenschutz!

People4Soil
Foto: People4Soil

Boden ist eine unserer wichtigsten Ressourcen. Doch diese Ressource wird immer knapper, freie Flächen werden immer wertvoller. Österreich ist europäischer Spitzenreiter im Bodenverbrauch. Deshalb startete ein Netzwerk von mehr als 300 Organisationen unter dem Namen People4Soil eine Europäische Bürgerinitiative, die sich eine effektive Bodenschutz-Gesetzgebung auf europäischer Ebene zum Ziel gesetzt hat.

Mit der Petition will People4Soil Druck auf die europäischen Institutionen machen, damit spezifische Gesetzte für den Bodenschutz eingeführt werden, sodass Prinzipien und Regelungen für alle EU-Mitgliedstaaten festgesetzt werden. Ziel ist es, dass Europa den Boden zum Gemeingut für unser Leben erklärt und sich seine nachhaltige Verwaltung als eine primäre Verpflichtung vornimmt.

Alle EU-BürgerInnen haben das Recht, direkt an der Entwicklung von EU-Regelungen durch die Europäische Bürgerinitiative (EBI) teilzunehmen. Indem Sie bei „People 4 Soil“ mitmachen, werden Sie BefürworterIn einer Petition, die auf die Einführung spezifischer Rechtsvorschriften zum Bodenschutz in Europa abzielt.

Ab September 2016 gilt es, innerhalb eines Jahres mindestens eine Million BürgerInnen aus mindestens sieben EU-Mitgliedstaaten davon zu überzeugen, die Initiative People4Soil zu unterstützen, damit sie die gewünschte Wirkung erzielt und die Europäische Kommission einen Gesetzesvorschlag erarbeitet. Österreichweit müssen dazu 13.500 Unterstützungserklärungen gesammelt werden.

Seien auch Sie Teil der Bewegung und helfen Sie mit Ihrer Unterstützungserklärung, unseren Boden zu retten! Spread seeds and spread the word!

Zur Umweltdachverband-Petition geht's hier....

Zur ec.europa-Petition geht's hier...

Zur Homepage von People4Soil geht's hier...


05. Einsparungspotential bei € 20 Millionen:
Falsche Mülltrennung verursacht Millionenkosten

Land Steiermark Lebensressort
Foto: Land Steiermark Lebensressort
v.l.n.r.: Umweltlandesrat Johann Seitinger,
Christian Schreyer (Steirische Abfall-
wirtschaftsverbände), Robert Tulnik
(ARGE Kompost & Biogas),
Daniela Müller-Mezin (Fachgruppe
Entsorgungs- und Ressourcenmanagement),
Wilhelm Himmel (Land Steiermark, Abt. 14)

Die Steiermark zählt zwar zu den international führenden Ländern im Umgang mit Abfällen und Ressourcen und hat sich in den letzten Jahren ein umfangreiches Know-how in der Ressourcen- und Recyclingwirtschaft erarbeitet. Dennoch gibt es nach wie vor erhebliches Verbesserungs- und Einsparpotenzial. Das bestätigen auch Untersuchungen der Montan-Universität-Leoben zur Erreichung der EU-Recyclingziele 2030, wonach Österreich für die Zielerreichung, auch aufgrund neuer Berechnungsmethoden, noch einiges zulegen muss. Permanente Informationen zur richtigen Abfallsammlung sind daher unerlässlich.

Landesrat Johann Seitinger: "Würden wir unseren Abfall korrekt trennen, könnten wir für die Bürger in der Steiermark jährlich mehr als 20 Millionen Euro einsparen. Biomüll und Verpackungen gehören eben nicht in den Restmüll, Plastiksäcke auch nicht in den Biomüll."

Die Restmüllzusammensetzung wird vom organischen Abfall dominiert, der etwa einem Drittel der Gesamtmasse entspricht. Eine Detailbetrachtung der Restmüll-Analyse zeigt, dass in Gebieten mit Biotonne der Anteil der Fehlwürfe mehr als doppelt so hoch ist, als in Gebieten mit Einzel- und Gemeinschaftskompostierung. Daraus lässt sich ableiten, dass die Anonymität, insbesondere bei großen Wohnhausanlagen, ein Problem für die Fehlwurfanfälligkeit im Restmüll darstellt. Aber nicht nur der fälschlich in den Restmüllbehälter eingeworfene Biomüll bringt Probleme mit sich, sondern auch der Anteil an Störstoffen in der Biotonne.

Das Land Steiermark startet gemeinsam mit den Abfallwirtschaftsverbänden, der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der Wirtschaftskammer Steiermark und der ARGE Kompost & Biogas eine Kampagne unter dem Titel „Apfelputzen-Razzia“ zur Vermeidung von Plastik und anderen Fehlwürfen in der Biomüllsammlung. Damit soll einerseits die Qualität der Bioabfallsammlung erhöht und zum anderen der Anteil an biogenen Abfällen im Restmüll verringert werden. Dafür werden entsprechende Informationsmaterialien und Aufkleber mit der Aufschrift „Kein Plastik“ für die Biomülltonnen bereitgestellt.

Nähere Informationen (Pressemitteilung) hier...


06. "Ist das noch gut?"
Broschüre zur sicheren Nutzung von Lebensmitteln

pulswerk Lebensmittelbroschüre
Grafik: pulswerk

Lebensmittel sicher gut genießen; das ist das Motto der Broschüre, welche ein gemeinsames Projekt der Wiener Tafel mit der MA 38 - Lebensmitteluntersuchung Wien und der pulswerk GmbH ist. Es ist eine Gebrauchsanweisung zur sicheren Nutzung von Lebensmitteln und für einen sinnvollen Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und soll dabei helfen, die riesigen Mengen an Lebensmittelabfällen zu reduzieren. Der Broschüreninhalt kann und soll auch ggf. "stückchenweise" von Umwelt- und AbfallberaterInnen in ihrer Kommunikationsarbeit verwendet werden. (Quelle: pulswerk)

Generell bedeutet das Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) nicht, dass ein Lebensmittel nicht mehr genussfähig ist. Der Hersteller garantiert mit der Angabe des MHD, dass das Produkt bei ordnungsgemäßer Lagerung bis zum Eintreten des MHD unveränderte Qualität aufweist – also dass Konsistenz, Homogenität, Durchmischung und die Konzentration von Vitaminen und anderen Inhaltsstoffen unverändert sind. Das Produkt weist somit mindestens bis zu diesem Zeitpunkt volle Genussfähigkeit auf.

Das heißt, dass ein Lebensmittel üblicherweise länger haltbar ist als es das Mindesthaltbarkeitsdatum anzeigt. Um wie viel länger die Haltbarkeit gegeben ist, hängt vom Produkt und seiner Lagerung bis zu diesem Zeitpunkt ab. Genau diese Informationen will die Gebrauchsanweisung "Ist das noch gut?" den NutzerInnen liefern. Manche Lebensmittel verderben schneller als andere und sollten daher zügig verbraucht werden. Doch es gibt auch Nahrungsmittel, die nahezu unbegrenzt haltbar sind.

Welche dazugehören und welche zumindest unter definierten Lagerbedingungen deutlich länger haltbar sind, als das aufgedruckte MHD suggeriert, ist Inhalt dieses Leitfadens zur Weitergabe von Waren, deren MHD bereits erreicht beziehungsweise überschritten ist.

ExpertInnen der MA 38 – Lebensmitteluntersuchung Wien haben bestimmte Produktgruppen getestet, die Lebensmittel unter kontrollierten Bedingungen "altern" lassen und ihre Qualität und Genusstauglichkeit überprüft. Damit wurde dokumentiert, wie lange diese Nahrungsmittel über das MHD hinaus im Schnitt haltbar sind – entsprechende Lagerung und Unversehrtheit der Verpackung vorausgesetzt.

Wichtig bei dieser Thematik ist die Schaffung eines besseren Verständnisses im Umgang mit der Lebensmittelkennzeichnung "Mindesthaltbarkeitsdatum". Produktkennzeichnungen sollen bei der Orientierung und Entscheidungsfindung helfen, jedoch nicht selbstständiges Denken, persönliche Urteilsfähigkeit und individuelle Entscheidungsgewalt in Hinblick auf die Qualität und die Nutzbarkeit eines Lebensmittels ersetzen.

Nähere Infos und die Broschüre (Gratis Download) hier...


07. Innovative Kooperation von Saubermacher und SPAR:
"wastebox" nun auch in steirischen SPAR-Filialien erhältlich

wastebox
Saubermacher Vorstand DI Ralf Mittermayr
mit der wastebox
Foto: Saubermacher

Praktisch: In der Steiermark kann man die Abfallentsorgung jetzt auch im Supermarkt kaufen. Möglich wird der neue Service durch eine innovative Kooperation von Saubermacher und SPAR. Ab sofort werden in rund 60 ausgewählten steirischen SPAR-, EUROSPAR- und INTERSPAR-Märkten sogenannte wastebox-Big Bags für die Abfallentsorgung angeboten. Die Entsorgung inkl. Abholung bestellt man je nach Bedarf online auf wastebox.at, einer Plattform die Saubermacher vor rund einem Jahr auf den Markt gebracht hat. (Quellen: Saubermacher, VABÖ)

Die beiden steirischen Leitbetriebe SPAR und Saubermacher haben sich schon vor einiger Zeit zu dieser sowohl für den Lebensmittelhandel als auch für die Entsorgungswirtschaft eher ungewöhnlichen Kooperation entschlossen. "Im Handel sind wir mit dem Verkauf des wastebox-Sacks sehr nahe am Kunden. Das unterstützt nicht zuletzt auch die Bekanntheit unseres neuen Onlineservices", erläutert Ralf Mittermayr, Vorstand bei Saubermacher, die nur auf den ersten Blick unorthodox wirkende Zusammenarbeit. Mit der wastebox können KundInnen erstmals bei Entsorgung und Entrümpelung das tun, was sie bei anderen Produkten und Dienstleistungen schon lange können: alles online organisieren.

Angeboten wird der Sack, der mit seiner pinken Farbe auffällt, flächendeckend in allen Shops in Graz und bei allen EUROSPAR- und INTERSPAR-Märkten in der restlichen Steiermark solange der Vorrat reicht. "wastebox.at trifft absolut den Nagel der Zeit und erweitert unser Angebot für unsere Kundinnen und Kunden. Wir sind überzeugt, dass dieses Convenience Entsorgungsprodukt ein großer Erfolg werden wird", meint Christoph Holzer, Geschäftsführer von SPAR Steiermark und Südburgenland und verweist gleichzeitig auf SPAR-eigene Erfahrungen rund um bargeldlose Selbstbedienungskassen, Online-Bestellplattformen und innovativen Zustellservices im urbanen Raum. "Nach der Pilotphase werden wir sehen, wie es weiter geht. Ich wünsche mir natürlich eine Ausrollung des Angebots und hoffe, dass wir zum 2. Geburtstag von wastebox.at – im September 2017 – in den Geschäften in ganz Österreich vertreten sind", so Hans Roth, Eigentümer der Saubermacher Dienstleistungs AG.

Besonderheit am Rande: In die Entsorgungshoheit der kommunalen Gebietskörperschaften wird dabei nicht eingegriffen denn Verbleib und Dokumentation der andienungspflichtigen Abfälle erfolgt entsprechend der Vorgaben der Wohnsitzgemeinde des jeweiligen Kunden. Einige Gemeinden überlegen bereits, die wastebox in ihren eigenen Entsorgungsmix zu integrieren, etwa als Hausabholung von Sperrmüll. So findet das "Online-Shopping" nun auch vermehrt Eingang in die bislang eher konventionell geprägten Strukturen der kommunalen Abfallwirtschaft.

Mehr Infos dazu im Pressartikel hier...

Zur Website der wastebox gehts hier...


08. Grüne verlangen erneut:
Pfandsystem für alle Getränkeverpackungen

Pfandsystem für alle Getränkeverpackungen
dpg-Logo

Zum wiederholten Mal beantragte die grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner im parlamentarischen Umweltausschuss vom 4. Oktober die Einführung eines bundesweiten Pfandsystems für Getränkeverpackungen mit einklagbaren Zielen für Mehrwegsysteme und einer verpflichtenden Kennzeichnung für Mehrweg- und Einweg-Getränkeverpackungen. Trotz gut funktionierender Sammlung landen 30% aller Dosen und 20% aller Plastikflaschen immer noch im Restmüll auf der Straße, weil Anreize fehlten, leere Dosen und Flaschen zurückzubringen und Getränkeverpackungen zu entsorgen. In die gleiche Richtung geht ein früherer Antrag der Grünen, der ein Bundesgesetz zur Förderung des Mehrweganteils im Getränkesektor anregt. (Quelle: apa/OTS, VABÖ)

Der Antrag bilde bereits ein fertiges Gesetz ab, warb Brunners Parteikollege Georg Willi für das darin enthaltene Bonus-Malus-System beim Vertrieb von Pfandflaschen. Vor allem in der Gastronomie sei es wichtig, der "Wegwerfmentalität" beizukommen. Umweltminister Andrä Rupprechter verwies allerdings gemeinsam mit Martina Diesner-Wais (V) und Maximilian Unterrainer (S) auf eine Einigung der Sozialpartner in dieser Frage, zu der es im Oktober noch einen Zwischenbericht geben sollte. Österreich fahre außerdem gut mit seinem Mehrwegsystem, wie sich an den 22% Pfandflaschenanteil zeige.

Der VABÖ unterstützt die Förderung von Mehrweg-Getränkeverpackungen durch gesetzliche Maßnahmen und hat zum Thema Mehrwegverpackungen und Pfand eine Schwerpunktausgabe des VABÖ-Blattes mit spannenden Hintergrundinfos herausgegeben, die nach wie vor hochaktuell ist - Download hier...

Zum Entschließungsantrag der Grünen über ein neues Pfandsystem gehts hier...


09. Spannende Schul-Unterlagen von den Umwelt Profis:
Abfallvermeidungs-Unterrichtsmaterial für PädagogInnen

Abfallvermeidungs-Unterrichtsmaterial für PädagogInnen
Foto: OÖ Umweltprofis

Die "Umwelt Profis" bieten mit der kostenlosen "Schulmappe" als Dauerleihgabe oberösterreichischen PädagogInnen das Handwerkzeug rund um Abfallvermeidung, Recycling und Entsorgung. Erstellt wurde die Schulmappe als einzigartige Möglichkeit zur Fortbildung von oö. AbfallberaterInnen. (Quelle: Die Umwelt Profis)

Durch die Teilnahme an der Weiterbildungsveranstaltung an der Pädagogischen Hochschule (Kaplanhofstraße) erhalten die interessierten PädagogInnen die Schulmappe gratis. Sie soll es PädagogInnen erleichtern, ein Projekt, eine Werkarbeit, ein Lied, etc. zum Thema Abfall umzusetzen. Die „Schulmappe – Alles zum Thema Abfall“ von den OÖ Umweltprofis bietet Hintergrundinfos, Arbeitsblätter (mit Lösungen) und Arbeitsanleitungen.

Konkret beinhaltet die Schulmappe der Umwelt Profis folgende Themenbereiche: Geschichte der Abfallwirtschaft, gesetztliche Grundlagen, Vorstellung der Umwelt Profis, Ressourcen, Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Abfallverwertung, Sammelsysteme, Entsorgung von Abfällen, praktische Umsetzung in den Bezirken, Mythen und Märchen, oö. Projekte und einen praktischen Teil mit Rätseln, Spielen, Aufgaben, etc.

Zur Pressemitteilung der Umweltprofis geht's hier...

Zur Anmeldung der Weiterbildungsveranstaltung an der Pädagogischen Hochschule gehts hier...


10. Fürs Leben lernen:
Östereichisches Umweltzeichen für Schulen und Pädagogische Hochschulen

Östereichisches Umweltzeichen für Schulen und Pädagogische Hochschulen
Foto: Susanne Wolf, Österreichsiches
Umweltzeichen

In Zeiten der fortschreitenden Umweltzerstörung und des Klimawandels ist es maßgeblich, auch bei den nächsten Generationen Bewusstsein für nachhaltige Maßnahmen zu schaffen. Das Östereichische Umweltzeichen für Schulen und Pädagogische Hochschulen zertifiziert Institutionen, die hohes Umweltengagement mit nachhaltiger sozialer Schulentwicklung verbinden. Eine ökologische Ernährung und Gesundheitsförderung sind weitere wichtige Kernthemen der Umweltzeichen-Schulen. LehrerInnen wie SchülerInnen sollen sich außerdem für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Lebenswelt einsetzen. (Quelle: Österreichisches Umweltzeichen)

Wesentliches Merkmal der Umweltzeichen-Schulen ist die Möglichkeit der Mitgestaltung der SchülerInnen und Eltern bei der Umsetzung von Umwelt- und Gesundheitsprojekten. Am Wiener BG und BRG Boerhaavegasse, einem von sechs Umweltzeichen-Gymnasien österreichweit, wird großer Wert auf Mülltrennung gelegt. In jeder Klasse bilden zwei SchülerInnen ein Ökoteam, das dafür verantwortlich ist. „SchülerInnen lernen auf diese Weise, sorgsam mit Ressourcen umzugehen“, erzählt Siglinde Binder-Knoll, an der Schule für die Umsetzung der Umweltzeichen-Richtlinien verantwortlich. „Darüber hinaus sparen wir pro Jahr 3000 Euro durch Mülltrennung ein.“ Binder-Knoll leitet auch das Freifach Ökologie an der Schule und ist überzeugt, dass die Umweltzeichen-Maßnahmen an der Schule das Bewusstsein der Schüler für Nachhaltigkeit stärken.

Österreichweit gibt es bereits mehr als 100 Schulen und Pädagogische Hochschulen, die mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet sind. Verschiedene Projekte wie etwa zum Thema Mobilität sollen Nachhaltigkeit im Alltag stärker in den Fokus rücken. „In einem Projekt in Zusammenarbeit mit dem Klimabündnis gab es eine schulinterne Umfrage zum Schulweg“, erzählt Binder-Knoll. Ein Großteil der SchülerInnen gab an, zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Schule zu kommen. In ländlichen Gebieten dagegen ist der Schulweg ein heikles Thema, da hier der öffentliche Verkehr oft nur unzureichend ausgebaut ist. Manche Schulen mit dem Umweltzeichen steuern dem entgegen, indem sie, wie etwa die Volksschule St.Stefan im Lavanttal, Fahrgemeinschaften bilden. „Durch solche Maßnahmen wird das Bewusstsein der SchülerInnen für nachhaltige Mobilität gestärkt“, ist Siglinde Binder-Knoll überzeugt. „Sie werden sich im besten Fall auch in Zukunft für mehr Nachhaltigkeit im Alltag einsetzen.“

Zum Youtube-Video zum Umweltzeichen geht's hier...

Weitere Informationen gibt´s hier...


11. Clever einkaufen für das Büro:
Broschüre für einen umweltfreundlichen Arbeitsplatz

Clever einkaufen für das Büro
Website Clever einkaufen für das Büro

Die Initiative Clever einkaufen fürs Büro hat sich zum Ziel gesetzt, einen Überblick über die bereits am Markt erhältlichen umweltfreundlichen Büroartikel zu bieten. Dazu werden die Hersteller nach Artikeln abgefragt, die sie als umweltfreundlich im Sortiment bewerben und anschließend ausgewertet. Als Resultat liegt eine Liste mit Produktempfehlungen für den nachhaltigen Büroeinkauf vor, die frei genutzt werden kann. (Quellen: Österreichisches Umweltzeichen, AK Wien, BMLFUW)

Jeder Einkauf ist ein Signal an den Markt und „Kleinvieh macht auch Mist“. Je mehr Büros umweltfreundliche Artikel bevorzugt kaufen, umso eher werden ökologische Kriterien zum Standard. Weniger Schadstoffe, kaum Abfall, größere Ergiebigkeit und längere Lebensdauer sind auch bei Büroartikeln längst ein Gebot der Stunde. Großunternehmen wie Banken, Versicherungen oder Einkaufsplattformen können noch viel mehr mit ihrer Nachfrage bewirken. Vor allem dann, wenn eine neue innovative und umweltfreundliche Lösung sinnvoll wäre, können große Abnehmer ihre Marktmacht dafür nützen, dass sich nachhaltige Veränderungen am Markt beschleunigen. Dazu gibt es immer mehr erfolgreiche Beispiele.

Die Arbeiterkammer Wien hat dazu eine Broschüre veröffentlicht. Diese richtet sich an Beschäftigte in Büros aber auch an Betriebsräte, Sicherheitsvertrauenspersonen, Abfall- und andere betriebliche Beauftragte und alle, die am Themenfeld interessiert sind. Mit dieser Broschüre wird ein Überblick über relevante Bereiche im Büro und dem Büroumfeld geschaffen, wo etwas für die Umwelt getan werden kann, ohne groß um Rat fragen zu müssen.

Nähere Infos zum Thema gibt's hier...

Zur Broschüre der AK Wien geht's hier...

Zur Produktliste der Initiative "Clever einkaufen" gehts hier...


12. Parlamentarischer Entschließungsantrag der Grünen:
Stopp dem Wegwerfwahn! Maßnahmen zur Förderung der Langlebigkeit von Produkten

Maßnahmen zur Förderung der Langlebigkeit von Produkten
Schrott oder Shop?
Foto: RepaNet

Nachhaltiges Ressourcenmanagement ist im Rahmen der Klimaschutzdebatte ein zentrales Thema, auch im letzten parlamentarischen Umweltausschuss Anfang Oktober. Die Oppositionsparteien lieferten dazu Vorschläge, die aber von SPÖ und ÖVP - teils bereits routinemäßig - vertagt wurden. Unter dem Motto "Stopp dem Wegwertwahn" trat die grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner dafür ein, die Nutzungsdauer der Produkte zu verlängern und schlug vor, die nachhaltige Produktion reparierbarer Geräte sowie nachhaltiges Konsumverhalten zu fördern, um Ressourcen zu schonen und den Energieverbrauch zu reduzieren. Dazu gehören Maßnahmen gegen den vorsätzlichen Einbau von Schwachstellen zur Verkürzung der Lebenszeit von Produkten, die "geplante Obsoleszenz", führte die Antragstellerin aus. Außerdem sollten Reparaturen nach schwedischem Muster steuerlich begünstigt werden. (Quelle: apa/OTS)

In Fragen produktspezifischer Vorgaben, wie die leichtere Austauschbarkeit von Akkus und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, sehen die Grünen den Ball bei der Europäischen Union. Zusätzlich zur EU-Ökodesign-Richtlinie seien EU-weite Normen auszuarbeiten, die auf die Langlebigkeit der Geräte abzielen, gerade im Elektronikbereich. Allein an Elektroschrott werden pro Jahr und Kopf neun Kilogramm produziert, rechnete Team-Stronach-Umweltsprecherin Ulrike Weigerstorfer vor: Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, ein Umdenken sei unbedingt notwendig, sagte sie im Einklang mit Walter Rauch (V) und Georg Willi (G). Michael Bernhard (N) meinte ebenfalls, die Ressourcennutzung sei zu verbessern, doch müssen seiner Meinung nach die KonsumentInnen über ihr Kaufverhalten entscheiden. Angesichts makroökonomischer Probleme, wie zu teurer Arbeit und zu niedriger Einkommen, biete der Grünen-Antrag einen falschen Ansatz. Ganz so kritisch sieht SPÖ-Abgeordneter Klaus Uwe Feichtinger Brunners Anliegen nicht, er riet aber dazu, die Ausarbeitung der Ökodesign-Richtlinie auf EU-Ebene abzuwarten. Sein Koalitionskollege Werner Groiß (V) verwies in diesem Zusammenhang auf das Kreislaufswirtschaftspaket der EU.

Zum Entschließungsantrag der Grünen "Stopp dem Wegwerfwahn" gehts hier ...

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