VABÖ-Newsletter Oktober 2014

21.10.2014

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18, 
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. Jetzt auch offizielle EU-Strategie:
Zero Waste!

Stadt Graz - Weitergeben statt wegwerfen
Grafik: Kreislaufwirtschaft

Die konzeptionelle Weiterentwicklung der "klassischen" Abfallvermeidung in Verbindung mit einer modernen Politik der Sekundärressourcen wird unter dem Schlagwort "Zero Waste" immer mehr zur anerkannten politischen Strategie: Nunmehr hat die EU-Kommission dazu ein Strategiepapier veröffentlicht, das die Leitlinie der europäischen und nationalen Abfallpolitik und der EU-Förderprogramme der nächsten Jahre bilden wird. Wer wissen will, wohin sich die Abfalldiskussion entwickeln wird und was die nächsten Themen sein werden, sollte das 18-seitige Papier, aber auch die Kritik des österreichischen Bundesrates an den erhöhten Verwertungszielen unbedingt lesen!

Durch die erfolgreiche Umsetzung können bis 2030 mehr als 180 000 direkte Arbeitsplätze in der EU geschaffen werden, zusätzlich zu den geschätzten 400 000 Arbeitsplätzen, die durch die Umsetzung des geltenden Abfallrechts entstehen werden. Dadurch werden zwischen 10 und 40 % der Nachfrage nach Rohstoffen in der EU befriedigt und gleichzeitig ein Beitrag zur Erreichung des EU-Ziels der Verringerung der Treibhausgasemissionen um 40 % bis 2030 geleistet: 62 Mio. t CO-Äquivalent pro Jahr würden 2030 vermieden.

Zur Verstärkung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Vorteile einer besseren Bewirtschaftung von Siedlungsabfällen schlägt die Kommission vor, die Wiederverwendung und das Recycling von Siedlungsabfällen bis 2030 auf mindestens 70 % zu steigern und die Recyclingquote für Verpackungsabfälle bis 2030 auf 80 % anzuheben. Die Kommission empfiehlt, Direktinvestitionen in die obersten Optionen der Abfallhierarchie (Vermeidung, Wiederverwendung, Recycling) zu fördern.

Der österreichische Bundesrat hat zum Vorschlag der Kommission, die Verwertungsziele nochmals drastisch zu erhöhen, eine negative Stellungnahme abgegeben, in der argumentiert wird, dass der Vorschlag dem Subsidiaritätsprinzip widerspricht und es besser wäre, zuerst die Erreichung der derzeitigen ohnehin schon ambitionierten Ziele durch alle Mitgliedsstaaten effizienter voranzutreiben. Inzwischen formiert sich insbesondere unter osteuropäischen Staaten Widerstand gegen die ambitionierten Vorgaben, weil diese bereits die derzeitigen EU-Ziele nicht erreichen. Spannende Debatten in der Abfallpolitik sind also vorprogrammiert.

Das "Zero Waste-Programm" der Kommission gibts hier als Download (PDF)
Die Stellungnahme des österr. Bundesrates gibts hier als Download (PDF)


02. Lebensmittel sind wertvoll:
Hochkarätige Fachtagung zeigt vermehrte Kooperationen

Foto: Stadt Wien - Podiumsdiskussionsrunde

Am 13. Oktober veranstalteten Stadt Wien und Ökologieinstitut gemeinsam mit den Wiener Volkshoschschulen die hochkarätige Fachtagung "Lebensmittel sind wertvoll". Neu gegenüber bisherigen, ähnlichen Veranstaltungen war die spürbare Versachlichung der Diskussion und das ehrliche Bemühen aller Stakeholder, konstruktive Beiträge zu realisieren, anstatt sich in gegenseitigen Schuldzuweisungen zu ergehen, und auch vermehrt über Interessensgrenzen hinweg zu kooperieren.

Vom Feld bis zum Teller werden weltweit von Landwirten, Verarbeitungsbetrieben, dem Handel und den KonsumentInnen jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen, dies entspricht rund einem Drittel der weltweiten Produktion - oder ganz banal 186 kg / Person im Jahr (davon könnte ein Mensch sich ca. ein halbes Jahr lang ernähren!) ExpertInnen, VertreterInnen aus Landwirtschaft, Gastronomie, Lebensmittelverarbeitung diskutierten über Strategien und good-practice-Beispiele. Besonderer Fokus war die Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. Die Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 suchte Antworten auf die Frage „Welche Maßnahmen werden bereits umgesetzt und wo sollten wir noch aktiv werden?“

Immer wieder wurde die Wichtigkeit der "Erziehung" der KonsumentInnen betont, hier ist natürlich die Umwelt- und Abfallberatung gefragt, diese kann aber die nötige Informationsarbeit nur dann realisieren, wenn diese einerseits überregional koordiniert und unterstützt wird und andererseits insbesondere vom Handel mit entsprechenden Maßnahmen ergänzt und gestärkt wird. Österreich hat eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Gebietskörperschaften im Verpackungssammelbereich, die gleichen gut funktionierenden Strukturen können auch bei Kampagnen gegen Lebensmittelabfälle genutzt werden.

Auf diesen Seiten wird die Veranstaltung beschrieben: www.wien.gv.at
Die Beiträge gibts hier als PDF www.wien.gv.at


03. Salzburg zeigt wie es geht:
Maßnahmen gegen illegale Textilsammler

Illegale Altkleidersammlung
Illegal aufgestellte Altkleidersammelbehälter

Stadt und Land Salzburg gehen seit einiger Zeit konsequent gegen illegale Textilsammlungen vor, insbesondere um dadurch die sozialwirtschaftlichen Sammler wie HAI, PAP, Job 21, TAO-Modecirkel zu schützen. Dazu wurden für Gemeinden wertvolle Tipps erarbeitet, wie am effizientesten vorgegangen werden kann - diese Anregungen sind auch für andere Bundesländer wertvoll.

Detailliert wird die Vorgangsweise bei sowohl bei illegalen Containern als auch bei illegal durchgeführten Haussammlungen in zwei Dokumenten beschrieben, mit Nennung der relevanten Gesetzestexte. Container sollten grundsätzlich - ggf. mit Einverständnis des Grundeigentümers - von der Gemeinde konfisziert werden, illegale Haussammlungen sollten angezeigt werden, ähnlich wie bei illegalen Sperrmüllsammlungen osteuropäischer Sammelbrigaden.

Beide Dokumente gibts hier zum Download:
Illegale Textilcontainer
Illegale Textil-Haussammlungen


04. "Leihtausch":
LEILA - Wiens erster Leihladen

LEILA - Leihladen

Fast gratis ausleihen: Was früher im Rahmen der Nachbarschaftshilfe noch üblich war, aber im Zuge der urbanen Anonymisierung und Isolierung der Menschen ganz ausser Mode gekommen ist, erlebt mit neuem Konzept nun ein Revival: Sich gegenseitig seine Sachen leihen: Seit Mai 2014 gibt es in Wien den ersten "Leila" (Leihladen). Dort kann man sowohl etwas ausleihen, als auch seine eigenen Dinge herleihen - sozusagen Leihen und Tauschen in Einem.

Das ganze funktioniert wie eine Bibliothek, man zahlt einen Jahresbetrag von 36 Euro bzw. ermäßigt 24 Euro. Dann kann man sich an drei Tagen in der Woche ohne weitere Gebühr Musikinstrumente, Werkzeug, Spiele, Sportartikel, Veranstaltungszubehör und vieles mehr ausborgen. Die Initiative ist noch im Aufbau und wie so viele gute Initiativen chronisch unterfinanziert, dementsprechend ist der Online-Katalog noch nicht realisiert - aber dafür gibt es bereits einen Facebook-Auftritt.


05. Innovative Abfallberatung:
Oswald das Stinktier und der Müllführerschein

Oswald Stinktier
Foto: Bettina Leiner

Die kommunalen Umwelt- und AbfallberaterInnen Österreichs leisten seit fast 30 Jahren anerkannt hervorragende Arbeit bei der "Erziehung" der Bevölkerung zu nachhaltiger Wirtschaftsweise im privaten Alltag - mit dem Ergebnis, dass Österreich in der Abfallwirtschafts-Performance zur Weltspitze gehört. An dieser Stelle wird der VABÖ nun regelmäßig vorbildliche Projekte vor den Vorhang holen. Wie man Integration von behinderten Menschen mit Abfallerziehung in einer Wohnsiedlung verbinden kann, zeigt das mutige und unkonventionelle Projekt "Oswald das Stinktier und der Müllführerschein".

In der Wohnhausanlage des Vereines „autArK – Arbeitsassistenz Kärnten" wurden einige der BewohnerInnen (Menschen mit besonderem Assistenzbedarf) von Bettina Leiner, der Abfallberaterin des Abfalwirtschaftsverbandes Spittal zu Abfalltrenn-ExpertInnen geschult - mit dem Ergebnis, dass diese nunmehr auch die anderen BewohnerInnen bei der korrekten Abfalltrennung unterstützen - Der offiziell verliehene "Müllführerschein" macht stolz auf den eigenen wertvollen Beitrag zur Ressourcenschonung und ist ein Beispiel, wie Abfallberatung auch unter erschwerten Bedingungen nachhaltige Ergebnisse erzielen kann.

Die Projektpräsentation finden Sie zum Download hier...
Detaillierte Projektbeschreibung (nur für AbfallberaterInnen zugänglich) finden Sie hier...


06. CERREC - Abschlusskonferenz in Prag:
Re-Use in Mitteleuropa – Von der Politik zur Praxis

CERREC Abschlusskonferenz

Die internationale Abschluss-Konferenz des Projektes CERREC wird am 4. November 2014 unter dem Titel “Re-Use in Mitteleuropa – Von der Politik zur Praxis” in Prag stattfinden. Dabei werden zahlreiche ExpertInnen sowie interessierte Personen aus ganz Europa über Erfolge und bestehende Herausforderungen, die sich im Zuge des Aufbaus von Reparatur- und Wiederverwendungs-netzwerken ergeben, diskutieren.

Die im Herbst stattfindende Konferenz eröffnet die Möglichkeit für VertreterInnen aus Gemeinden, der Sozial- und Privatwirtschaft und NGOs im internationalen Austausch gemeinsam Wege zu erörtern, wie Re-Use als gesetzlich verankerter Bestandteil der Abfallwirtschaft in die Praxis umgesetzt werden kann. Dabei werden die aktuellen Entwicklungstendenzen von Re-Use Aktivitäten auf europäischer und regionaler Ebene, sowie die aktuellen Strategien und Richtlinien, die zu einer Verbesserung von Re-Use in der EU und speziell in den mitteleuropäischen Ländern beitragen, beleuchtet. Neben Experten des europäischen RREUSE-Netzwerkes, belgischer Re-Use-Betriebe und des deutschen Bauteilnetzwerkes werden auch einschlägig bekannte österreichische ReferentInnen vortragen und diskutieren.

Die Teilnahme ist kostenlos, Konferenzsprachen sind Englisch und Tschechisch mit wechselseitiger Übersetzung.

Programm und Registrierung finden Sie hier...


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