VABÖ Newsletter September 2017

15.09.2017

VABÖ unterstützt die Initiative der österreichischen Abfallwirtschaft Rund geht's!

Wenn Sie interessante Infos haben, die andere AkteurInnen in der Umwelt- und Abfall-Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinden, Verbände etc. interessieren könnte, senden Sie diese bitte an vaboe@arge.at.

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Kontakt/Impressum:

VABÖ - Verband Abfallberatung Österreich
Trappelgasse 3/1/18,
A-1040 Wien

E-mail: vaboe@arge.at
Internet: www.vaboe.at

ZVR: 522522855

01. Neues VABÖ-Blatt:
Vom Bioabfall zum Humus

VABOE-Blatt Nr. 2
© Rainer Sturm, pixelio.de

Was gehört in den Bioabfall und was in den Restmüll? In Österreich fehlt häufig das Bewusstsein für die richtige Sammlung von Bioabfall. Das kommt nicht nur teuer, der Kompost fehlt auch in Form von Humus für einen fruchtbaren Boden. Um Sie in der Bioabfallberatung zu unterstützen, haben wir für Sie im aktuellen VABÖ-Blatt Informationen und Tipps rund um das Thema Bioabfall gesammelt und zum Download bereitgestellt.

Kreislaufwirtschaft ist aufgrund der abfallpolitischen Diskussionen auf EU-Ebene zurzeit in aller Munde. Dabei geht es aber nicht nur um Recycling von Papier, Glas, Kunststoff und Metall, sondern vor allem um den Erhalt unserer materiellen Lebensgrundlagen, die wichtigste davon ist fruchtbarer Boden. Kreislaufwirtschaft bedeutet daher vor allem, biogene Stoffe dem Boden wieder zurückzugeben, also die organische Verwertung biogener Abfälle und Reststoffe zum Zweck des Humuserhalts.
Das VABÖ-Blatt Nummer 2 diesen Jahres behandelt eben dieses Topthema Bioabfall, seine Rolle für die Kreislaufwirtschaft und für den Erhalt von Lebensraum sowie die Herausforderungen in der Sammlung und aktuelle Bewusstseinskampagnen. Die Mitgliederzeitung des Verbands Abfallberatung Österreich erscheint vier Mal im Jahr zu je einem Schwerpunktthema. Wenn Sie das VABÖ-Blatt per Post erhalten möchten, schicken Sie uns bitte eine formlose Email mit Ihrer privaten oder Dienstadresse an office@repanet.at.
Die zweite Jahresausgabe des VABÖ-Blatts zum Schwerpunktthema Bioabfall wurde vom Kompost- und Biogasverband unterstützt und steht auf der VABÖ-Webseite zum Download zur Verfügung.

Das VABÖ-Blatt zum Download gibt es hier ...
Auml Zum Appell vom VOEB zur Bioabfallsammlung im VABÖ-Newsletter vom August geht es hier ...


02. Ressourcenkreislauf:
Rund geht’s! in der österreichischen Abfallwirtschaft

Rund geht´s

Ein knappes Jahrhundert lang wurde die Wegwerfmentalität entwickelt und gefördert, aber nun drohen dem System die Ressourcen auszugehen, mit katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt. Die Initiative Rund geht’s! zeigt auf, dass Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung Hand in Hand gehen müssen.

Rund geht’s! ist eine Kampagne der österreichischen Abfallwirtschaft, um auf die vielfältigen Möglichkeiten aufmerksam zu machen, wie vermeintliche Abfälle als Rohstoffe wiederverwendet oder wiederverwertet werden. Dabei entstehen neue und innovative Produkte, so werden zum Beispiel Altreifen zu Gummimatten, Bestandteile aus Elektrogeräten werden zu Schmuck oder Autowrackteile werden Windradsteher.
Auf der Webseite von rundgehts.at werden anschauliche Geschichten zur Verfügung gestellt, die ganz praktisch erklären, wie aus Abfall etwas Neues und Nützliches entsteht. Diese Stories sind in neun Kategorien unterteilt, nämlich Re-Use, Papier, Bioabfall, Glas, Kunststoff, Holz, Metall, Elektroaltgeräte und Gemischtes. Zu letzterem gehört beispielsweise Baurestmassen-Recycling.
Ins Leben gerufen wurde die Initiative von der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, dem Ministerium für ein lebenswertes Österreich, dem Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV), dem WKO-Fachverband Entsorgungs- und Ressourcenmanagement, Wiener MA 48, die niederösterreichischen Umweltverbände, das Land Oberösterreich mit der Abteilung Umwelt und Natur und zehn weitere Einrichtungen in den Bundesländern bzw. auf Bundesebene, darunter der VABÖ.

Weitere Informationen und die Rund-Geht´s-Stories gibt es hier ...


03. Reinwerfen statt Wegwerfen:
Wien ist die „Sauberste Region Österreichs 2017“

reinwerfen statt wegwerfen
© Altstoff Recycling Austria

Mit der „Aktion Saubere Stadt“ überzeugte Wien die Jury des Anti-Littering-Preises „Sauberste Region Österreichs 2017“ und das Online-Publikum. Den Kreativpreis erhält ein Schulprojekt aus Himberg. (Quelle: Reinwerfen statt Wegwerfen)

Das Gewinnerprojekt „Aktion Saubere Stadt“ baut seit 2007 die Sammelinfrastruktur, das Serviceangebot und die bewusstseinsbildenden Maßnahmen rund um eigenverantwortliche Sauberkeit in der Stadt aus, um die Menschen, die in Wien leben, arbeiten oder Urlaub machen, zu sensibilisieren. Heute zählt Wien zu den saubersten Metropolen der Welt.
Auf den zweiten Platz des Wettbewerbs schaffte es das Projekt „Wiener Neudorf Picobello“, das unter anderem eine jährliche Flur- und Straßenreinigungsaktion in Wiener Neudorf eingeführt hat. Auf den dritten Platz kam mit den Unterrichtsmaterialien für das Projekt „Sei ein Held, lass nichts liegen!“ das Land Niederösterreich.Den vierten Platz und den Kreativpreis erhielt Himberg für die Förderung von Kreativität bei Schülerinnen und Schülern, die beispielsweise selbst Blumentröge für den Ort gebaut haben. Das Projekt erstreckt sich über mehrere Schuljahre. Den fünften Platz erreichte Fels am Wagram mit seinem „Putz dich fit“-Spaziergang. Der Verband Abfallberatung Österreich (VABÖ) war in der Expertenjury vertreten und gratuliert allen Gewinnerinnen und Gewinnern. Dass Österreich international für seine Sauberkeit und vorbildliche Abfallwirtschaft einen ausgezeichneten Ruf genießt, ist unter anderem Ergebnis der langjährigen Arbeit der kommunalen Umwelt- und AbfallberaterInnen in ganz Österreich und von deren zahlreichen Anti-Littering-Projekten. Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen die VABÖ-Blätter 03/2016 und 03/2014.

Zum Artikel auf reinwerfen.at geht es hier ...
Die VABÖ-Blätter 03/2016 und 03/2014 zum Download gibt es hier ...


04. Salzburger Litteringstudie:
Vor allem Dosen bleiben liegen

Salzburger Litteringstudie
© M.E., pixelio.de

In 50 Salzburger Gemeinden wurden in der jährlichen Flurreinigung zwischen März und Juni 8.000 kg Abfälle gesammelt. Eine Stichprobe von 400 der insgesamt 1.950 Abfallsäcke hat die pulswerk GmbH am Standort der Salzburger Abfallbeseitigung auf ihre Zusammensetzung hin untersucht. Am häufigsten bleiben Getränkeverpackungen liegen. (Quelle: Land Salzburg)

Die Abfälle wurden in drei Kategorien unterteilt: Littering-Abfälle mit knapp 38,9 %, illegale Abfallentsorgung mit 55,2 % und die kleine Gruppe der Nichtabfälle wie pflanzliche Rückstände und Steine mit 5,9 %. Zu den Littering-Abfällen gehören all jene, die typischerweise unterwegs beim Konsum anfallen und liegen gelassen oder achtlos weggeworfen werden, wie Getränkeverpackungen, Einweggeschirr, Zigarettenstummel, Lebensmittelverpackungen und Lebensmittelreste.
Von diesen Abfällen ist die Gruppe der Getränkeverpackungen aus Kunststoff, Metall, Glas oder Verbundkarton mit 59 % am größten. An zweiter Stelle stehen sonstige Kunststoffverpackungen und Papier.In den 400 Abfallsäcken fand die puslwerk GmbH insgesamt 2.273 Getränkedosen, 1.309 Plastikflaschen und 566 Glasflaschen.
Das Land Salzburg sieht erheblichen Handlungsbedarf, denn kurzlebige Konsumgüter und Lebensmittelverpackungen werden als praktisch wahrgenommen, verleiten aber zum gedankenlosen Wegwerfen. Diese Abfälle verunstalten die Landschaft, enthalten zum Teil Schadstoffe, behindern die landwirtschaftliche Nutzung und verursachen Kosten. Um die Vermüllung mit Einwegverpackungen zu reduzieren, sieht Salzburg das Thema Mehrweggeschirr bei Veranstaltungen in der Novelle zum Salzburger Abfallwirtschaftsgesetz als wichtigen Schritt. Darüberhinaus soll weiterhin auf die Abfallberatung, attraktive Recyclinghöfe und Wiederverwertungsaktivitäten gesetzt werden.Das Land Salzburg appelliert außerdem an die Bundesregierung und den Umweltminister Andrä Rupprechter, verpflichtende Mehrwegquoten und Pfandsysteme für Getränkeverpackungen einzuführen. Die Konferenz der Umweltreferentinnen und Umweltreferenten der neun Bundesländer habe in den vergangenen Jahren zwar wiederholt beschlossen, mit dieser Bitte an den Umweltminister heranzutreten, bisher sei das aber nicht erfolgt. Eben diese Forderung stellt auch der VABÖ gemeinsam mit sechs weiteren Organisationen im Offenen Brief Mehrweg (wir haben im VABÖ-Newsletter vom August berichtet).

Den Bericht vom Land Salzburg gibt es hier ...
Die Studie zum Download gibt es hier ...
Zum Bericht über den Offenen Brief Mehrweg im VABÖ-Newsletter vom August 2017 geht es hier ...


05. Stellungnahme des KBVÖ zur Tragetaschenverordnung:
Kompromisslos gegen Kunststoffsackerln

Kunststoff KBV Stellungnahme
© Erwin Lorenzen, pixelio.de

Ab 2018 sollen Tragetaschen aus Kunststoff nicht mehr gratis abgegeben werden, das sieht eine EU-Richtlinie von 2015 vor. Österreichs Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat einen Entwurf vorgelegt, laut dem Kunststoffsackerln ab dem 1. Jänner nicht mehr gratis zur Verfügung gestellt werden dürfen. Dem Kompost und Biogas Verband Österreich (KBVÖ) geht der Entwurf nicht weit genug, um Umweltschäden ernsthaft zu vermeiden.

Der KBVÖ begrüßt in einer Stellungnahme den Entwurf zur Tragetaschenverordnung des BMLFUW. Gleichzeitig fordern der Verbandsobmann Hubert Seiringer und der Leiter des Fachbereichs Kompost, Robert Tulnik, stellvertretend für den Verband, dass die Möglichkeit genutzt werden soll, nicht einfach nur die Anzahl der Kunststofftragetaschen zu reduzieren, sondern auch einzuschließen, dass alle Tragetaschen, die in Verkehr gebracht werden, der EN13432 (Nachweis Kompostierbarkeit) entsprechen müssen, das heißt, dass sie rückstandsfrei biologisch abbaubar sein sollen.
Sie fordern außerdem, dass die sogenannten Knotenbeutel nicht, wie jetzt vorgesehen, von der Verordnung ausgenommen werden, da diese sehr dünnen und leichten Tragetaschen enorme Probleme bei der getrennten Sammlung von biogenen Abfällen verursachen. Stattdessen fordern sie, dass diese biologisch abbaubar sein müssen. Konkret sollen alle sehr leichten Tragetaschen, das sind jene unter 0,015 mm, „ok compost home“ zertifiziert sein. Das würde zusätzlich die getrennte Sammlung von Biomüll für die Haushalte vereinfachen. Der VABÖ unterstützt die Forderungen des KBVÖ. Die Jahrzehnte lange Erfahrung aus der kommunalen Umwelt- und Abfallberatung bestätigt, dass es nicht möglich ist, mit Hilfe aktiver Öffentlichkeitsarbeit die fossilen Kunststoffsackerln von der Bioabfallsammlung fern zu halten, selbst wenn geeignete Alternativen beworben und zur Verfügung gestellt werden. Auch vermitteln Inverkehrssetzer von Tragetaschen durch irreführende und verwirrende Kommunikation den Eindruck, dass bestimmte Kunststofftragetaschen über den Bioabfall entsorgt werden könnten, obwohl sie die dafür nötigen Qualitätskriterien nicht erfüllen. Auch solche irreführenden Kommunikationsinhalte, insbesondere durch Beschriftungen von Kunststofftragetaschen, sollten im Rahmen der neuen Tragetaschenverordnung verboten werden.

Zur Stellungnahme des Kompost und Biogas Verbands Österreich zum Entwurf der Tragetaschenverordnung geht es hier ...
Zum Entwurf für die EN13432-Pflicht vom Bündnis für ein plastik(sackerl)freies Österreich geht es hier ...
Infos zur EU-Richtlinie und der österreichischen Tragetaschenverordnung gibt es hier ...
Zum Nachweis Kompostierbarkeit (EN 13432) geht es hier ...


06. Reparatur im Bildungskontext und Unterricht:
RepairKids Manual

RepairKids
© Hand und Werk e.V./Johannes Arlt

RepairKids ist ein Leitfaden für alle Reparatur-Initiativen und Interessierte, die ihr Tätigkeitsfeld erweitern und mit Kindern und Jugendlichen zusammen reparieren wollen. Kristina Deselaers, Initiatorin von RepairKids, hat ihre Erfahrungen in diesem Manual verschriftlicht. Sie und das Netzwerk Reparatur-Initiativen (Deutschland) laden gemeinsam ein, das Konzept RepairKids zu erproben und weiterzudenken. (Quelle: Netzwerk Reparatur-Initiativen)

Kinder sind neugierig, stellen schlaue Fragen und haben interessante Ideen. Beim Reparieren lernen sie alles Mögliche über Materialien, technische Zusammenhänge und die Fähigkeiten der Hände, ihre eigenen Neigungen und Talente und nicht zuletzt über den achtsamen Umgang mit Rohstoffen und Energie.
Allerdings finden sich heute kaum mehr Gelegenheiten für Kinder, überhaupt Erfahrungen mit dem Reparieren zu sammeln. Diese Gelegenheiten will RepairKids bieten: Es handelt sich um ein Workshop-Format, mit dem Kindern und Jugendlichen Wissen auf attraktive Art vermittelt wird. Es ist auf ihre Interessen, Bedürfnisse und Möglichkeiten abgestimmt und stellt den Spaß am Selbermachen in den Vordergrund. Hier finden sie Zeit, Raum und Unterstützung bei dem Versuch, eigene kaputte Dinge zu reparieren. Dass RepairKids als Konzept heute vorliegt, ist ehrenamtlich engagierten Menschen aus dem Team von Repair Café Sasel zu verdanken, die ihr Wissen gerne weitergeben und die Begegnung mit Kindern schätzen. Diese Mischung findet sich öfter im wachsenden Netzwerk der Reparatur-Initiativen. Es kann somit die Struktur bilden, die aus diesem Bildungsansatz ein Bildungsprogramm macht.Variationen des Konzeptes in unterschiedlichen Umfeldern sind denkbar und sollten erkundet werden. Zur Unterstützung für solche Ansätze stellt der Leitfaden die bisherigen Erfahrungen aus dem Hamburger Modellprojekt frei zum Download zur Verfügung. Das RepairKids-Manual ist als Anregung und Anleitung gedacht, sich auf das Abenteuer Reparieren mit Kindern einzulassen. Mittlerweile hat der Hand und Werk e.V. das RepairKids Konzept gemeinsam mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung auch für die Verwendung im Unterricht aufbereitet. Das entstandene Unterrichtsmaterial dient zur Vorbereitung und Durchführung des Besuchs mit einer Klasse im Repair-Café-Kids. In einem Repair-Café-Kids helfen Fachleute für Reparaturen Schülerinnen und Schülern dabei, defekte Dinge selbst zu reparieren.

Alle Informationen und Materialien zum Herunterladen gibt es hier ...
Zum Repair Café Hamburg Sasel geht es hier ...
Zum Hand und Werk Verein geht es hier ...


07. Greenpeace-Umfrage zu Molkereiprodukten:
Willkürliches Mindesthaltbarkeitsdatum

Greenpeace-Umfrage zu Molkereiprodukten
© Bernd Kasper, pixelio.de

Ob Butter im Allgemeinen mindestens 30 oder 75 Tage hält, darüber sagt uns das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) nichts Eindeutiges. Denn die Molkereien legen es nach Gutdünken fest, genauer gesagt: nach wirtschaftlichen Überlegungen. Diese Schlussfolgerung zieht Greenpeace aus einer Umfrage unter den zehn größten österreichischen Molkereien, die die Organisation im August präsentierte. (Quelle: Greenpeace)

Neben Butter fragte Greenpeace auch, wie das MHD für Naturjoghurt, Schlagobers und Haltbarmilch festgelegt wird. Bei Joghurt liegt das MHD zwischen 30 bis 45 Tagen nach der Produktion, bei Schlagobers zwischen 10 bis 14 Tagen. „An unterschiedlichen hygienischen Standards in den Molkereien kann es jedenfalls nicht liegen. Denn aus dem Werk mit der am längsten haltbaren Butter kommt das am kürzesten haltbare Joghurt“, so Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace.
Einige Hersteller räumten ein, dass sie das MHD bei bestimmten Produkten auf Wunsch des Handels kürzen und bei Exportprodukten verlängern. Etwa bei Spars Bio-Butter soll die 250-Gramm-Packung mindestens 55 Tage halten, die 125-Gramm-Packung hingegen 60. „Dabei sollte man meinen, dass gerade kleinere Butterpackungen empfindlicher sind, da diese schneller auf kurzzeitig höhere Temperaturen reagieren“, so Kaller.
Dass jene Produkte, die für den Export bestimmt sind, häufig ein späteres MHD haben, erklärt sich Greenpeace mit höheren Produktanforderungen durch den österreichischen Handel und inländische Gütezeichen. „Skurril ist auch, dass bei Milchprodukten, die vor den Feiertagen abgefüllt werden, das MHD später angesetzt wird, als bei jenen zu feiertagsfreien Phasen“, so Kaller.
Greenpeace fordert realitätsnahe und vereinheitlichte MHD und rät den KonsumentInnen, sich gerade bei Milchprodukten auf die eigenen Sinne zu verlassen. „Wenn ein Produkt das MHD überschritten hat, zuerst schauen, riechen und schmecken. So erkennt man immer, ob die Butter, das Joghurt oder das Schlagobers noch genießbar ist“, erklärt Kaller. Greenpeace hat in einem Langzeittest herausgefunden, dass manche Naturjoghurts auch ein halbes Jahr nach dem MHD noch genießbar sind.
Zum Thema Lebensmittelabfälle empfehlen wir Ihnen das VABÖ-Blatt Nr. 1/2015.

Zum Bericht, der Umfrage und einem Lebensmittel-Langzeit-Test von Greenpeace geht es hier ...
Informationen zur Initiative „Lebensmittel sind kostbar“ vom Verband österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEEB), BMLFUW und Rewe gibt es hier ...
Zum VABÖ-Blatt Nr. 1/2015 geht es hier ...


08. Clever Einkaufen für Büro und Schule:
Kugelschreiber, Ordner und Co. mit Umweltzeichen

Clever Einkaufen
© Christopher Fuchs, BMLFUW
pixabay.com

Wer kauft schafft an. Die Nachfrage nach Recyclingprodukten für Büro und Schule ist vorhanden und wächst. Die Markenhersteller haben sich darauf eingestellt, sie führen eigene „Grüne Linien“ und versuchen durch Recyclinganteil bei ihren Produkten, durch ausgereifte Nachfüllsysteme und durch Prüfnachweise wie staatliche Umweltzeichen ihr Umweltsortiment auszubauen und attraktiv zu machen. Die österreichische Initiative Clever Einkaufen hilft, die umweltfreundlichsten Produkte zu finden.

Viele Büros, Ämter und Schulen, setzen seit Jahren Kopierpapier, Ordnungsmittel, Stifte und Stempel aus Recyclingmaterial ein. Auch wiederaufbereitete Tonerkartuschen und Tintenpatronen für Drucker haben sich tausendfach bewährt. Jährlich werden in Österreich mehr als 10 Millionen Tintenpatronen und Tonerkartuschen verkauft. Wenn sie leer sind, wird der Großteil von ihnen entsorgt, obwohl technisch einwandfreie Gehäuseteile weiter verwendet werden könnten. Das belastet nicht nur das Haushalts- oder Geschäftsbudget, sondern auch im großen Maße die Umwelt: Bei drei bis viermaliger Wiederbefüllung können bis zu 40 % CO2 eingespart werden, bei 15-maliger Wiederbefüllung bis zu 60 %.
Gewerblich wiederbefüllte Tintenpatronen und Tonermodule mit dem Österreichischen Umweltzeichen garantieren darüber hinaus minimale Schadstoffbelastung bei der Herstellung und beim Einsatz am Gerät sowie dieselbe Druckqualität und –kapazität wie die Originale.Dass sich auch Recyclingpapier mit staatlichen Umweltzeichen ohne Einschränkung für den Büroalltag eignet, belegen die Erfahrungen zahlreicher Unternehmen und Zertifikate von unabhängigen Institutionen, die Recyclingpapier auf seine Praxistauglichkeit hin untersucht haben. Dabei wird etwa getestet, ob sich die Wartungsintervalle, Servicekosten oder die Lebensdauer der eingesetzten Kopiergeräte verändert. Die Initiative Pro Recyclingpapier hat in einer Umfrage unter den größten Bürogeräteherstellern herausgefunden, dass diese die Verwendung von Recyclingpapier bei der überwiegenden Anzahl von Druck- und Kopiergeräten empfehlen.
Auch bei den Ordnern führen die großen Markenhersteller ein besonders breites Angebot an Artikeln aus Recyclingpapier und -karton ohne Verbundwerkstoff, bei geringem Materialmix und daher hoher Recyclierbarkeit. Unter diesen Artikeln finden sich viele Umweltzeichen-Produkte (Deutsches Umweltzeichen „Blauer Engel“, Österreichisches Umweltzeichen) aus 100 % Altpapier. Diese Zertifikate garantieren außerdem, dass bei der Produktion keine gesundheitsschädigenden oder umweltgefährdenden Chemikalien wie z. B. Chlor oder Chlorverbindungen eingesetzt werden oder zumindest mit strikten Beschränkungen belegt sind. Zum Verkleben sind nur wasserbasierte Klebstoffe bzw. Dispersionsklebstoffe auf Basis von Naturlatex zulässig.
Auf der Seite von Clever Einkaufen gibt es eine Liste mit rund 5.500 Produktempfehlungen, wobei an die 4.210 davon ein staatliches Umweltgütesiegel tragen und wiederum 2.463 davon das Österreichische Umweltzeichen.

Alles zu Clever Einkaufen gibt es hier ...
Alle Clever-Einkaufen-Produktempfehlungen gibt es hier ...
Zur Seite des österreichischen Umweltzeichens geht es hier ...
Zur Seite der Initiative Pro Recyclingpapier geht es hier ... 


09. Mikroplastik aus der Wäsche:
In Österreich landen jährlich 21,3 Tonnen Kunststoffasern im Abwasser

Mikroplastik im Abwasser
© Luise Pfefferkorn, pixelio.de

Kunststoffpartikel sind zwar winzig klein, aber in Summe landen tausende Tonnen jährlich im Abwasser und das alleine über Europas Waschmaschinenabflüsse.

Bei einem Test des Umweltbundesamtes, den die Grünen in Auftrag gegeben hatten, kam heraus, dass beim Waschen von 2,8 Kilogramm synthetischer Kleidung im Schonwaschgang 51 Milligramm Kunststoffpartikel herausgewaschen werden. Das sind 460.000 einzelne Kunststoffpartikel. Hochgerechnet landen auf diese Art in Österreich jedes Jahr allein über die Waschmaschinen 21,3 Tonnen Kunststofffasern pro Jahr im Abwasser. Europaweit sollen es 30.000 Tonnen Mikroplastik sein, die über Waschmaschinen ins Abwasser gelangen. Aber weder die Technologie von Waschmaschinen, noch die von Kläranlagen sei weit genug entwickelt, um das zu verhindern, so Greenpeace Österreich in einer Presseaussendung.
Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen, fordert Grenzwerte und einen Aktionsplan, um gegen Mikroplastikfasern im Abwasser vorzugehen. „In Österreich landen die Mikroplastikpartikel aus Textilien oder Pflegeprodukten über das Abwasser in der Kanalisation. Von dort aus gelangen die Partikel in die Kläranlagen. Aber ob und wie viele Plastikpartikel von den Kläranlagen aufgehalten werden, hängt von der technischen Ausstattung der jeweiligen Anlage ab“, sagt Brunner. Sie fordert von Minister Rupprechter, einen Aktionsplan gegen Mikroplastik, der unter anderem eine entsprechende Filtertechnologie bei Waschmaschinen vorsehen soll, damit das Mikroplastik gar nicht erst ins Abwasser gelangt.Im Gegensatz zu den meisten anderen Stoffen, die ins Abwasser gelangen können, sieht das Umweltrecht für Plastik keine Grenzwerte vor und also auch keine Beschränkung, Plastik in Flüsse und Kanäle einzuleiten. „Ein Antrag der Grünen, einen entsprechenden Grenzwert zumindest für die kunststoffverarbeitende- und produzierende Industrie zu erarbeiten, wurde von den Regierungsparteien aber abgelehnt“, so Brunner.

Mehr Informationen von Euroticker gibt es hier ...
Die Presseaussendung von Greenpeace gibt es hier ...


10. 366 Tipps:
Der Nachhaltigkeitskalender

Nachhaltigkeitskalender
© Evergreen Ideas

Weil Wollen und Machen gerade beim Thema nachhaltiger Konsum weit auseinander liegen können, hat das Start-up Evergreen Ideas in Deutschland einen Kalender entwickelt, der für jeden Tag des Jahres einen nachhaltigen Tipp parat hält. (Quelle: Enorm)

An einem Tag gibt es zum Beispiel eine Anleitung, wie man selber Waschmittel herstellen kann, an einem anderen Tag einen Vorschlag für ein veganes Rezept, und so geht es weiter mit den Tipps für nachhaltigere Alltagsgewohnheiten. Der Kalender ist selbstverständlich jedes Jahr wiederverwendbar. Gedruckt wird er von der ökologischen Druckerei Printzipia in Deutschland. Die kleine Holzkiste, in der die Kalenderkarten mit den Tipps aufbewahrt sind, wird in der LebensWerkGemeinschaft in Berlin von Menschen mit Beeinträchtigung hergestellt.
Aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne für den Nachhaltigkeitskalender von Evergreen auf Startnext.

Zum Artikel auf Enorm geht es hier ...
Zu Evergreen Ideas geht es hier ...
Zur Crowdfunding-Kampagne geht es hier ...


11. Reduziert Verwendung von Plastikflaschen und fördert Gesundheit:
Trinkbrunnen für Großbritannien

Trinkbrunnen in England
© Peter Freitag, pixelio.de

Viele Britinnen und Briten fühlen sich gezwungen, unterwegs Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. Was oft fehlt, ist der öffentliche Zugang zu Trinkwasser und das Wissen darum. (Quelle: Telegraph)

Die britische Umweltorganisation Keep Britain Tidy hat in einer Studie herausgefunden, dass nur 7 % der britischen Bevölkerung öffentliche Brunnen verwenden, während vier Mal so viele in Plastik verpacktes Wasser kaufen. Sie kommen in Summe auf 7,7 Milliarden Plastikflaschen Wasser im Jahr, von denen weniger als die Hälfte recycelt wird.
Die Organisation hat erfahren, dass viele der Befragten sich deshalb gezwungen fühlen, Wasserflaschen zu kaufen, weil ihnen im öffentlichen Raum oft keine Trinkwasserbrunnen oder –leitungen zur Verfügung stehen, zum Beispiel in Bahnhöfen, an Bushaltestellen, in Flughäfen oder auf Autobahnraststätten.
Früher waren Trinkwasserbrunnen auch in Großbritannien üblich, aber in den letzten Jahren sind sie aus angeblichen hygienischen Gründen aus den öffentlichen Straßen, Parks und Gebäuden verschwunden. 59 % der Befragten sagen, sie würden eher eine wiederverwendbare Flasche dabei haben, wenn sie sie im Freien oder in Gastbetrieben auffüllen könnten. Aber selbst wenn Möglichkeiten existieren, ist die Öffentlichkeit nicht ausreichend darüber informiert, um sich darauf verlassen zu können. Nur ungefähr einem Viertel der Bevölkerung ist bekannt, dass im Großteil von Großbritannien Gastbetriebe verpflichtet sind, (Leitungs-)Wasser auf Anfrage gratis zur Verfügung zu stellen.
Schulen und Arbeitgeber müssen jederzeit für die Verfügbarkeit von Trinkwasser sorgen. Trotzdem ist ein Fünftel der Lehrpersonen der Meinung, dass ihre Schule diese Anforderung nicht erfüllt und die SchülerInnen in der Folge häufiger auf Softdrinks ausweichen. Es wird geschätzt, dass etwa die Hälfte von ihnen an Stelle von Leitungswasser Getränke aus Flaschen konsumieren.
Die Möglichkeit, jederzeit und überall ein Glas oder eine Flasche mit Trinkwasser aufzufüllen, fördert die Gesundheit und führt zu weniger achtlos weggeworfAumlenen Plastikflaschen in Parks, Straße und an Stränden, so die Geschäftsführerin von Keep Britain Tidy. Die Organisation fordert Personentransportunternehmen dazu auf, auf ihren Webseiten und Tickets analog zu anderen Informationen über den Zugang zu kostenlosem Trinkwasser zu informieren. Auf den Straßen sollen die PassantInnen über Bodenmarkierungen zum nächsten Brunnen geführt werden.
Die Metropolitan Drinking Fountain Association führt bereits eine online-Karte mit Trinkwasserbrunnen in London, die sie laufend aktualisiert.

Zum Artikel im Telegraph (Englisch) geht es hier ...
Zur Studie von Keep Britain Tidy (Englisch) geht es hier ...
Zur Seite und der Brunnen-Karte der Metropolitan Drinking Fountain Association (Englisch) geht es hier ...


12. Studie zu Pfandsystemen:
Mehr Pfand, weniger Plastikverschmutzung

Studie Pfandsysteme
© Wolfgang Floedl, pixelio.de

Die Weltmeere haben ein massives und ständig wachsendes Plastikflaschenproblem. Eine Möglichkeit, das Problem einzudämmen, ist, Einwegplastikflaschen durch Mehrwegflaschen zu ersetzen, wie das der VABÖ und sechs weitere Organisationen im Offenen Brief Mehrweg vom Juli fordern. Eine andere Möglichkeit sind Pfandsysteme für Einwegflaschen, das empfiehlt jedenfalls die Reloop Plattform in einer neuen Studie.

Gemeinsam mit CM Consulting untersucht die europäische Lobbyingplattform Reloop bestehende Pfandsysteme in 38 Ländern bzw. Regionen und gibt in einer neuen Studie einen systematischen Überblick.
In Europa wurden die Pfandflaschensysteme von Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Island, Kroatien, Litauen, den Niederlanden, Norwegen und Schweden untersucht. Die Studie listet auf, welche Verpackungen gesammelt werden, wie hoch die Pfandbeträge und Gebühren sind, wer die verantwortlichen Stellen, wie die Rückzahlung funktioniert und wie hoch die Rücklaufquoten sind. In Deutschland und den Niederlanden beispielsweise beträgt das Pfand für Metall-, Glas- oder Plastikgetränkeverpackungen immer 25 Eurocent pro Stück, in Estland, Litauen und Island immer etwa 10 Cent, in Dänemark und Finnland variiert der Betrag je nach Material und Volumen zwischen 10 und 40 Cent. Zu jedem Land gibt es außerdem eine übersichtliche Grafik, die den Kreislauf vom Kauf bis zur Wiederverwertung bzw. – verwendung darstellt.
In Österreich engagiert sich der VABÖ seit Jahren für die Stärkung von Mehrweg- und Pfandsystemen, jüngst als Mitunterzeichner vom Offenen Brief Mehrweg (wir haben im VABÖ-Newsletter vom August berichtet).

Zur Studie und Presseaussendung von Reloop (Englisch) geht es hier ...
Zum Bericht über den Offenen Brief Mehrweg im VABÖ-Newsletter vom August 2017 geht es hier ...

Dieser Newsletter wird gefördert vom:

Ministerium für ein lebenswertes Österreich

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