VABÖ Newsletter September 2015

28.09.2015

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01. Aktuelle EU-Studie:
3 Mio. neue Jobs in der EU mit ambitionierter Kreislaufwirtschaft

WRAP
Neue Jobs durch Kreislaufwirtschaft
Quelle: WRAP

Ein ambitioniertes Kreislaufwirtschaftspaket könnte das Wachstum an Arbeitsplätzen in der europäischen Wirtschaft bis 2030 verdreifachen und 3 Millionen neue Jobs schaffen. Das stellte die britische Ressourceneffizienz-NGO WRAP fest in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie "Economic Growth Potential of more Circular Economies" fest. (Quellen: WRAP, DNR, EU-Umweltbüro)

Aus dem Pool der derzeit arbeitslosen Menschen könnten damit über eine halbe Million Menschen wieder in Beschäftigung gebracht werden. Dazu müsse die Kommission eine Recyclingquote von 34 Prozent und eine Wiedernutzbarmachung von Produkten von 50 Prozent anstreben. Sogar mit einem eher konservativen Szenario läge das Arbeitsplatzwachstum immerhin bei 1,2 Millionen Jobs und 250.000 weniger Menschen wären arbeitslos (siehe Grafik). Das Potenzial sei in allen Mitgliedsländern zu sehen und insbesondere für Jobs in der Mittelschicht.

Allein für Österreich zeigt die Studie beim konservativen Szenario 25.000 neue Jobs auf, im ambitionierten Szenario mehr als doppelt so viel. Von den neuen Jobs würden fast die Hälfte im Bereich Reparatur und Instandsetzung entstehen, fast ein Viertel in der Abfallwirtschaft, ein Fünftel im Verleih und der Rest in Verwertung, Sekundärrohstoffhandel und Gebrauchtwarenverkauf. Derzeit arbeiten in diesen Bereichen in Österreich ca. 73.000 Menschen, mit 25.000 neuen Jobs könnte diese Zahl um 30% auf ca. 100.000 Jobs gesteigert werden, und das allein schon im "konservativen" Szenario, mit dem "ambitionierten" Szenario würden sich die neu geschaffenen Jobs mehr als verdoppeln.

Nur alleine durch die Umsetzung bereits bestehender Gesetze im Abfallbereich, insbesondere der Verwertungsziele bis 2020 in der Abfallrahmenrichtlinie, könnten in der EU bis 2020 über 400 000 neue Jobs alleine in der Abfallwirtschaft geschaffen werden.

Der neue Vorschlag zum Kreislaufwirtschaftspaket der EU-Kommission soll Ende dieses Jahres kommen. Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans dazu: „Wir werden uns ein Konzept einfallen lassen das Biss hat, mit konkreten Maßnahmen, die wirklich alle Bereiche der Kreislaufwirtschaft mit einschließen.“ Stimmen aus Umweltorganisationen und Industrie fordern die Kommission auf, sich an ihr Versprechen zu halten, ein ambitioniertes Paket vorzulegen. So forderte kürzlich der Abfallverbrennungs- und Biogassektor ein Deponierungsverbot für recyclebare und rückgewinnbare Stoffe, um an die EU-Energieziele anzuknüpfen.

Der EU-Dachverband RREUSE besteht zudem auf einer Kennzeichnung der zu erwartenden Lebensdauer von Produkten. Das EU-Energielabel, das zurzeit überarbeitet wird, könnte diese Informationen enthalten, um Produkte langlebiger zu gestalten und den KonsumentInnen mehr Transparenz zu liefern.

(Quellen: WRAP, DNR, EU-Umweltbüro)

WRAP-Studie (englische Kurzfassung auf 26 Seiten) hier... / RREUSE-Positionspapier zur Reparierbarkeit (englisch) hier... / RREUSE-Positionspapier zum Job-Potential bei Re-Use (englisch) hier...


02. EU: Nur 34% der EAG korrekt verwertet:
Wohin verschwinden Elektro-Altgeräte?

E-Schrott
E-Schrott ohne Meldung verwertet?
Foto: RepaNet/Neitsch

66% der in der EU entsorgten Elektroaltgeräte verschwinden auf nicht rechtskonformen Wegen! In Österreich liegt der Prozentsatz etwas niedriger bei 58%. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Studie "CWIT" (Countering WEEE Illegal Trade) von Interpol, WEEE-Forum, UN-Interregional Crime and Justice Research Institute (UNICRI) und zahlreichen weiteren Partnern.

Zwar wird die Datenbasis von österreichischen Experten kritisiert, dennoch wird auch bei uns von einer Fehlmenge ausgegangen. Laut Angaben der EAK-Austria wurden nämlich in Österreich 2014 165.000 t Elektrogeräte in Verkehr gesetzt, aber nur 78.000 t landeten in der geordneten Sammlung. Der illegale Export von EAG kann mit grob 20.000 - 40.000 t pro Jahr geschätzt werden (Datenquellen: BOKU, ARGE Abfallwirtschaftsverbände). Selbst wenn man einen realistischen "Lageraufbau" annimmt, also dass weniger Elektrogeräte entsorgt als neu gekauft werden, verbleibt eine Lücke, die durch illegale Exporte nicht erklärbar ist.

Im Restmüll sind laut Analysen nur sehr wenige Elektroaltgeräte zu finden, und auch der Re-Use-Anteil ist derzeit noch äußerst gering, somit bleibt die Vermutung, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil an Altgeräten von manchen Anfallstellen ohne korrekte Meldung an Verwerter verkauft wird, entweder dem Metallschrott beigemischt oder sogar in sortenreiner Form als EAG-Sammelfraktionen. Die Motive dahinter könnten höhere Erlöse, einfachere Abwicklung oder schlicht Unwissen sein. Ob die Fehlmenge eher von gewerblichen oder eher von kommunalen Anfall- bzw. Sammelstellen resultiert, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Faktum ist jedoch, dass es offenbar noch intensive Bemühungen aller Stakeholder braucht, um auch in Österreich eine zumindest 90% "geordnete" EAG-Verwertung sicherzustellen.

Die CWIT-Studie liefert dazu zahlreiche Empfehlungen, wie der illegale Handel mit Elektroschrott eingedämmt werden kann. Dazu gehört, sowohl die Verbraucher über Entsorgungsmöglichkeiten als auch die potenziellen illegalen Händler über die Folgen ihres Handelns zu informieren. Außerdem sollen Richter und Staatsanwälte besser für die Verfolgung illegaler Exporte ausgebildet werden. Ob das aber österreichische Anfallstellen davon abhält, EAG ohne Meldung an Verwerter zu verkaufen, darf bezweifelt werden. Schärfere behördliche Kontrollen erfordern mehr Personalressourcen, und das bei öffentlichen Spar-Budgets, also unrealistisch.

Die gängige politische Meinung, dass die Privatwirtschaft über Herstellersysteme im Wettbewerb abfallwirtschaftliche Aufgaben effizienter löst als öffentliche Gebietskörperschaften in der Daseinsvorsorge, dürfte mit der vorliegenden Studie jedenfalls endgültig widerlegt sein. Es scheint im Gegenteil gerade der Wettbewerb zu sein, der in diesem Sektor illegale Praktiken begünstigt.

(Quellen: CWIT, EAK-Austria)

Die CWIT Studie (englisch) gibts hier... / Den Jahresbericht 2014 der EAK-Austria gibts hier...


03. 10 Jahre Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle:
Jubiläums-Symposium und Verleihung des Elektro-Nick 2015

Elektro-Nick 2015
Abfallberaterin Katharina Moritz (re.) aus
Leoben (Stmk.) mit EAK-Geschäftsführerin
Mag. Elisabeth Giehser
Foto: EAK/Schedl

Vor zehn Jahren ist die Elektroaltgeräteverordnung (EAG-VO) in Österreich in Kraft getreten, die eine getrennte Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten vorschreibt. Zur Umsetzung der EAG-VO wurde die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) gegründet, die nun ebenfalls auf ein Jahrzehnt ihres Bestehens zurückblicken kann. Im Rahmen des Jubiläums-Symposiums am 17. September wurde erstmals auch ein von der EAK ins Leben gerufener neuer Umweltpreis an im EAG Bereich besonderes engagierte kommunale Umwelt- und AbfallberaterInnen vergeben: der "Elektro-Nick 2015".

Ausgezeichnet wurden drei AbfallberaterInnen bzw. Teams, die aufgrund der hohen Qualität ihrer Einsätze mit dem Elektroaltgeräte- und Altbatterien-Schulkoffer einen vorbildlichen Beitrag zur nachhaltigen Umweltbildung und Bewusstseinsarbeit bei Kindern und Jugendlichen geleistet haben. Mag. Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der EAK, gratulierte den SiegerInnen und überreichte Urkunden, Schecks und den überaus sympathischen Elektro-Nick. Die kreativ gestaltete Figur wurde von der Montanuniversität Leoben gespendet und von Studenten aus Elektroschrottteilen kreiert.

„Es war für die Jury nicht einfach, aus den zahlreichen Einreichungen die besten auszuwählen“, betonte Giehser. Doch letztendlich überzeugten die Sieger und Siegerinnen durch ihr besonderes Engagement, kreativ und anschaulich gestaltete Workshops an Schulen sowie nachhaltige pädagogische Konzepte und Methoden der Umsetzung. „Elektroaltgeräte mit allen Sinnen erleben“ oder „Hilf mir es selbst zu tun“, lautete das Motto unter dem beispielsweise Kids alte Handys und Computer selbst zerlegen durften.

Platz 1 – der Elektro-Nick und ein Scheck über 700 Euro, gingen an die Abfallberaterin Katharina Moritz aus der Steiermark (Leoben). Rang 2 (500 Euro) erlangte ein Abfallberater-Team der MA 48. Auch der 3. Platz ging wieder an die Steiermark. Das Abfallberater-Duo aus Hartberg freute sich über eine Urkunde und 300 Euro Preisgeld.

(Quelle: EAK-Austria)

Nähere Informationen sowie Fotos vom Symposium und der Verleihung des Elektro-Nick 2015 gibt es hier...


04. Exzellenter Erklärfilm für Öffentlichkeitsarbeit:
"Der wertvolle Bioabfall"

wertvoller Bioabfall
Der wertvolle Bioabfall
Foto: ARGE Kompost & Biogas

In einem dreiminütigem Video wird auf einfache Weise der Sinn der Bioabfallsammlung und Behandlung veranschaulicht und so ansprechend und perfekt erklärt, dass sogar die bekanntlich für längere Erklärungen nicht sehr aufgeschlossene Generation Facebook nicht sofort "abschaltet". Das Video wurde von der ARGE Kompost und Biogas produziert, dem Zusammenschluss der Kompostierer Österreichs, und ist auf YouTube zu finden. Ideal für den Einsatz von AbfallberaterInnen in Schulen! (Quelle: ARGE Kompost und Biogas)

Das Video bringt eine erfrischend lockere Erklärung, die fast Lust darauf macht, selbst Kompost herzustellen. Es wird auch anschaulich erklärt, was nicht zum Bioabfall gehört, und was in Österreich mit dem Bioabfall geschieht: 430 dezentrale Kompostanlagen werden in Österreich von Kommunen, Landwirten und Gewerbe betrieben. In der höchst sinnvollen getrennten Sammlung und Verwertung unserer Bioabfälle steckt noch immer in der Sammelqualität und der Sammelmenge einiges an Potential. Mit diesem Erklärfilm wird auf einfache Weise der Sinn der Bioabfallsammlung und Behandlung veranschaulicht.

Das Video zum Anschauen finden Sie hier... / ARGE Kompost und Biogas Österreich


05. Clever Einkaufen:
Beim Einkaufen für die Schule an die Umwelt denken!

Clever einkaufen
Clever einkaufen für die Schule
Foto: BMLFUW

Die Ferien gehen, Clever Einkaufen für den Schulbeginn kommt. Bei Schulprodukten gibt es sehr große Qualitäts- und Preisunterschiede. Billig ist nicht immer zugleich günstig und selten gesundheits- und umweltschonend. Das Angebot ist schwer zu überblicken, die Clever Einkaufen-Aktion UmweltTipp! hilft Ihnen bei der Auswahl.

Seit Mitte August läuft das Schulgeschäft auf Hochtouren. Wer dabei an die Umwelt denkt, erhält auch heuer Unterstützung beim Einkaufen durch den UmweltTipp! der Initiative Clever einkaufen für die Schule. Die Partnerbetriebe machen im Aktionszeitraum auf qualitativ hochwertige und umweltfreundliche Schulartikel in den Geschäften und Filialen aufmerksam. Zur Unterstützung für den umweltfreundlichen Schuleinkauf auch während des Jahres steht eine praktische  Informations- und  Suchmöglichkeiten für Eltern und LehrerInnen zur Verfügung.

Die Stadt Wien unterstützt mit ihrem Programm "ÖkoKauf Wien" und dem Umweltmanagement-Programm "PUMA Schulen" diese wichtige Initiative in Form einer Kooperation. Alle Wiener Schulen (VS, HS, SO) sowie die Berufsschulen haben Mitte Juni Plakate zum Aufhängen in der Schule und den Clever einkaufen Folder zum Verteilen an alle  SchülerInnen erhalten. Seit 1. September läuft auch wieder die neue Runde des Clever Einkaufen Schul Quiz.

(Quelle: BMLFUW / Jutta Kellner)

Direktlink zum Schul-Quiz hier... / UmweltTipp! PRODUKTLISTE 2015 hier... / UmweltTipp! HÄNDLERLISTE hier...


06. RepaNet:
Aktuelle Re-Use-Infos jetzt auf Twitter

RepaNet
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Logo: RepaNet

Re-Use wird im Rahmen der künftigen "Circular Economy"-Strategie der EU eine wesentlich stärkere Rolle spielen als bisher. Der Verein RepaNet, die österreichische NGO für für Re-Use, Repair und Sozialwirtschaft stellt daher nun laufend aktuelle Informationen rund um das Re-Use-Thema auf Twitter bereit.

Bleiben Sie up to date über die Themen Re-Use, Repair, Sozialwirtschaft, regionale Re-Use und Reparaturnetzwerke, sozialwirtschaftliche Textilsammlung, Re-Use im Baubereich, Neue Jobs durch Re-Use und vieles mehr, und folgen Sie RepaNet auf Twitter...

 

 

 

 

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